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Author: lou woell <lou@repetitions.de>
Date:   Sun,  6 Sep 2026 03:07:38 +0200

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diff --git a/data/de_auerbach/2p40sc2.md b/data/de_auerbach/2p40sc2.md @@ -1,24 +1,21 @@ Aus allem oben Gesagten erhellt klar, daß wir vieles auffassen und Allgemeinbegriffe bilden. -1. Aus den Einzeldingen, die durch die - -Sinne verstümmelt, verworren und ohne Ordnung sich dem Verstand darstellen -(siehe Folgesatz zu Lehrsatz 29 dieses Teils); deshalb pflege ich solche -Auffassungen eine Erkenntnis aus unsicherer Erfahrung zu nennen. - -1. Aus Zeichen, z. B. daraus, daß wir uns beim Hören oder Lesen gewisser - -Worte der Dinge wieder erinnern, und gewisse Ideen von ihnen bilden, ähnlich -denen, durch welche wir die Dinge vorstellen (siehe Anm. zu Lehrsatz 18 dieses -Teils). Diese beiden Arten, die Dinge anzusehen, werde ich in der Folge -Erkenntnis der ersten Gattung, Meinung oder Vorstellung nennen. - -1. Endlich daraus, daß wir Gemeinbegriffe und adäquate Ideen der - -Eigenschaften der Dinge haben (siehe Folgesatz zu Lehrsatz 38 und 39 mit dem -Folgesatz und Lehrsatz 40 dieses Teils). Diese Art werde ich Vernunft und -Erkenntnis der zweiten Gattung nennen. &#x2013; +1. Aus den Einzeldingen, die durch die Sinne verstümmelt, verworren und ohne + Ordnung sich dem Verstand darstellen (siehe Folgesatz zu Lehrsatz 29 dieses + Teils); deshalb pflege ich solche Auffassungen eine Erkenntnis aus + unsicherer Erfahrung zu nennen. + +2. Aus Zeichen, z. B. daraus, daß wir uns beim Hören oder Lesen gewisser Worte + der Dinge wieder erinnern, und gewisse Ideen von ihnen bilden, ähnlich + denen, durch welche wir die Dinge vorstellen (siehe Anm. zu Lehrsatz 18 + dieses Teils). Diese beiden Arten, die Dinge anzusehen, werde ich in der + Folge Erkenntnis der ersten Gattung, Meinung oder Vorstellung nennen. + +3. Endlich daraus, daß wir Gemeinbegriffe und adäquate Ideen der Eigenschaften + der Dinge haben (siehe Folgesatz zu Lehrsatz 38 und 39 mit dem Folgesatz und + Lehrsatz 40 dieses Teils). Diese Art werde ich Vernunft und Erkenntnis der + zweiten Gattung nennen. &#x2013; Außer diesen beiden Gattungen der Erkenntnis gibt es, wie ich im folgenden zeigen werde, noch eine andere dritte, welche wir das intuitive Wissen nennen diff --git a/data/de_auerbach/2p49csc.md b/data/de_auerbach/2p49csc.md @@ -1,22 +1,25 @@ Hiermit haben wir die Ursache aufgehoben, die man gewöhnlich als die des Irrtums -aufstellt. Wir haben aber oben gezeigt, daß die Falschheit bloß in dem Mangel -besteht, welchen die verstümmelten und verworrenen Ideen in sich schließen. -Daher schließt die falsche Idee, sofern sie falsch ist, keine Gewißheit in sich. -Wenn wir also sagen, daß der Mensch sich bei dem Falschen beruhigt und keinen -Zweifel darüber hegt, so sagen wir deshalb nicht, daß er gewiß ist, sondern nur, -daß er nicht zweifelt, oder daß er sich bei dem Unrichtigen beruhigt, weil keine +aufstellt. + +Wir haben aber oben gezeigt, daß die Falschheit bloß in dem Mangel besteht, +welchen die verstümmelten und verworrenen Ideen in sich schließen. Daher +schließt die falsche Idee, sofern sie falsch ist, keine Gewißheit in sich. Wenn +wir also sagen, daß der Mensch sich bei dem Falschen beruhigt und keinen Zweifel +darüber hegt, so sagen wir deshalb nicht, daß er gewiß ist, sondern nur, daß er +nicht zweifelt, oder daß er sich bei dem Unrichtigen beruhigt, weil keine Ursachen vorhanden sind, welche seine Vorstellung schwankend machen (siehe hierüber Anm. zu Lehrsatz 44 dieses Teils). Nimmt man also auch an, daß ein Mensch an dem Falschen hängt, so können wir ihn doch nie dessen gewiß nennen; denn unter Gewißheit verstehen wir etwas Positives (siehe Lehrsatz 43 dieses Teils mit der Anm.), nicht aber den Mangel des Zweifels. Aber unter Mangel der -Gewißheit verstehen wir Falschheit. Es ist jedoch zur näheren Erläuterung des -vorigen Lehrsatzes noch einiges zu erinnern. Sodann ist noch auf die Einwürfe zu -antworten, welche gegen diese unsere Lehre vorgebracht werden können, und -endlich hielt ich es, um allen Zweifel zu entfernen, für der Mühe wert, einiges -von dem Nutzen dieser Lehre anzuführen. »Einiges«sage ich, denn das Bedeutendste -davon wird man noch besser aus dem erkennen, was ich im fünften Teile sagen -werde. +Gewißheit verstehen wir Falschheit. + +Es ist jedoch zur näheren Erläuterung des vorigen Lehrsatzes noch einiges zu +erinnern. Sodann ist noch auf die Einwürfe zu antworten, welche gegen diese +unsere Lehre vorgebracht werden können, und endlich hielt ich es, um allen +Zweifel zu entfernen, für der Mühe wert, einiges von dem Nutzen dieser Lehre +anzuführen. »Einiges«sage ich, denn das Bedeutendste davon wird man noch besser +aus dem erkennen, was ich im fünften Teile sagen werde. Ich fange also mit dem ersten an, und erinnere die Leser, daß sie genau unterscheiden zwischen Idee oder Begriff des Geistes und zwischen den Bildern @@ -36,99 +39,113 @@ daß die Idee, insofern sie Idee ist, Bejahung oder Verneinung in sich schließt Ferner meinen diejenigen, welche die Worte mit der Idee oder mit der Bejahung selbst, welche die Idee in sich schließt, vermengen, sie könnten etwas ihrer Wahrnehmung Widersprechendes wollen, da sie Etwas mit bloßen Worten anders, als -sie es wahrnehmen, bejahen oder verneinen. Diese Vorurteile kann aber derjenige -leicht ablegen, der auf die Natur des Denkens achtet, die den Begriff der -Ausdehnung keineswegs in sich schließt, und der demnach klar erkennt, daß die -Idee (da sie ein Modus des Denkens ist) weder in der Vorstellung eines Dinges -noch in den Worten besteht. Denn das Wesen der Worte und Vorstellungen wird von -den bloßen körperlichen Bewegungen gebildet, welche den Begriff des Denkens -keineswegs in sich schließen. +sie es wahrnehmen, bejahen oder verneinen. + +Diese Vorurteile kann aber derjenige leicht ablegen, der auf die Natur des +Denkens achtet, die den Begriff der Ausdehnung keineswegs in sich schließt, und +der demnach klar erkennt, daß die Idee (da sie ein Modus des Denkens ist) weder +in der Vorstellung eines Dinges noch in den Worten besteht. Denn das Wesen der +Worte und Vorstellungen wird von den bloßen körperlichen Bewegungen gebildet, +welche den Begriff des Denkens keineswegs in sich schließen. Diese wenigen Erinnerungen hierüber werden genügen; deshalb gehe ich nun zu den -erwähnten Einwürfen über. Der erste ist, daß man es für feststehend hält, daß -der Wille sich weiter erstreckt als der Verstand, folglich von ihm verschieden -ist. Der Grund aber, weshalb man glaubt, daß der Wille sich weiter erstreckt als -der Verstand, ist: man mache die Erfahrung, sagt man, daß man keiner größeren -Fähigkeit beizustimmen oder zu bejahen und zu verneinen bedürfe, um unendlichen -anderen Dingen, welche wir nicht auffassen, beizustimmen, als eben der, die wir -bereits haben, wohl aber einer größeren Fähigkeit des Verstandes. Der Wille +erwähnten Einwürfen über. + +Der erste ist, daß man es für feststehend hält, daß der Wille sich weiter +erstreckt als der Verstand, folglich von ihm verschieden ist. Der Grund aber, +weshalb man glaubt, daß der Wille sich weiter erstreckt als der Verstand, ist: +man mache die Erfahrung, sagt man, daß man keiner größeren Fähigkeit +beizustimmen oder zu bejahen und zu verneinen bedürfe, um unendlichen anderen +Dingen, welche wir nicht auffassen, beizustimmen, als eben der, die wir bereits +haben, wohl aber einer größeren Fähigkeit des Verstandes. Der Wille unterscheidet sich also vom Verstande dadurch, daß dieser endlich, jener aber -unendlich ist. Zweitens kann man uns einwerfen, daß die Erfahrung nichts -deutlicher zu lehren scheint, als daß wir unser Urteil zurückhalten und den -Dingen nicht beistimmen können, welche wir auffassen. Dies wird auch dadurch -bestätigt, daß man von niemandem sagt, er täusche sich, sofern er etwas auffaßt, -sondern nur, sofern er beistimmt oder nicht beistimmt. Wer z. B. ein geflügeltes -Pferd fingiert, gibt deshalb nicht zu, daß es ein geflügeltes Pferd gibt, d.h. -er ist deshalb nicht getäuscht, wenn er nicht zugleich zugibt, daß es ein -geflügeltes Pferd gibt. Die Erfahrung scheint also nichts deutlicher zu lehren, -als daß der Wille oder die Fähigkeit, beizustimmen, frei und von der Fähigkeit -des Erkennens verschieden ist. Drittens kann man uns einwerfen, daß eine -Bejahung nicht mehr Realität zu enthalten scheint, als die andere, d.h. daß wir -keines größeren Vermögens zu bedürfen scheinen, um zu bejahen, daß das wahr sei, -was wahr ist, als dazu, um etwas, was falsch ist, als wahr zu behaupten. Wir -nehmen aber wahr, daß eine Idee mehr Realität oder Vollkommenheit als die andere -hat, denn je vorzüglicher einige Objekte sind als andere, um so vollkommener -sind auch ihre Ideen als andere, und hieraus scheint sich auch ein Unterschied -zwischen Wille und Verstand zu ergeben. Viertens kann man einwerfen, wenn der -Mensch nicht nach der Freiheit des Willens handelt, was wird also geschehen, -wenn er im Gleichgewichte ist, wie Buridans Esel? Wird er vor Hunger und Durst -umkommen? Gebe ich dieses zu, so scheine ich einen Esel oder einen Menschen aus -Stein, nicht aber einen wirklichen Menschen anzunehmen; leugne ich es aber, dann -wird er, also sich selbst bestimmen und hat folglich die Fähigkeit, zu gehen und -zu tun, was er will. Außerdem kann man vielleicht noch andere Einwürfe machen; -aber, weil ich nicht verpflichtet bin, alles das zu erforschen, was ein jeder -nur träumen mag, so werde ich bloß auf diese Einwürfe antworten, und zwar -möglichst kurz. In bezug auf den ersten sage ich, daß ich zugebe, daß der Wille -sich weiter erstreckt als der Verstand, wenn man unter Verstand nur die klaren -und deutlichen Ideen versteht; aber ich leugne, daß der Wille sich weiter -erstreckt als das Auffassen oder die Fähigkeit des Begreifens, und ich sehe -wahrlich nicht, warum die Fähigkeit des Willens eher als unendlich bezeichnet -werden soll, als die Fähigkeit des Wahrnehmens, denn sowie wir Unendliches -(eines jedoch nach dem anderen, denn wir können Unendliches nicht zugleich -bejahen) mit derselben Fähigkeit des Wollens bejahen können, so können wir auch -unendliche Körper (nämlich einen nach dem anderen) mit derselben Fähigkeit des -Wahrnehmens wahrnehmen oder auffassen. Sagt man aber, es gebe Unendliches, was -wir nicht auffassen können, so erwidere ich, daß wir eben dieses durch kein -Denken und folglich durch keine Fähigkeit des Wollens erreichen können. Sagt man -aber, wenn Gott bewirken wollte, daß wir auch dies auffaßten, müßte er uns zwar -eine größere Auffassungsfähigkeit, aber keine größere Fähigkeit des Wollens -geben, als er gegeben hat, so ist das dasselbe, als wenn man sagte, es sei zwar -nötig, wenn Gott bewirken wollte, daß wir unendliche andere Seiende verständen, -daß er uns einen größeren Verstand gäbe, aber doch keine allgemeinere Idee des +unendlich ist. + +Zweitens kann man uns einwerfen, daß die Erfahrung nichts deutlicher zu lehren +scheint, als daß wir unser Urteil zurückhalten und den Dingen nicht beistimmen +können, welche wir auffassen. Dies wird auch dadurch bestätigt, daß man von +niemandem sagt, er täusche sich, sofern er etwas auffaßt, sondern nur, sofern er +beistimmt oder nicht beistimmt. Wer z. B. ein geflügeltes Pferd fingiert, gibt +deshalb nicht zu, daß es ein geflügeltes Pferd gibt, d.h. er ist deshalb nicht +getäuscht, wenn er nicht zugleich zugibt, daß es ein geflügeltes Pferd gibt. Die +Erfahrung scheint also nichts deutlicher zu lehren, als daß der Wille oder die +Fähigkeit, beizustimmen, frei und von der Fähigkeit des Erkennens verschieden +ist. + +Drittens kann man uns einwerfen, daß eine Bejahung nicht mehr Realität zu +enthalten scheint, als die andere, d.h. daß wir keines größeren Vermögens zu +bedürfen scheinen, um zu bejahen, daß das wahr sei, was wahr ist, als dazu, um +etwas, was falsch ist, als wahr zu behaupten. Wir nehmen aber wahr, daß eine +Idee mehr Realität oder Vollkommenheit als die andere hat, denn je vorzüglicher +einige Objekte sind als andere, um so vollkommener sind auch ihre Ideen als +andere, und hieraus scheint sich auch ein Unterschied zwischen Wille und +Verstand zu ergeben. + +Viertens kann man einwerfen, wenn der Mensch nicht nach der Freiheit des Willens +handelt, was wird also geschehen, wenn er im Gleichgewichte ist, wie Buridans +Esel? Wird er vor Hunger und Durst umkommen? Gebe ich dieses zu, so scheine ich +einen Esel oder einen Menschen aus Stein, nicht aber einen wirklichen Menschen +anzunehmen; leugne ich es aber, dann wird er, also sich selbst bestimmen und hat +folglich die Fähigkeit, zu gehen und zu tun, was er will. + +Außerdem kann man vielleicht noch andere Einwürfe machen; aber, weil ich nicht +verpflichtet bin, alles das zu erforschen, was ein jeder nur träumen mag, so +werde ich bloß auf diese Einwürfe antworten, und zwar möglichst kurz. + +In bezug auf den ersten sage ich, daß ich zugebe, daß der Wille sich weiter +erstreckt als der Verstand, wenn man unter Verstand nur die klaren und +deutlichen Ideen versteht; aber ich leugne, daß der Wille sich weiter erstreckt +als das Auffassen oder die Fähigkeit des Begreifens, und ich sehe wahrlich +nicht, warum die Fähigkeit des Willens eher als unendlich bezeichnet werden +soll, als die Fähigkeit des Wahrnehmens, denn sowie wir Unendliches (eines +jedoch nach dem anderen, denn wir können Unendliches nicht zugleich bejahen) mit +derselben Fähigkeit des Wollens bejahen können, so können wir auch unendliche +Körper (nämlich einen nach dem anderen) mit derselben Fähigkeit des Wahrnehmens +wahrnehmen oder auffassen. Sagt man aber, es gebe Unendliches, was wir nicht +auffassen können, so erwidere ich, daß wir eben dieses durch kein Denken und +folglich durch keine Fähigkeit des Wollens erreichen können. Sagt man aber, wenn +Gott bewirken wollte, daß wir auch dies auffaßten, müßte er uns zwar eine +größere Auffassungsfähigkeit, aber keine größere Fähigkeit des Wollens geben, +als er gegeben hat, so ist das dasselbe, als wenn man sagte, es sei zwar nötig, +wenn Gott bewirken wollte, daß wir unendliche andere Seiende verständen, daß er +uns einen größeren Verstand gäbe, aber doch keine allgemeinere Idee des Seienden, als er uns gegeben hat, um eben diese unendlichen Seienden zu umfassen; denn wir haben gezeigt, daß der Wille ein allgemeines Seiendes oder -eine Idee ist, wodurch wir alles einzelne wollen, d.h. was ihnen allen -gemeinsam ist, ausdrücken. Da man nun diese allen Willensakten gemeinsame oder -allgemeine Idee für eine Fähigkeit hält, so ist es kein Wunder, wenn man diese -Fähigkeit über die Grenzen des Verstandes hinaus ins Unendliche sich erstreckend -denkt. Denn das Allgemeine wird ebenso von einem, wie von mehreren und -unendlichen Individuen gesagt. Auf den zweiten Einwurf antworte ich dadurch, daß -ich nicht zugebe, daß wir die freie Macht haben, unser Urteil zurückzuhalten. -Denn wenn wir sagen, daß einer sein Urteil zurückhält, sagen wir nichts anderes, -als daß er sieht, daß er ein Ding nicht adäquat auffaßt. Das Zurückhalten des -Urteils ist also in der Tat ein Auffassen und nicht ein freier Wille. Um dieses -deutlicher einzusehen, nehmen wir z. B. einen Knaben, der sich ein Pferd -vorstellt und außerdem nichts anderes auffaßt. Da diese Vorstellung das Dasein -des Pferdes in sich schließt (nach Folgesatz zu Lehrsatz 17 dieses Teils), und -der Knabe nichts auffaßt, was das Dasein des Pferdes aufhebt, so wird er -notwendig das Pferd als gegenwärtig betrachten, und an seinem Dasein nicht -zweifeln können, obgleich er dessen nicht gewiß ist. Dies erfahren wir täglich -in den Träumen, und ich glaube nicht, daß jemand meinen wird, er habe, während -er träumt, die freie Macht, sein Urteil über das, was er träumt, zurückzuhalten, -und zu bewirken, daß er das, was er zu sehen träumt, nicht träume; dennoch -trifft es sich, daß wir auch im Traume unser Urteil zurückhalten, nämlich, wenn -wir träumen, daß wir träumen. Ferner gebe ich zu, daß niemand sich täuscht, -sofern er auffaßt, d.h. ich gebe zu, daß die Vorstellungen des Geistes, an sich -betrachtet, keinen Irrtum in sich schließen (siehe Anm. zu Lehrsatz 17 dieses -Teils), aber ich leugne, daß der Mensch nichts bejaht, sofern er auffaßt. Denn -was ist ein geflügeltes Pferd auffassen anderes, als bejahen, daß ein Pferd -Flügel habe? Denn wenn der Geist außer dem geflügelten Pferde nichts anderes -auffaßte, so würde er dies als ihm gegenwärtig betrachten, und keine Ursache -haben, an seinem Dasein zu zweifeln, auch keine Fähigkeit, nicht beizustimmen, -wenn nicht die Vorstellung des geflügelten Pferdes mit einer Idee verbunden ist, -welche das Dasein eben dieses Pferdes aufhebt; oder auch, weil er auffaßt, daß -die Idee des geflügelten Pferdes, welche er hat, inadäquat ist; dann wird er -notwendig das Dasein dieses Pferdes verneinen, oder notwendig daran zweifeln. +eine Idee ist, wodurch wir alles einzelne wollen, d.h. was ihnen allen gemeinsam +ist, ausdrücken. Da man nun diese allen Willensakten gemeinsame oder allgemeine +Idee für eine Fähigkeit hält, so ist es kein Wunder, wenn man diese Fähigkeit +über die Grenzen des Verstandes hinaus ins Unendliche sich erstreckend denkt. +Denn das Allgemeine wird ebenso von einem, wie von mehreren und unendlichen +Individuen gesagt. + +Auf den zweiten Einwurf antworte ich dadurch, daß ich nicht zugebe, daß wir die +freie Macht haben, unser Urteil zurückzuhalten. Denn wenn wir sagen, daß einer +sein Urteil zurückhält, sagen wir nichts anderes, als daß er sieht, daß er ein +Ding nicht adäquat auffaßt. Das Zurückhalten des Urteils ist also in der Tat ein +Auffassen und nicht ein freier Wille. Um dieses deutlicher einzusehen, nehmen +wir z. B. einen Knaben, der sich ein Pferd vorstellt und außerdem nichts anderes +auffaßt. Da diese Vorstellung das Dasein des Pferdes in sich schließt (nach +Folgesatz zu Lehrsatz 17 dieses Teils), und der Knabe nichts auffaßt, was das +Dasein des Pferdes aufhebt, so wird er notwendig das Pferd als gegenwärtig +betrachten, und an seinem Dasein nicht zweifeln können, obgleich er dessen nicht +gewiß ist. Dies erfahren wir täglich in den Träumen, und ich glaube nicht, daß +jemand meinen wird, er habe, während er träumt, die freie Macht, sein Urteil +über das, was er träumt, zurückzuhalten, und zu bewirken, daß er das, was er zu +sehen träumt, nicht träume; dennoch trifft es sich, daß wir auch im Traume unser +Urteil zurückhalten, nämlich, wenn wir träumen, daß wir träumen. Ferner gebe ich +zu, daß niemand sich täuscht, sofern er auffaßt, d.h. ich gebe zu, daß die +Vorstellungen des Geistes, an sich betrachtet, keinen Irrtum in sich schließen +(siehe Anm. zu Lehrsatz 17 dieses Teils), aber ich leugne, daß der Mensch nichts +bejaht, sofern er auffaßt. Denn was ist ein geflügeltes Pferd auffassen anderes, +als bejahen, daß ein Pferd Flügel habe? Denn wenn der Geist außer dem +geflügelten Pferde nichts anderes auffaßte, so würde er dies als ihm gegenwärtig +betrachten, und keine Ursache haben, an seinem Dasein zu zweifeln, auch keine +Fähigkeit, nicht beizustimmen, wenn nicht die Vorstellung des geflügelten +Pferdes mit einer Idee verbunden ist, welche das Dasein eben dieses Pferdes +aufhebt; oder auch, weil er auffaßt, daß die Idee des geflügelten Pferdes, +welche er hat, inadäquat ist; dann wird er notwendig das Dasein dieses Pferdes +verneinen, oder notwendig daran zweifeln. + Hiermit glaube ich auch auf den dritten Einwurf geantwortet zu haben, nämlich, daß der Wille etwas allgemeines sei, was allen Ideen beigelegt wird, und daß er nur dasjenige bezeichnet, was allen Ideen gemeinsam ist, nämlich die Bejahung, @@ -146,50 +163,56 @@ Seiende zum Nichtseienden; denn in den Ideen ist nichts Positives, was die Form der Falschheit bildet (siehe Lehrsatz 35 dieses Teils mit der Anm. und Anm. zu Lehrsatz 46 dieses Teils). Es ist hier also besonders darauf aufmerksam zu machen, wie leicht man sich täuscht, wenn man das Allgemeine mit dem Einzelnen, -und das Seiende und Abstrakte der Vernunft mit dem Realen vermengt. Was endlich -den vierten Einwurf betrifft, so sage ich, daß ich völlig zugebe, daß der in -einem solchen Gleichgewichte befindliche Mensch (der nämlich nichts anderes als -Durst und Hunger und solche Speise und solchen Trank wahrnimmt, welche -gleichweit von ihm entfernt sind) vor Hunger und Durst umkommen wird. Fragt man -mich, ob ein solcher Mensch nicht eher für einen Esel als für einen Menschen -anzuschlagen sei, antworte ich, daß ich es nicht weiß, wie ich auch nicht weiß, -wie hoch der anzuschlagen ist, der sich erhängt, und wie hoch Kinder, Narren, -Wahnsinnige u. dgl. m. anzuschlagen sind. +und das Seiende und Abstrakte der Vernunft mit dem Realen vermengt. + +Was endlich den vierten Einwurf betrifft, so sage ich, daß ich völlig zugebe, +daß der in einem solchen Gleichgewichte befindliche Mensch (der nämlich nichts +anderes als Durst und Hunger und solche Speise und solchen Trank wahrnimmt, +welche gleichweit von ihm entfernt sind) vor Hunger und Durst umkommen wird. +Fragt man mich, ob ein solcher Mensch nicht eher für einen Esel als für einen +Menschen anzuschlagen sei, antworte ich, daß ich es nicht weiß, wie ich auch +nicht weiß, wie hoch der anzuschlagen ist, der sich erhängt, und wie hoch +Kinder, Narren, Wahnsinnige u. dgl. m. anzuschlagen sind. Es ist nun noch anzugeben, wieviel die Erkenntnis dieser Lehre für das Leben -nützt, was wir aus Folgendem leicht ersehen werden. Nämlich 1. insofern sie uns -lehrt, daß wir nach dem bloßen Befehle Gottes handeln und der göttlichen Natur -teilhaftig sind, und zwar um so mehr, je vollkommener unsere Handlungen sind und -je mehr wir Gott erkennen. Diese Lehre hat also abgesehen davon, daß sie die -Seele auf alle Weise beruhigt, noch den Vorzug, daß sie uns lehrt, worin unser -höchstes Glück oder unsere Seligkeit besteht, nämlich in der alleinigen -Erkenntnis Gottes, welche uns dahin führt, daß wir nur das tun, was Liebe und -Frömmigkeit heischen. Hieraus sehen wir klar, wie weit diejenigen von der wahren -Schätzung der Tugend entfernt sind, die für die Tugend und die rechtschaffenen -Handlungen wie für den größten Dienst von Gott mit den höchsten Belohnungen -ausgestattet zu werden hoffen, als ob die Tugend selbst und der Dienst Gottes -nicht das Glück selbst und die höchste Freiheit wäre. - -1. Insofern sie uns lehrt, wie wir uns bei Schicksalen, oder bei dem, - -was nicht in unserer Macht steht, d.h. bei Dingen, welche nicht aus unserer -Natur folgen, verhalten müssen, nämlich die gute und die böse Seite des -Schicksals mit Gleichmut erwarten und tragen, weil alles nach dem ewigen -Beschlüsse Gottes mit derselben Notwendigkeit erfolgt, wie aus dem Wesen des -Dreiecks folgt, daß seine drei Winkel gleich zwei rechten sind. 3. Fördert diese -Lehre das soziale Leben, sofern sie uns lehrt, niemanden zu hassen, zu -verachten, zu verspotten, niemand zu zürnen, niemand zu beneiden. Außerdem, -sofern sie lehrt, daß jeder mit dem Seinigen zufrieden, auch dem Nächsten -hilfreich sein soll, nicht aus weibischem Mitleide, Parteilichkeit, noch aus -Aberglauben, sondern bloß gemäß der Leitung der Vernunft, wie nämlich Zeit und -Umstände es erfordern, und wie ich im dritten Teile zeigen werbe. 4. Endlich -fördert diese Lehre auch nicht wenig die Gemeinschaft, sofern sie lehrt, auf -welche Weise die Bürger zu regieren und zu leiten sind, daß sie nämlich nicht -knechtisch, sondern frei, ein jeder das Beste tun. Hiermit habe ich das -beendigt, was ich in dieser Anmerkung abhandeln wollte, und so schließe ich -diesen unseren zweiten Teil, womit ich glaube, die Natur des menschlichen -Geistes und seine Eigenschaften ausführlich genug und, soweit es die -Schwierigkeit der Sache gestattet, klar auseinandergesetzt und derartiges +nützt, was wir aus Folgendem leicht ersehen werden. Nämlich + +1. insofern sie uns lehrt, daß wir nach dem bloßen Befehle Gottes handeln und + der göttlichen Natur teilhaftig sind, und zwar um so mehr, je vollkommener + unsere Handlungen sind und je mehr wir Gott erkennen. Diese Lehre hat also + abgesehen davon, daß sie die Seele auf alle Weise beruhigt, noch den Vorzug, + daß sie uns lehrt, worin unser höchstes Glück oder unsere Seligkeit besteht, + nämlich in der alleinigen Erkenntnis Gottes, welche uns dahin führt, daß wir + nur das tun, was Liebe und Frömmigkeit heischen. Hieraus sehen wir klar, wie + weit diejenigen von der wahren Schätzung der Tugend entfernt sind, die für + die Tugend und die rechtschaffenen Handlungen wie für den größten Dienst von + Gott mit den höchsten Belohnungen ausgestattet zu werden hoffen, als ob die + Tugend selbst und der Dienst Gottes nicht das Glück selbst und die höchste + Freiheit wäre. + +2. Insofern sie uns lehrt, wie wir uns bei Schicksalen, oder bei dem, was nicht + in unserer Macht steht, d.h. bei Dingen, welche nicht aus unserer Natur + folgen, verhalten müssen, nämlich die gute und die böse Seite des Schicksals + mit Gleichmut erwarten und tragen, weil alles nach dem ewigen Beschlüsse + Gottes mit derselben Notwendigkeit erfolgt, wie aus dem Wesen des Dreiecks + folgt, daß seine drei Winkel gleich zwei rechten sind. + +3. Fördert diese Lehre das soziale Leben, sofern sie uns lehrt, niemanden zu + hassen, zu verachten, zu verspotten, niemand zu zürnen, niemand zu beneiden. + Außerdem, sofern sie lehrt, daß jeder mit dem Seinigen zufrieden, auch dem + Nächsten hilfreich sein soll, nicht aus weibischem Mitleide, Parteilichkeit, + noch aus Aberglauben, sondern bloß gemäß der Leitung der Vernunft, wie + nämlich Zeit und Umstände es erfordern, und wie ich im dritten Teile zeigen + werbe. + +4. Endlich fördert diese Lehre auch nicht wenig die Gemeinschaft, sofern sie + lehrt, auf welche Weise die Bürger zu regieren und zu leiten sind, daß sie + nämlich nicht knechtisch, sondern frei, ein jeder das Beste tun. + +Hiermit habe ich das beendigt, was ich in dieser Anmerkung abhandeln wollte, und +so schließe ich diesen unseren zweiten Teil, womit ich glaube, die Natur des +menschlichen Geistes und seine Eigenschaften ausführlich genug und, soweit es +die Schwierigkeit der Sache gestattet, klar auseinandergesetzt und derartiges dargelegt zu haben, woraus viel Treffliches, höchst Nützliches und zu wissen Notwendiges geschlossen werden kann, wie sich zum Teil aus dem Folgenden ergeben wird. diff --git a/data/de_stern/2p40sc2.md b/data/de_stern/2p40sc2.md @@ -1,41 +1,36 @@ -Aus allem, was im vorstehenden gesagt ist, erhellt deutlich, daß -wir vieles erfassen und allgemeine Begriffe bilden. +Aus allem, was im vorstehenden gesagt ist, erhellt deutlich, daß wir vieles +erfassen und allgemeine Begriffe bilden. 1. Aus den Einzeldingen, die durch die Sinne verstümmelt, verworren und ohne - Ordnung sich dem Verstand darstellen (s. Zusatz zu Lehrsatz 29 dieses Teils). - Daher pflege ich eine solche Auffassung »Erkenntnis aus vager Erfahrung« zu - nennen; + Ordnung sich dem Verstand darstellen (s. Zusatz zu Lehrsatz 29 dieses + Teils). Daher pflege ich eine solche Auffassung »Erkenntnis aus vager + Erfahrung« zu nennen; 2. aus Zeichen, z.B. daraus, daß wir beim Hören oder Lesen von Worten uns der betreffenden Dinge erinnern und gewisse Ideen von ihnen bilden, denen ähnlich, durch welche wir die Dinge vorstellen (s. Zusatz zu Lehrsatz 18 - dieses Teils). + dieses Teils). Diese beiden Arten, die Dinge zu betrachten, werde ich + künftig *Erkenntnis erster Gattung, Meinung* oder *Vorstellung* nennen; -Diese beiden Arten, die Dinge zu betrachten, werde ich künftig -*Erkenntnis erster Gattung, Meinung* oder *Vorstellung* nennen; - -1. endlich daraus, daß wir Gemeinbegriffe und adäquate Ideen von den +3. endlich daraus, daß wir Gemeinbegriffe und adäquate Ideen von den Eigenschaften der Dinge haben (s. Zusatz zu Lehrsatz 38, Lehrsatz 39 und - dessen Zusatz und Lehrsatz 40 dieses Teils). - -Diese Art werde ich *Vernunft* oder *Erkenntnis zweiter Gattung* nennen. + dessen Zusatz und Lehrsatz 40 dieses Teils). Diese Art werde ich *Vernunft* + oder *Erkenntnis zweiter Gattung* nennen. -Außer diesen zwei Erkenntnisgattungen gibt es, wie ich im folgenden -zeigen werde, noch eine andere *dritte* welche ich das *intuitive -Wissen* nennen werde. Diese Gattung des Erkennens schreitet von der -adäquaten Idee des formalen Wesens einiger Attribute Gottes zur -adäquaten Erkenntnis des Wesens der Dinge. Das alles will ich an einem -Beispiel erläutern. Es sind z.B. drei Zahlen gegeben, um eine vierte zu -erhalten, welche sich zur dritten verhält wie die zweite zur ersten. Ein -Kaufmann wird ohne Bedenken die zweite mit der dritten multiplizieren -und das Produkt mit der ersten dividieren. Er hat nämlich noch nicht -vergessen, was er vom Lehrer, ohne irgendeinen Beweis, gehört hat; oder -er hat es an sehr einfachen Zahlen erprobt; oder aufGrund des -Beweises im 7. Buch, Lehrsatz 19 des Euklid, nämlich aus der allgemeinen -Eigenschaft der Proportionen. Bei sehr einfachen Zahlen dagegen bedarf -es dergleichen nicht. Wenn z.B. die Zahlen 1, 2, 3 gegeben sind, so -sieht jeder, daß die vierte Proportionszahl 6 ist, und das viel -deutlicher, weil wir aus dem Verhältnis selbst zwischen der ersten und -der zweiten Zahl, das wir auf den ersten Blick (intuitiv) wahrnehmen, -die vierte folgern. +Außer diesen zwei Erkenntnisgattungen gibt es, wie ich im folgenden zeigen +werde, noch eine andere *dritte* welche ich das *intuitive Wissen* nennen werde. +Diese Gattung des Erkennens schreitet von der adäquaten Idee des formalen Wesens +einiger Attribute Gottes zur adäquaten Erkenntnis des Wesens der Dinge. Das +alles will ich an einem Beispiel erläutern. Es sind z.B. drei Zahlen gegeben, um +eine vierte zu erhalten, welche sich zur dritten verhält wie die zweite zur +ersten. Ein Kaufmann wird ohne Bedenken die zweite mit der dritten +multiplizieren und das Produkt mit der ersten dividieren. Er hat nämlich noch +nicht vergessen, was er vom Lehrer, ohne irgendeinen Beweis, gehört hat; oder er +hat es an sehr einfachen Zahlen erprobt; oder aufGrund des Beweises im 7. Buch, +Lehrsatz 19 des Euklid, nämlich aus der allgemeinen Eigenschaft der +Proportionen. Bei sehr einfachen Zahlen dagegen bedarf es dergleichen nicht. +Wenn z.B. die Zahlen 1, 2, 3 gegeben sind, so sieht jeder, daß die vierte +Proportionszahl 6 ist, und das viel deutlicher, weil wir aus dem Verhältnis +selbst zwischen der ersten und der zweiten Zahl, das wir auf den ersten Blick +(intuitiv) wahrnehmen, die vierte folgern. diff --git a/data/de_stern/2p49csc.md b/data/de_stern/2p49csc.md @@ -86,7 +86,9 @@ handelt, was wird dann geschehen, wenn er im Gleichgewicht ist, wie Buridans Esel? Wird er verhungern und verdursten? Gebe ich dieses zu, so scheine ich einen Esel oder Menschen von Stein, nicht aber einen wirklichen Menschen zu begreifen; leugne ich es aber, so folgt, daß der Mensch sich selbst bestimmt, -und er hat also die Fähigkeit, zu gehen und zu tun, wohin und was er will. &#x2013; +und er hat also die Fähigkeit, zu gehen und zu tun, wohin und was er will. +&#x2013; + Außerdem kann vielleicht noch manches andere eingewendet werden. Da ich aber nicht verpflichtet bin, alle möglichen Träumereien zusammenzutragen, so werde ich nur die erwähnten Einwürfe zu beantworten suchen, und zwar so kurz als @@ -118,8 +120,8 @@ durchaus kein Wunder, wenn man sagt, diese Fähigkeit erstrecke sich über die Grenzen des Verstandes hinaus ins unendliche. Denn das allgemeine gilt ebenso von einem wie von vielen und von unendlichen Individuen. -Auf den *zweiten* Einwand antworte ich damit, daß ich bestreite, daß wir die freie -Macht haben, unser Urteil zurückzuhalten. Denn wenn wir sagen, ein Urteil +Auf den *zweiten* Einwand antworte ich damit, daß ich bestreite, daß wir die +freie Macht haben, unser Urteil zurückzuhalten. Denn wenn wir sagen, ein Urteil zurückhalten, so sagen wir nichts anderes, als daß der Betreffende sieht, daß er die Sache nicht adäquat erfaßt. Das Zurückhalten des Urteils ist also in Wirklichkeit ein Auffassen und kein freies Wollen. Um dies deutlicher @@ -133,8 +135,8 @@ im Traum, und ich glaube nicht, daß irgend jemand glaubt, er habe, während er träumt, die freie Macht, sein Urteil über das, wovon er träumt, zurückzuhalten und zu bewirken, daß er das, was er zu sehen träumt, nicht träume. Dennoch kommt es vor, daß wir auch im Traum das Urteil zurückhalten, nämlich wenn wir träumen, -daß wir träumen. &#x2013; Ich gebe ferner zu, daß niemand getäuscht wird, sofern er -auffaßt, d.h., ich gebe zu, daß die Vorstellungen des Geistes, an sich +daß wir träumen. &#x2013; Ich gebe ferner zu, daß niemand getäuscht wird, sofern +er auffaßt, d.h., ich gebe zu, daß die Vorstellungen des Geistes, an sich betrachtet, keinen Irrtum in sich schließen (s. Anmerkung zu Lehrsatz 17 dieses Teils); aber ich bestreite, daß der Mensch nichts bejahe, sofern er auffaßt. Denn was ist ein geflügeltes Pferd auffassen anders, als bejahen, daß ein Pferd @@ -148,25 +150,25 @@ Pferdes, welche er hat, nicht adäquat ist. In diesem Falle aber wird er entwede die Existenz eines solchen Pferdes notwendig leugnen oder notwendig an derselben zweifeln. -Damit glaube ich auch auf den *dritten* Einwand geantwortet zu haben, nämlich daß -der Wille etwas Allgemeines ist, welches allen Ideen beigelegt wird und nur das -bezeichnet, was allen Ideen gemein ist, nämlich die Bejahung, deren adäquates -Wesen, sofern sie so abstrakt begriffen wird, deshalb in jeder Idee sein muß und -nur in dieser Hinsicht in allen dieselbe; nicht aber, sofern sie als das Wesen -der Idee ausmachend betrachtet wird, denn insofern unterscheiden sich die -einzelnen Bejahungen ebenso untereinander wie die Ideen selbst. Zum Beispiel die -Bejahung, welche die Idee des Kreises in sich schließt, unterscheidet sich von -jener, welche die Idee des Dreiecks in sich schließt, ebenso wie die Idee des -Kreises von der Idee des Dreiecks. Weiter bestreite ich entschieden, daß wir des -gleichen Denkvermögens bedürfen, um zu bejahen, daß wahr sei, was wahr ist, als -zu bejahen, daß wahr sei, was falsch ist. Denn diese beiden Bejahungen verhalten -sich, wenn man auf den Geist sieht, zueinander wie Sein zu Nichtsein. Denn es -ist in den Ideen nichts Positives, was die Form der Falschheit ausmacht (s. -Lehrsatz 35 dieses Teils mit seiner Anmerkung und die Anmerkung zu Lehrsatz 47 -dieses Teils). Es ist hier deshalb besonders darauf aufmerksam zu machen, wie -leicht man sich täuscht, wenn man das Allgemeine mit dem Einzelnen und die -Dinge, welche nur in der Vernunft sind, das Abstrakte, mit den wirklichen Dingen -vermengt. +Damit glaube ich auch auf den *dritten* Einwand geantwortet zu haben, nämlich +daß der Wille etwas Allgemeines ist, welches allen Ideen beigelegt wird und nur +das bezeichnet, was allen Ideen gemein ist, nämlich die Bejahung, deren +adäquates Wesen, sofern sie so abstrakt begriffen wird, deshalb in jeder Idee +sein muß und nur in dieser Hinsicht in allen dieselbe; nicht aber, sofern sie +als das Wesen der Idee ausmachend betrachtet wird, denn insofern unterscheiden +sich die einzelnen Bejahungen ebenso untereinander wie die Ideen selbst. Zum +Beispiel die Bejahung, welche die Idee des Kreises in sich schließt, +unterscheidet sich von jener, welche die Idee des Dreiecks in sich schließt, +ebenso wie die Idee des Kreises von der Idee des Dreiecks. Weiter bestreite ich +entschieden, daß wir des gleichen Denkvermögens bedürfen, um zu bejahen, daß +wahr sei, was wahr ist, als zu bejahen, daß wahr sei, was falsch ist. Denn diese +beiden Bejahungen verhalten sich, wenn man auf den Geist sieht, zueinander wie +Sein zu Nichtsein. Denn es ist in den Ideen nichts Positives, was die Form der +Falschheit ausmacht (s. Lehrsatz 35 dieses Teils mit seiner Anmerkung und die +Anmerkung zu Lehrsatz 47 dieses Teils). Es ist hier deshalb besonders darauf +aufmerksam zu machen, wie leicht man sich täuscht, wenn man das Allgemeine mit +dem Einzelnen und die Dinge, welche nur in der Vernunft sind, das Abstrakte, mit +den wirklichen Dingen vermengt. Was endlich den *vierten* Einwand anbelangt, so sage ich, daß ich vollständig zugebe, daß ein Mensch, der sich in einer solchen Gleichgewichtlage befindet @@ -180,38 +182,38 @@ für was Kinder, Toren und Wahnsinnige zu halten sind. Es erübrigt noch anzugeben, wie nützlich die Erkenntnis dieser Lehre für das praktische Leben ist. Es ist dies leicht aus folgendem ersichtlich: -1. Lehrt sie, daß wir nach der bloßen Willensmeinung Gottes handeln und der - göttlichen Natur teilhaftig sind, und das um so mehr, je mehr Vollkommenheit - unsere Handlungen haben und je mehr und mehr wir Gott erkennen. Diese Lehre - hat also neben dem, daß sie dem Gemüt vollständige Beruhigung verschafft, - auch noch das Gute, daß sie uns das lehrt, worin unser höchstes Glück oder - unsere Glückseligkeit besteht, nämlich in der bloßen Erkenntnis Gottes, durch - welche wir veranlagt werden nur das zu tun, was Liebe und Frömmigkeit - heischen. Daraus ersehen wir klar, wie weit jene von der wahren Schätzung der - Tugend entfernt sind, die für Tugend und gute Handlungen wie für sehr schwere - Dienstleistungen die höchsten Belohnungen von Gott erwarten; als ob die - Tugend und der Dienst Gottes nicht selbst schon das Glück und die höchste - Freiheit wären. - -2. Lehrt sie, wie wir uns gegen die Fügungen des Schicksals oder das, was nicht - in unserer Macht steht, das ist, gegen die Dinge, die nicht aus unserer Natur - folgen, verhalten müssen, nämlich: das eine wie das andere Antlitz des - Schicksals mit Gleichmut erwarten und ertragen; weil ja alles aus dem ewigen - Ratschluß Gottes mit derselben Notwendigkeit folgt, wie aus dem Wesen des - Dreiecksfolgt, daß seine Winkel zwei rechten Winkeln gleich sind. - -3. Fördert diese Lehre das gesellschaftliche Leben, sofern sie lehrt, niemand zu - hassen, zu verachten, zu verspotten, auf niemand zu zürnen, niemand zu - beneiden; und sofern sie weiter lehrt, daß jeder sich mit dem Seinigen - begnüge und dem Nebenmenschen hilfreich beistehe, nicht aus weibischem - Mitleid, aus Parteilichkeit oder aus Aberglauben, sondern lediglich nach - Anleitung der Vernunft, je nachdem es Zeit und Umstände erfordern, wie ich im - dritten Teil zeigen werde. - -4. Endlich fördert diese Lehre auch nicht wenig das staatliche Gemeinwesen, - sofern sie lehrt, auf welche Weise die Bürger zu regieren und zu leiten sind, - nämlich so, daß sie nicht knechtisch gehorchen, sondern aus freiem Antrieb - das Gute tun. +1. Lehrt sie, daß wir nach der bloßen Willensmeinung Gottes handeln und der + göttlichen Natur teilhaftig sind, und das um so mehr, je mehr Vollkommenheit + unsere Handlungen haben und je mehr und mehr wir Gott erkennen. Diese Lehre + hat also neben dem, daß sie dem Gemüt vollständige Beruhigung verschafft, + auch noch das Gute, daß sie uns das lehrt, worin unser höchstes Glück oder + unsere Glückseligkeit besteht, nämlich in der bloßen Erkenntnis Gottes, durch + welche wir veranlagt werden nur das zu tun, was Liebe und Frömmigkeit + heischen. Daraus ersehen wir klar, wie weit jene von der wahren Schätzung der + Tugend entfernt sind, die für Tugend und gute Handlungen wie für sehr schwere + Dienstleistungen die höchsten Belohnungen von Gott erwarten; als ob die + Tugend und der Dienst Gottes nicht selbst schon das Glück und die höchste + Freiheit wären. + +2. Lehrt sie, wie wir uns gegen die Fügungen des Schicksals oder das, was nicht + in unserer Macht steht, das ist, gegen die Dinge, die nicht aus unserer Natur + folgen, verhalten müssen, nämlich: das eine wie das andere Antlitz des + Schicksals mit Gleichmut erwarten und ertragen; weil ja alles aus dem ewigen + Ratschluß Gottes mit derselben Notwendigkeit folgt, wie aus dem Wesen des + Dreiecksfolgt, daß seine Winkel zwei rechten Winkeln gleich sind. + +3. Fördert diese Lehre das gesellschaftliche Leben, sofern sie lehrt, niemand zu + hassen, zu verachten, zu verspotten, auf niemand zu zürnen, niemand zu + beneiden; und sofern sie weiter lehrt, daß jeder sich mit dem Seinigen + begnüge und dem Nebenmenschen hilfreich beistehe, nicht aus weibischem + Mitleid, aus Parteilichkeit oder aus Aberglauben, sondern lediglich nach + Anleitung der Vernunft, je nachdem es Zeit und Umstände erfordern, wie ich im + dritten Teil zeigen werde. + +4. Endlich fördert diese Lehre auch nicht wenig das staatliche Gemeinwesen, + sofern sie lehrt, auf welche Weise die Bürger zu regieren und zu leiten + sind, nämlich so, daß sie nicht knechtisch gehorchen, sondern aus freiem + Antrieb das Gute tun. Damit habe ich erledigt, was ich in dieser Anmerkung zu behandeln mir vorgesetzt hatte, und so schließe ich hiermit diesen unsern zweiten Teil. Ich glaube, darin diff --git a/data/en_elwes/2p40sc2.md b/data/en_elwes/2p40sc2.md @@ -1,39 +1,38 @@ -From all that has been said above it is clear, that -we, in many cases, perceive and form our general notions:&#x2013;(1.) -From particular things represented to our intellect -fragmentarily, confusedly, and without order through our senses -(II. xxix. Coroll.); I have settled to call such perceptions by -the name of knowledge from the mere suggestions of experience.[4] +From all that has been said above it is clear, that we, in many cases, perceive +and form our general notions:&#x2013; + +1. From particular things represented to our intellect fragmentarily, + confusedly, and without order through our senses (II. xxix. Coroll.); I have + settled to call such perceptions by the name of knowledge from the mere + suggestions of experience.[4] [4] A Baconian phrase. Nov. Org. Aph. 100. [Pollock, p. 126, n.] -(2.) From symbols, e.g., from the fact of having read or heard -certain words we remember things and form certain ideas -concerning them, similar to those through which we imagine things -(II. xviii. note). I shall call both these ways of regarding -things knowledge of the first kind, opinion, or imagination. -(3.) From the fact that we have notions common to all men, and -adequate ideas of the properties of things (II. xxxviii. Coroll., -xxxix. and Coroll. and xl.); this I call reason and knowledge of -the second kind. Besides these two kinds of knowledge, there is, -as I will hereafter show, a third kind of knowledge, which we -will call intuition. This kind of knowledge proceeds from an -adequate idea of the absolute essence of certain attributes of -God to the adequate knowledge of the essence of things. I will -illustrate all three kinds of knowledge by a single example. -Three numbers are given for finding a fourth, which shall be to -the third as the second is to the first. Tradesmen without -hesitation multiply the second by the third, and divide the -product by the first; either because they have not forgotten the -rule which they received from a master without any proof, or -because they have often made trial of it with simple numbers, or -by virtue of the proof of the nineteenth proposition of the -seventh book of Euclid, namely, in virtue of the general property -of proportionals. +2. From symbols, e.g., from the fact of having read or heard certain words we + remember things and form certain ideas concerning them, similar to those + through which we imagine things (II. xviii. note). I shall call both these + ways of regarding things knowledge of the first kind, opinion, or + imagination. + +3. From the fact that we have notions common to all men, and adequate ideas of + the properties of things (II. xxxviii. Coroll., xxxix. and Coroll. and xl.); + this I call reason and knowledge of the second kind. + +Besides these two kinds of knowledge, there is, as I will hereafter show, a +third kind of knowledge, which we will call intuition. This kind of knowledge +proceeds from an adequate idea of the absolute essence of certain attributes of +God to the adequate knowledge of the essence of things. I will illustrate all +three kinds of knowledge by a single example. Three numbers are given for +finding a fourth, which shall be to the third as the second is to the first. +Tradesmen without hesitation multiply the second by the third, and divide the +product by the first; either because they have not forgotten the rule which they +received from a master without any proof, or because they have often made trial +of it with simple numbers, or by virtue of the proof of the nineteenth +proposition of the seventh book of Euclid, namely, in virtue of the general +property of proportionals. -But with very simple numbers there is no need of this. For -instance, one, two, three, being given, everyone can see that the -fourth proportional is six; and this is much clearer, because we -infer the fourth number from an intuitive grasping of the ratio, -which the first bears to the second. +But with very simple numbers there is no need of this. For instance, one, two, +three, being given, everyone can see that the fourth proportional is six; and +this is much clearer, because we infer the fourth number from an intuitive +grasping of the ratio, which the first bears to the second. diff --git a/data/en_elwes/2p49csc.md b/data/en_elwes/2p49csc.md @@ -1,250 +1,207 @@ -We have thus removed the cause which is commonly -assigned for error. For we have shown above, that falsity -consists solely in the privation of knowledge involved in ideas -which are fragmentary and confused. Wherefore, a false idea, -inasmuch as it is false, does not involve certainty. When we -say, then, that a man acquiesces in what is false, and that he -has no doubts on the subject, we do not say that he is certain, -but only that he does not doubt, or that he acquiesces in what is -false, inasmuch as there are no reasons, which should cause his -imagination to waver (see II. xliv. note). Thus, although the -man be assumed to acquiesce in what is false, we shall never say -that he is certain. For by certainty we mean something positive -(II. xliii. and note), not merely the absence of doubt. - -However, in order that the foregoing proposition may be fully -explained, I will draw attention to a few additional points, and -I will furthermore answer the objections which may be advanced -against our doctrine. Lastly, in order to remove every scruple, -I have thought it worth while to point out some of the -advantages, which follow therefrom. I say "some," for they will -be better appreciated from what we shall set forth in the fifth -part. - -I begin, then, with the first point, and warn my readers to -make an accurate distinction between an idea, or conception of -the mind, and the images of things which we imagine. It is -further necessary that they should distinguish between idea and -words, whereby we signify things. These three&#x2013;namely, images, -words, and ideas&#x2013;are by many persons either entirely confused -together, or not distinguished with sufficient accuracy or care, -and hence people are generally in ignorance, how absolutely -necessary is a knowledge of this doctrine of the will, both for -philosophic purposes and for the wise ordering of life. Those -who think that ideas consist in images which are formed in us by -contact with external bodies, persuade themselves that the ideas -of those things, whereof we can form no mental picture, are not -ideas, but only figments, which we invent by the free decree of -our will; they thus regard ideas as though they were inanimate -pictures on a panel, and, filled with this misconception, do not -see that an idea, inasmuch as it is an idea, involves an -affirmation or negation. Again, those who confuse words with -ideas, or with the affirmation which an idea involves, think that -they can wish something contrary to what they feel, affirm, or -deny. This misconception will easily be laid aside by one, who -reflects on the nature of knowledge, and seeing that it in no -wise involves the conception of extension, will therefore clearly -understand, that an idea (being a mode of thinking) does not -consist in the image of anything, nor in words. The essence of -words and images is put together by bodily motions, which in no -wise involve the conception of thought. - -These few words on this subject will suffice: I will -therefore pass on to consider the objections, which may be raised -against our doctrine. Of these, the first is advanced by those, -who think that the will has a wider scope than the understanding, -and that therefore it is different therefrom. The reason for -their holding the belief, that the will has wider scope than the -understanding, is that they assert, that they have no need of an -increase in their faculty of assent, that is of affirmation or -negation, in order to assent to an infinity of things which we do -not perceive, but that they have need of an increase in their -faculty of understanding. The will is thus distinguished from +We have thus removed the cause which is commonly assigned for error. For we have +shown above, that falsity consists solely in the privation of knowledge involved +in ideas which are fragmentary and confused. Wherefore, a false idea, inasmuch +as it is false, does not involve certainty. When we say, then, that a man +acquiesces in what is false, and that he has no doubts on the subject, we do not +say that he is certain, but only that he does not doubt, or that he acquiesces +in what is false, inasmuch as there are no reasons, which should cause his +imagination to waver (see II. xliv. note). Thus, although the man be assumed to +acquiesce in what is false, we shall never say that he is certain. For by +certainty we mean something positive (II. xliii. and note), not merely the +absence of doubt. + +However, in order that the foregoing proposition may be fully explained, I will +draw attention to a few additional points, and I will furthermore answer the +objections which may be advanced against our doctrine. Lastly, in order to +remove every scruple, I have thought it worth while to point out some of the +advantages, which follow therefrom. I say "some," for they will be better +appreciated from what we shall set forth in the fifth part. + +I begin, then, with the first point, and warn my readers to make an accurate +distinction between an idea, or conception of the mind, and the images of things +which we imagine. It is further necessary that they should distinguish between +idea and words, whereby we signify things. These three&#x2013;namely, images, +words, and ideas&#x2013;are by many persons either entirely confused together, +or not distinguished with sufficient accuracy or care, and hence people are +generally in ignorance, how absolutely necessary is a knowledge of this doctrine +of the will, both for philosophic purposes and for the wise ordering of life. +Those who think that ideas consist in images which are formed in us by contact +with external bodies, persuade themselves that the ideas of those things, +whereof we can form no mental picture, are not ideas, but only figments, which +we invent by the free decree of our will; they thus regard ideas as though they +were inanimate pictures on a panel, and, filled with this misconception, do not +see that an idea, inasmuch as it is an idea, involves an affirmation or +negation. Again, those who confuse words with ideas, or with the affirmation +which an idea involves, think that they can wish something contrary to what they +feel, affirm, or deny. This misconception will easily be laid aside by one, who +reflects on the nature of knowledge, and seeing that it in no wise involves the +conception of extension, will therefore clearly understand, that an idea (being +a mode of thinking) does not consist in the image of anything, nor in words. The +essence of words and images is put together by bodily motions, which in no wise +involve the conception of thought. + +These few words on this subject will suffice: I will therefore pass on to +consider the objections, which may be raised against our doctrine. + +Of these, the first is advanced by those, who think that the will has a wider +scope than the understanding, and that therefore it is different therefrom. The +reason for their holding the belief, that the will has wider scope than the +understanding, is that they assert, that they have no need of an increase in +their faculty of assent, that is of affirmation or negation, in order to assent +to an infinity of things which we do not perceive, but that they have need of an +increase in their faculty of understanding. The will is thus distinguished from the intellect, the latter being finite and the former infinite. -Secondly, it may be objected that experience seems to teach us -especially clearly, that we are able to suspend our judgment -before assenting to things which we perceive; this is confirmed -by the fact that no one is said to be deceived, in so far as he -perceives anything, but only in so far as he assents or dissents. - -For instance, he who feigns a winged horse, does not -therefore admit that a winged horse exists; that is, he is not -deceived, unless he admits in addition that a winged horse does -exist. Nothing therefore seems to be taught more clearly by -experience, than that the will or faculty of assent is free and -different from the faculty of understanding. Thirdly, it may be -objected that one affirmation does not apparently contain more -reality than another; in other words, that we do not seem to -need for affirming, that what is true is true, any greater power -than for affirming, that what is false is true. We have, -however, seen that one idea has more reality or perfection than -another, for as objects are some more excellent than others, so -also are the ideas of them some more excellent than others; this -also seems to point to a difference between the understanding and -the will. Fourthly, it may be objected, if man does not act from -free will, what will happen if the incentives to action are -equally balanced, as in the case of Buridan's ass? Will he -perish of hunger and thirst? If I say that he would, I shall -seem to have in my thoughts an ass or the statue of a man rather -than an actual man. If I say that he would not, he would then -determine his own action, and would consequently possess the -faculty of going and doing whatever he liked. Other objections -might also be raised, but, as I am not bound to put in evidence -everything that anyone may dream, I will only set myself to the -task of refuting those I have mentioned, and that as briefly as -possible. - -To the first objection I answer, that I admit that the will -has a wider scope than the understanding, if by the understanding -be meant only clear and distinct ideas; but I deny that the will -has a wider scope than the perceptions, and the faculty of -forming conceptions; nor do I see why the faculty of volition -should be called infinite, any more than the faculty of feeling: -for, as we are able by the same faculty of volition to affirm an -infinite number of things (one after the other, for we cannot -affirm an infinite number simultaneously), so also can we, by the -same faculty of feeling, feel or perceive (in succession) an -infinite number of bodies. If it be said that there is an -infinite number of things which we cannot perceive, I answer, -that we cannot attain to such things by any thinking, nor, -consequently, by any faculty of volition. But, it may still be -urged, if God wished to bring it about that we should perceive -them, he would be obliged to endow us with a greater faculty of -perception, but not a greater faculty of volition than we have -already. This is the same as to say that, if God wished to bring -it about that we should understand an infinite number of other -entities, it would be necessary for him to give us a greater -understanding, but not a more universal idea of entity than that -which we have already, in order to grasp such infinite entities. -We have shown that will is a universal entity or idea, whereby we -explain all particular volitions&#x2013;in other words, that which is -common to all such volitions. - -As, then, our opponents maintain that this idea, common or -universal to all volitions, is a faculty, it is little to be -wondered at that they assert, that such a faculty extends itself -into the infinite, beyond the limits of the understanding: for -what is universal is predicated alike of one, of many, and of an -infinite number of individuals. - -To the second objection I reply by denying, that we have a -free power of suspending our judgment: for, when we say that -anyone suspends his judgment, we merely mean that he sees, that -he does not perceive the matter in question adequately. -Suspension of judgment is, therefore, strictly speaking, a -perception, and not free will. In order to illustrate the point, -let us suppose a boy imagining a horse, and perceive nothing -else. Inasmuch as this imagination involves the existence of the -horse (II. xvii. Coroll.), and the boy does not perceive anything -which would exclude the existence of the horse, he will -necessarily regard the horse as present: he will not be able to -doubt of its existence, although he be not certain thereof. We -have daily experience of such a state of things in dreams; and I -do not suppose that there is anyone, who would maintain that, -while he is dreaming, he has the free power of suspending his -judgment concerning the things in his dream, and bringing it -about that he should not dream those things, which he dreams that -he sees; yet it happens, notwithstanding, that even in dreams we -suspend our judgment, namely, when we dream that we are dreaming. - -Further, I grant that no one can be deceived, so far as -actual perception extends&#x2013;that is, I grant that the mind's -imaginations, regarded in themselves, do not involve error (II. -xvii. note); but I deny, that a man does not, in the act of -perception, make any affirmation. For what is the perception of -a winged horse, save affirming that a horse has wings? If the -mind could perceive nothing else but the winged horse, it would -regard the same as present to itself: it would have no reasons -for doubting its existence, nor any faculty of dissent, unless -the imagination of a winged horse be joined to an idea which -precludes the existence of the said horse, or unless the mind -perceives that the idea which it possess of a winged horse is -inadequate, in which case it will either necessarily deny the -existence of such a horse, or will necessarily be in doubt on the -subject. - -I think that I have anticipated my answer to the third -objection, namely, that the will is something universal which is -predicated of all ideas, and that it only signifies that which is -common to all ideas, namely, an affirmation, whose adequate -essence must, therefore, in so far as it is thus conceived in the -abstract, be in every idea, and be, in this respect alone, the -same in all, not in so far as it is considered as constituting -the idea's essence: for, in this respect, particular -affirmations differ one from the other, as much as do ideas. For -instance, the affirmation which involves the idea of a circle, -differs from that which involves the idea of a triangle, as much -as the idea of a circle differs from the idea of a triangle. - -Further, I absolutely deny, that we are in need of an equal -power of thinking, to affirm that that which is true is true, and -to affirm that that which is false is true. These two -affirmations, if we regard the mind, are in the same relation to -one another as being and not&#x2013;being; for there is nothing -positive in ideas, which constitutes the actual reality of -falsehood (II. xxxv. note, and xlvii. note). - -We must therefore conclude, that we are easily deceived, when -we confuse universals with singulars, and the entities of reason -and abstractions with realities. As for the fourth objection, I -am quite ready to admit, that a man placed in the equilibrium -described (namely, as perceiving nothing but hunger and thirst, -a certain food and a certain drink, each equally distant from -him) would die of hunger and thirst. If I am asked, whether such -an one should not rather be considered an ass than a man; I -answer, that I do not know, neither do I know how a man should be -considered, who hangs himself, or how we should consider -children, fools, madmen, &c. - -It remains to point out the advantages of a knowledge of this -doctrine as bearing on conduct, and this may be easily gathered -from what has been said. The doctrine is good, - -1. Inasmuch as it teaches us to act solely according to the - -decree of God, and to be partakers in the Divine nature, and so -much the more, as we perform more perfect actions and more and -more understand God. Such a doctrine not only completely -tranquilizes our spirit, but also shows us where our highest -happiness or blessedness is, namely, solely in the knowledge of -God, whereby we are led to act only as love and piety shall bid -us. We may thus clearly understand, how far astray from a true -estimate of virtue are those who expect to be decorated by God -with high rewards for their virtue, and their best actions, as -for having endured the direst slavery; as if virtue and the -service of God were not in itself happiness and perfect freedom. - -1. Inasmuch as it teaches us, how we ought to conduct - -ourselves with respect to the gifts of fortune, or matters which -are not in our power, and do not follow from our nature. For it -shows us, that we should await and endure fortune's smiles or -frowns with an equal mind, seeing that all things follow from the -eternal decree of God by the same necessity, as it follows from -the essence of a triangle, that the three angles are equal to two -right angles. - -1. This doctrine raises social life, inasmuch as it teaches - -us to hate no man, neither to despise, to deride, to envy, or to -be angry with any. Further, as it tells us that each should be -content with his own, and helpful to his neighbour, not from any -womanish pity, favour, or superstition, but solely by the -guidance of reason, according as the time and occasion demand, as -I will show in Part III. - -1. Lastly, this doctrine confers no small advantage on the - -commonwealth; for it teaches how citizens should be governed and -led, not so as to become slaves, but so that they may freely do -whatsoever things are best. - -I have thus fulfilled the promise made at the beginning of -this note, and I thus bring the second part of my treatise to a -close. I think I have therein explained the nature and -properties of the human mind at sufficient length, and, -considering the difficulty of the subject, with sufficient -clearness. I have laid a foundation, whereon may be raised many -excellent conclusions of the highest utility and most necessary -to be known, as will, in what follows, be partly made plain. + +Secondly, it may be objected that experience seems to teach us especially +clearly, that we are able to suspend our judgment before assenting to things +which we perceive; this is confirmed by the fact that no one is said to be +deceived, in so far as he perceives anything, but only in so far as he assents +or dissents. For instance, he who feigns a winged horse, does not therefore +admit that a winged horse exists; that is, he is not deceived, unless he admits +in addition that a winged horse does exist. Nothing therefore seems to be taught +more clearly by experience, than that the will or faculty of assent is free and +different from the faculty of understanding. + +Thirdly, it may be objected that one affirmation does not apparently contain +more reality than another; in other words, that we do not seem to need for +affirming, that what is true is true, any greater power than for affirming, that +what is false is true. We have, however, seen that one idea has more reality or +perfection than another, for as objects are some more excellent than others, so +also are the ideas of them some more excellent than others; this also seems to +point to a difference between the understanding and the will. + +Fourthly, it may be objected, if man does not act from free will, what will +happen if the incentives to action are equally balanced, as in the case of +Buridan's ass? Will he perish of hunger and thirst? If I say that he would, I +shall seem to have in my thoughts an ass or the statue of a man rather than an +actual man. If I say that he would not, he would then determine his own action, +and would consequently possess the faculty of going and doing whatever he liked. + +Other objections might also be raised, but, as I am not bound to put in evidence +everything that anyone may dream, I will only set myself to the task of refuting +those I have mentioned, and that as briefly as possible. + +To the first objection I answer, that I admit that the will has a wider scope +than the understanding, if by the understanding be meant only clear and distinct +ideas; but I deny that the will has a wider scope than the perceptions, and the +faculty of forming conceptions; nor do I see why the faculty of volition should +be called infinite, any more than the faculty of feeling: for, as we are able by +the same faculty of volition to affirm an infinite number of things (one after +the other, for we cannot affirm an infinite number simultaneously), so also can +we, by the same faculty of feeling, feel or perceive (in succession) an infinite +number of bodies. If it be said that there is an infinite number of things which +we cannot perceive, I answer, that we cannot attain to such things by any +thinking, nor, consequently, by any faculty of volition. But, it may still be +urged, if God wished to bring it about that we should perceive them, he would be +obliged to endow us with a greater faculty of perception, but not a greater +faculty of volition than we have already. This is the same as to say that, if +God wished to bring it about that we should understand an infinite number of +other entities, it would be necessary for him to give us a greater +understanding, but not a more universal idea of entity than that which we have +already, in order to grasp such infinite entities. We have shown that will is a +universal entity or idea, whereby we explain all particular volitions&#x2013;in +other words, that which is common to all such volitions. As, then, our opponents +maintain that this idea, common or universal to all volitions, is a faculty, it +is little to be wondered at that they assert, that such a faculty extends itself +into the infinite, beyond the limits of the understanding: for what is universal +is predicated alike of one, of many, and of an infinite number of individuals. + +To the second objection I reply by denying, that we have a free power of +suspending our judgment: for, when we say that anyone suspends his judgment, we +merely mean that he sees, that he does not perceive the matter in question +adequately. Suspension of judgment is, therefore, strictly speaking, a +perception, and not free will. In order to illustrate the point, let us suppose +a boy imagining a horse, and perceive nothing else. Inasmuch as this imagination +involves the existence of the horse (II. xvii. Coroll.), and the boy does not +perceive anything which would exclude the existence of the horse, he will +necessarily regard the horse as present: he will not be able to doubt of its +existence, although he be not certain thereof. We have daily experience of such +a state of things in dreams; and I do not suppose that there is anyone, who +would maintain that, while he is dreaming, he has the free power of suspending +his judgment concerning the things in his dream, and bringing it about that he +should not dream those things, which he dreams that he sees; yet it happens, +notwithstanding, that even in dreams we suspend our judgment, namely, when we +dream that we are dreaming. + +Further, I grant that no one can be deceived, so far as actual perception +extends&#x2013;that is, I grant that the mind's imaginations, regarded in +themselves, do not involve error (II. xvii. note); but I deny, that a man does +not, in the act of perception, make any affirmation. For what is the perception +of a winged horse, save affirming that a horse has wings? If the mind could +perceive nothing else but the winged horse, it would regard the same as present +to itself: it would have no reasons for doubting its existence, nor any faculty +of dissent, unless the imagination of a winged horse be joined to an idea which +precludes the existence of the said horse, or unless the mind perceives that the +idea which it possess of a winged horse is inadequate, in which case it will +either necessarily deny the existence of such a horse, or will necessarily be in +doubt on the subject. + +I think that I have anticipated my answer to the third objection, namely, that +the will is something universal which is predicated of all ideas, and that it +only signifies that which is common to all ideas, namely, an affirmation, whose +adequate essence must, therefore, in so far as it is thus conceived in the +abstract, be in every idea, and be, in this respect alone, the same in all, not +in so far as it is considered as constituting the idea's essence: for, in this +respect, particular affirmations differ one from the other, as much as do ideas. +For instance, the affirmation which involves the idea of a circle, differs from +that which involves the idea of a triangle, as much as the idea of a circle +differs from the idea of a triangle. + +Further, I absolutely deny, that we are in need of an equal power of thinking, +to affirm that that which is true is true, and to affirm that that which is +false is true. These two affirmations, if we regard the mind, are in the same +relation to one another as being and not&#x2013;being; for there is nothing +positive in ideas, which constitutes the actual reality of falsehood (II. xxxv. +note, and xlvii. note). + +We must therefore conclude, that we are easily deceived, when we confuse +universals with singulars, and the entities of reason and abstractions with +realities. As for the fourth objection, I am quite ready to admit, that a man +placed in the equilibrium described (namely, as perceiving nothing but hunger +and thirst, a certain food and a certain drink, each equally distant from him) +would die of hunger and thirst. If I am asked, whether such an one should not +rather be considered an ass than a man; I answer, that I do not know, neither do +I know how a man should be considered, who hangs himself, or how we should +consider children, fools, madmen, &c. + +It remains to point out the advantages of a knowledge of this doctrine as +bearing on conduct, and this may be easily gathered from what has been said. The +doctrine is good, + +1. Inasmuch as it teaches us to act solely according to the decree of God, and + to be partakers in the Divine nature, and so much the more, as we perform + more perfect actions and more and more understand God. Such a doctrine not + only completely tranquilizes our spirit, but also shows us where our highest + happiness or blessedness is, namely, solely in the knowledge of God, whereby + we are led to act only as love and piety shall bid us. We may thus clearly + understand, how far astray from a true estimate of virtue are those who + expect to be decorated by God with high rewards for their virtue, and their + best actions, as for having endured the direst slavery; as if virtue and the + service of God were not in itself happiness and perfect freedom. + +2. Inasmuch as it teaches us, how we ought to conduct ourselves with respect to + the gifts of fortune, or matters which are not in our power, and do not + follow from our nature. For it shows us, that we should await and endure + fortune's smiles or frowns with an equal mind, seeing that all things follow + from the eternal decree of God by the same necessity, as it follows from the + essence of a triangle, that the three angles are equal to two right angles. + +3. This doctrine raises social life, inasmuch as it teaches us to hate no man, + neither to despise, to deride, to envy, or to be angry with any. Further, as + it tells us that each should be content with his own, and helpful to his + neighbour, not from any womanish pity, favour, or superstition, but solely + by the guidance of reason, according as the time and occasion demand, as I + will show in Part III. + +4. Lastly, this doctrine confers no small advantage on the commonwealth; for it + teaches how citizens should be governed and led, not so as to become slaves, + but so that they may freely do whatsoever things are best. + +I have thus fulfilled the promise made at the beginning of this note, and I thus +bring the second part of my treatise to a close. I think I have therein +explained the nature and properties of the human mind at sufficient length, and, +considering the difficulty of the subject, with sufficient clearness. I have +laid a foundation, whereon may be raised many excellent conclusions of the +highest utility and most necessary to be known, as will, in what follows, be +partly made plain. diff --git a/data/fr_appuhn/2p40sc2.md b/data/fr_appuhn/2p40sc2.md @@ -1,30 +1,36 @@ Par tout ce qui a été dit ci-dessus il apparaît clairement que nous avons nombre -de perceptions et formons des notions générales tirant leur origine: 1° des -objets singuliers qui nous sont représentés par les sens d'une manière tronquée, -confuse et sans ordre pour l'entendement (voir *Coroll. de la Prop. 29*); pour -cette raison j'ai accoutumé d'appeler de telles perceptions connaissance par -expérience vague; 2° des signes, par exemple de ce que, entendant ou lisant -certains mots, nous nous rappelons des choses et en formons des idées semblables -à celles par lesquelles nous imaginons les choses (voir *Scolie de la Prop. 18*). +de perceptions et formons des notions générales tirant leur origine: + +1° des objets singuliers qui nous sont représentés par les sens d'une manière +tronquée, confuse et sans ordre pour l'entendement (voir *Coroll. de la Prop. +29*); pour cette raison j'ai accoutumé d'appeler de telles perceptions +connaissance par expérience vague; + +2° des signes, par exemple de ce que, entendant ou lisant certains mots, nous +nous rappelons des choses et en formons des idées semblables à celles par +lesquelles nous imaginons les choses (voir *Scolie de la Prop. 18*). J'appellerai par la suite l'un et l'autre modes de considérer connaissance du -premier genre, opinion ou imagination; 3° enfin, de ce que nous avons des -notions communes et des idées adéquates des propriétés des choses (voir *Coroll. -de la Prop. 38, Prop. 39 avec son Coroll. et Prop. 40*), j'appellerai ce mode -Raison et Connaissance du deuxième genre. Outre ces deux genres de connaissance, -il y en a encore un troisième, comme je le montrerai dans la suite, que nous -appellerons Science intuitive. Et ce genre de connaissance procède de l'idée -adéquate de l'essence formelle de certains attributs de Dieu à la connaissance -adéquate de l'essence des choses. J'expliquerai tout cela par l'exemple d'une -chose unique. On donne, par exemple, trois nombres pour en obtenir un quatrième -qui soit au troisième comme le second au premier. Des marchands n'hésiteront pas -à multiplier le second par le troisième et à diviser le produit par le premier, -parce qu'ils n'ont pas encore laissé tomber dans l'oubli ce qu'ils ont appris de -leurs maîtres sans nulle démonstration, ou parce qu'ils ont expérimenté ce -procédé souvent dans le cas de nombres très simples, ou par la force de la -démonstration de la proposition 19, livre VII d'Euclide, c'est-à-dire par la -propriété commune des nombres proportionnels. Mais pour les nombres les plus -simples aucun de ces moyens n'est nécessaire. Étant donné, par exemple, les -nombres 1, 2, 3, il n'est personne qui ne voie que le quatrième proportionnel -est 6, et cela beaucoup plus clairement, parce que de la relation même, que nous -voyons d'un regard qu'a le premier avec le second, nous concluons le quatrième. +premier genre, opinion ou imagination; + +3° enfin, de ce que nous avons des notions communes et des idées adéquates des +propriétés des choses (voir *Coroll. de la Prop. 38, Prop. 39 avec son Coroll. +et Prop. 40*), j'appellerai ce mode Raison et Connaissance du deuxième genre. + +Outre ces deux genres de connaissance, il y en a encore un troisième, comme je +le montrerai dans la suite, que nous appellerons Science intuitive. Et ce genre +de connaissance procède de l'idée adéquate de l'essence formelle de certains +attributs de Dieu à la connaissance adéquate de l'essence des choses. +J'expliquerai tout cela par l'exemple d'une chose unique. On donne, par exemple, +trois nombres pour en obtenir un quatrième qui soit au troisième comme le second +au premier. Des marchands n'hésiteront pas à multiplier le second par le +troisième et à diviser le produit par le premier, parce qu'ils n'ont pas encore +laissé tomber dans l'oubli ce qu'ils ont appris de leurs maîtres sans nulle +démonstration, ou parce qu'ils ont expérimenté ce procédé souvent dans le cas de +nombres très simples, ou par la force de la démonstration de la proposition 19, +livre VII d'Euclide, c'est-à-dire par la propriété commune des nombres +proportionnels. Mais pour les nombres les plus simples aucun de ces moyens n'est +nécessaire. Étant donné, par exemple, les nombres 1, 2, 3, il n'est personne qui +ne voie que le quatrième proportionnel est 6, et cela beaucoup plus clairement, +parce que de la relation même, que nous voyons d'un regard qu'a le premier avec +le second, nous concluons le quatrième. diff --git a/data/fr_appuhn/2p49csc.md b/data/fr_appuhn/2p49csc.md @@ -44,147 +44,168 @@ mots. L'essence des mots, en effet, et des images est constituée par les seuls mouvements corporels qui n'enveloppent en aucune façon le concept de la pensée. Ces brefs avertissements à ce sujet suffiront; je passe donc aux objections -sus-visées. La *première* est qu'on croit établi que la volonté s'étend plus loin -que l'entendement et est ainsi différente de lui. Quant à la raison pour quoi -l'on pense que la volonté s'étend plus loin que l'entendement, c'est qu'on dit -savoir d'expérience qu'on n'a pas besoin d'une faculté d'assentir, c'est-à-dire +sus-visées. + +La *première* est qu'on croit établi que la volonté s'étend plus loin que +l'entendement et est ainsi différente de lui. Quant à la raison pour quoi l'on +pense que la volonté s'étend plus loin que l'entendement, c'est qu'on dit savoir +d'expérience qu'on n'a pas besoin d'une faculté d'assentir, c'est-à-dire d'affirmer et de nier, plus grande que celle que nous avons, pour assentir à une infinité de choses que nous ne percevons pas, tandis qu'on aurait besoin d'une faculté plus grande de connaître. La volonté se distingue donc de l'entendement -en ce qu'il est fini, tandis qu'elle est infinie. On peut *deuxièmement* nous -objecter que, s'il est une chose qui semble clairement enseignée par -l'expérience, c'est que nous pouvons suspendre notre jugement, de façon à ne pas -assentir aux choses perçues par nous; et cela est confirmé par ce fait que nul -n'est dit se tromper en tant qu'il perçoit quelque chose, mais seulement en tant -qu'il donne ou refuse son assentiment. Celui qui, par exemple, forge un cheval -ailé, n'accorde pas pour cela qu'il existe un cheval ailé, c'est-à-dire qu'il ne -se trompe pas pour cela, à moins qu'il n'accorde en même temps qu'il existe un -cheval ailé; l'expérience ne semble donc rien enseigner plus clairement, sinon -que la volonté, c'est-à-dire la faculté d'assentir, est libre et distincte de la -faculté de connaître. On peut *troisièmement* objecter qu'une affirmation ne -semble pas contenir plus de réalité qu'une autre; c'est-à-dire nous ne semblons -pas avoir besoin d'un pouvoir plus grand pour affirmer que ce qui est vrai est -vrai, que pour affirmer que quelque chose qui est faux, est vrai; tandis qu'au -contraire nous percevons qu'une idée a plus de réalité ou de perfection qu'une -autre; autant les objets l'emportent les uns sur les autres, autant aussi leurs -idées sont plus parfaites les unes que les autres; par là encore une différence -semble être établie entre la volonté et l'entendement. *Quatrièmement* on peut -objecter que, si l'homme n'opère point par la liberté de sa volonté, -qu'arrivera-t-il au cas qu'il soit en équilibre comme l'âne de Buridan? -Périra-t-il de faim et de soif? Si je l'accorde, je paraîtrai concevoir un âne -ou une figure d'homme inanimée, et non un homme; si je le nie, c'est donc qu'il -se déterminera lui-même et, conséquemment, a la faculté d'aller et de faire tout -ce qu'il veut. Peut-être y a-t-il encore d'autres objections possibles; comme, -toutefois, je ne suis pas tenu d'insérer ici les rêveries de chacun, je ne -prendrai soin de répondre qu'à ces quatre objections, et je le ferai le plus -brièvement possible. A l'égard de la *première*, j'accorde que la volonté s'étend -plus loin que l'entendement, si par entendement on entend seulement les idées -claires et distinctes; mais je nie que la volonté s'étende plus loin que les -perceptions, autrement dit la faculté de concevoir, et en vérité je ne vois pas -pourquoi la faculté de vouloir devrait être infinie, plutôt que celle de -sentir; tout comme, en effet, par la même faculté de vouloir, nous pouvons -affirmer une infinité de choses (l'une après l'autre toutefois, car nous n'en -pouvons affirmer à la fois une infinité), nous pouvons aussi, par la même -faculté de sentir, sentir ou percevoir une infinité de corps (l'un après l'autre -bien entendu). Dira-t-on qu'il y a une infinité de choses que nous ne pouvons -percevoir? Je réplique: ces choses-là, nous ne pouvons les saisir par aucune -pensée et conséquemment par aucune faculté de vouloir. Mais, insistera-t-on, si -Dieu voulait faire que nous les perçussions aussi, il devrait nous donner, -certes, une plus grande faculté de percevoir, mais non une plus grande faculté -de vouloir que celle qu'il nous a donnée. Ce qui revient à dire: si Dieu -voulait faire que nous connussions une infinité d'autres êtres, il serait -nécessaire, certes, qu'il nous donnât un entendement plus grand que celui qu'il -nous a donné, afin d'embrasser cette infinité, mais non une idée plus générale -de l'être. Car nous avons montré que la volonté est un être général, en d'autres -termes une idée par laquelle nous expliquons toutes les volitions singulières, -c'est-à-dire ce qui est commun à toutes. Puis donc que l'on croit que cette idée -commune ou générale de toutes les volitions est une faculté, il n'y a pas le -moins du monde à s'étonner que l'on dise que cette faculté s'étend à l'infini au -delà des limites de l'entendement. Le général en effet se dit également d'un et -de plusieurs individus et d'une infinité. A la *deuxième* objection je réponds en -niant que nous ayons un libre pouvoir de suspendre le jugement. Quand nous -disons que quelqu'un suspend son jugement, nous ne disons rien d'autre sinon -qu'il voit qu'il ne perçoit pas la chose adéquatement. La suspension du jugement -est donc en réalité une perception, et non une libre volonté. Pour le faire -mieux connaître concevons un enfant qui imagine un cheval [ailé] et n'imagine -rien d'autre. Puisque cette imagination enveloppe l'existence du cheval (*Coroll. -de la Prop. 17*) et que l'enfant ne perçoit rien qui exclue l'existence du -cheval, il considérera nécessairement le cheval comme présent et ne pourra -douter de son existence, encore qu'il n'en soit pas certain. Nous éprouvons cela -tous les jours dans le sommeil, et je ne pense pas qu'il y ait quelqu'un qui -croie, durant qu'il rêve, avoir le libre pouvoir de suspendre son jugement sur -ce qu'il rêve et de faire qu'il ne rêve pas ce qu'il rêve qu'il voit; et -néanmoins il arrive que, même dans le sommeil, nous suspendions notre jugement, -c'est à savoir quand nous rêvons que nous rêvons. J'accorde maintenant que nul -ne se trompe en tant qu'il perçoit, c'est-à-dire que les imaginations de l'Âme -considérées en elles-mêmes n'enveloppent aucune sorte d'erreur (voir *Scolie de -la Prop. 17*); mais je nie qu'un homme n'affirme rien en tant qu'il perçoit. -Qu'est-ce donc en effet que percevoir un cheval ailé sinon affirmer d'un cheval -des ailes? Si l'Âme, en dehors du cheval ailé, ne percevait rien d'autre, elle -le considérerait comme lui étant présent, et n'aurait aucun motif de douter de -son existence et aucune faculté de ne pas assentir, à moins que l'imagination du -cheval ailé ne soit jointe à une idée excluant l'existence de ce même cheval, ou -que l'Âme ne perçoive que l'idée qu'elle a du cheval est inadéquate, et alors ou -bien elle niera nécessairement l'existence de ce cheval, ou bien elle en doutera -nécessairement. Par là je pense avoir donné d'avance ma réponse à la *troisième* -objection: que la volonté est quelque chose de général qui se joint à toutes -les idées et signifie seulement ce qui est commun à toutes; autrement dit, -qu'elle est l'affirmation dont l'essence adéquate, ainsi conçue abstraitement, -doit pour cette raison être en chaque idée, et, à cet égard seulement, est la -même dans toutes; mais non en tant qu'on la considère comme constituant -l'essence de l'idée, car en ce sens les affirmations singulières diffèrent entre -elles autant que les idées elles-mêmes. Par exemple, l'affirmation qu'enveloppe -l'idée du cercle diffère de celle qu'enveloppe l'idée du triangle autant que -l'idée du cercle de l'idée du triangle. Pour poursuivre, je nie absolument que -nous ayons besoin d'une égale puissance de penser pour affirmer que ce qui est -vrai est vrai, que pour affirmer que ce qui est faux est vrai. Car ces deux -affirmations, si on a égard à la pensée, soutiennent le même rapport l'une avec -l'autre que l'être et le non-être, n'y ayant dans les idées rien de positif qui -constitue la forme de la fausseté (voir *Prop. 35 avec son Scolie et le Scolie de -la Prop. 47*). Il convient donc de noter ici surtout que nous nous trompons -facilement quand nous confondons les notions générales avec les singulières, les -êtres de raison et les abstractions avec le réel. Quant à la *quatrième* objection -enfin, j'accorde parfaitement qu'un homme placé dans un tel équilibre -(c'est-à-dire ne percevant rien d'autre que la faim et la soif, tel aliment et -telle boisson également distants de lui) périra de faim et de soif. Me -demande-t-on si un tel homme ne doit pas être estimé un âne plutôt qu'un homme? -Je dis que je n'en sais rien; pas plus que je ne sais en quelle estime l'on -doit tenir un homme qui se pend, les enfants, les stupides, les déments. - -Il ne reste plus qu'à indiquer combien la connaissance de cette doctrine est -utile dans la vie, ce que nous verrons aisément par ce qui précède. 1° Elle est -utile en ce qu'elle nous apprend que nous agissons par le seul geste de Dieu et -participons de la nature divine et cela d'autant plus que nous faisons des -actions plus parfaites et connaissons Dieu davantage et encore davantage. Cette -doctrine donc, outre qu'elle rend l'âme tranquille à tous égards, a encore -l'avantage qu'elle nous enseigne en quoi consiste notre plus haute félicité ou -béatitude, à savoir dans la seule connaissance de Dieu, par où nous sommes -induits à faire seulement les actions que conseillent l'amour et la piété. Par -où nous connaissons clairement combien sont éloignés de l'appréciation vraie de -la vertu ceux qui, pour leur vertu et leurs actions les meilleures, attendent de -Dieu une suprême récompense ainsi que pour la plus dure servitude, comme si la -vertu même et le service de Dieu n'étaient pas la félicité et la souveraine -liberté; 2° elle est utile en ce qu'elle enseigne comment nous devons nous -comporter à l'égard des choses de fortune, c'est-à-dire qui ne sont pas en notre -pouvoir, en d'autres termes à l'égard des choses qui ne suivent pas de notre -nature; à savoir: attendre et supporter, avec une âme égale, l'une et l'autre -faces de la fortune, toutes choses suivant du décret éternel de Dieu avec la -même nécessité qu'il suit de l'essence du triangle, que ses trois angles sont -égaux à deux droits; 3° cette doctrine est utile à la vie sociale en ce qu'elle -enseigne à n'avoir en haine, à ne mépriser personne, à ne tourner personne en -dérision, à n'avoir de colère contre personne, à ne porter envie à personne. En -ce qu'elle enseigne encore à chacun à être content de ce qu'il a, et à aider son -prochain non par une pitié de femme, par partialité, ni par superstition, mais -sous la seule conduite de la raison, c'est-à-dire suivant que le temps et la -conjoncture le demandent, ainsi que je le montrerai dans la quatrième partie; +en ce qu'il est fini, tandis qu'elle est infinie. + +On peut *deuxièmement* nous objecter que, s'il est une chose qui semble +clairement enseignée par l'expérience, c'est que nous pouvons suspendre notre +jugement, de façon à ne pas assentir aux choses perçues par nous; et cela est +confirmé par ce fait que nul n'est dit se tromper en tant qu'il perçoit quelque +chose, mais seulement en tant qu'il donne ou refuse son assentiment. Celui qui, +par exemple, forge un cheval ailé, n'accorde pas pour cela qu'il existe un +cheval ailé, c'est-à-dire qu'il ne se trompe pas pour cela, à moins qu'il +n'accorde en même temps qu'il existe un cheval ailé; l'expérience ne semble donc +rien enseigner plus clairement, sinon que la volonté, c'est-à-dire la faculté +d'assentir, est libre et distincte de la faculté de connaître. + +On peut *troisièmement* objecter qu'une affirmation ne semble pas contenir plus +de réalité qu'une autre; c'est-à-dire nous ne semblons pas avoir besoin d'un +pouvoir plus grand pour affirmer que ce qui est vrai est vrai, que pour affirmer +que quelque chose qui est faux, est vrai; tandis qu'au contraire nous percevons +qu'une idée a plus de réalité ou de perfection qu'une autre; autant les objets +l'emportent les uns sur les autres, autant aussi leurs idées sont plus parfaites +les unes que les autres; par là encore une différence semble être établie entre +la volonté et l'entendement. + +*Quatrièmement* on peut objecter que, si l'homme n'opère point par la liberté de +sa volonté, qu'arrivera-t-il au cas qu'il soit en équilibre comme l'âne de +Buridan? Périra-t-il de faim et de soif? Si je l'accorde, je paraîtrai concevoir +un âne ou une figure d'homme inanimée, et non un homme; si je le nie, c'est donc +qu'il se déterminera lui-même et, conséquemment, a la faculté d'aller et de +faire tout ce qu'il veut. + +Peut-être y a-t-il encore d'autres objections possibles; comme, toutefois, je ne +suis pas tenu d'insérer ici les rêveries de chacun, je ne prendrai soin de +répondre qu'à ces quatre objections, et je le ferai le plus brièvement possible. + +A l'égard de la *première*, j'accorde que la volonté s'étend plus loin que +l'entendement, si par entendement on entend seulement les idées claires et +distinctes; mais je nie que la volonté s'étende plus loin que les perceptions, +autrement dit la faculté de concevoir, et en vérité je ne vois pas pourquoi la +faculté de vouloir devrait être infinie, plutôt que celle de sentir; tout comme, +en effet, par la même faculté de vouloir, nous pouvons affirmer une infinité de +choses (l'une après l'autre toutefois, car nous n'en pouvons affirmer à la fois +une infinité), nous pouvons aussi, par la même faculté de sentir, sentir ou +percevoir une infinité de corps (l'un après l'autre bien entendu). Dira-t-on +qu'il y a une infinité de choses que nous ne pouvons percevoir? Je réplique: ces +choses-là, nous ne pouvons les saisir par aucune pensée et conséquemment par +aucune faculté de vouloir. Mais, insistera-t-on, si Dieu voulait faire que nous +les perçussions aussi, il devrait nous donner, certes, une plus grande faculté +de percevoir, mais non une plus grande faculté de vouloir que celle qu'il nous a +donnée. Ce qui revient à dire: si Dieu voulait faire que nous connussions une +infinité d'autres êtres, il serait nécessaire, certes, qu'il nous donnât un +entendement plus grand que celui qu'il nous a donné, afin d'embrasser cette +infinité, mais non une idée plus générale de l'être. Car nous avons montré que +la volonté est un être général, en d'autres termes une idée par laquelle nous +expliquons toutes les volitions singulières, c'est-à-dire ce qui est commun à +toutes. Puis donc que l'on croit que cette idée commune ou générale de toutes +les volitions est une faculté, il n'y a pas le moins du monde à s'étonner que +l'on dise que cette faculté s'étend à l'infini au delà des limites de +l'entendement. Le général en effet se dit également d'un et de plusieurs +individus et d'une infinité. + +A la *deuxième* objection je réponds en niant que nous ayons un libre pouvoir de +suspendre le jugement. Quand nous disons que quelqu'un suspend son jugement, +nous ne disons rien d'autre sinon qu'il voit qu'il ne perçoit pas la chose +adéquatement. La suspension du jugement est donc en réalité une perception, et +non une libre volonté. Pour le faire mieux connaître concevons un enfant qui +imagine un cheval [ailé] et n'imagine rien d'autre. Puisque cette imagination +enveloppe l'existence du cheval (*Coroll. de la Prop. 17*) et que l'enfant ne +perçoit rien qui exclue l'existence du cheval, il considérera nécessairement le +cheval comme présent et ne pourra douter de son existence, encore qu'il n'en +soit pas certain. Nous éprouvons cela tous les jours dans le sommeil, et je ne +pense pas qu'il y ait quelqu'un qui croie, durant qu'il rêve, avoir le libre +pouvoir de suspendre son jugement sur ce qu'il rêve et de faire qu'il ne rêve +pas ce qu'il rêve qu'il voit; et néanmoins il arrive que, même dans le sommeil, +nous suspendions notre jugement, c'est à savoir quand nous rêvons que nous +rêvons. J'accorde maintenant que nul ne se trompe en tant qu'il perçoit, +c'est-à-dire que les imaginations de l'Âme considérées en elles-mêmes +n'enveloppent aucune sorte d'erreur (voir *Scolie de la Prop. 17*); mais je nie +qu'un homme n'affirme rien en tant qu'il perçoit. Qu'est-ce donc en effet que +percevoir un cheval ailé sinon affirmer d'un cheval des ailes? Si l'Âme, en +dehors du cheval ailé, ne percevait rien d'autre, elle le considérerait comme +lui étant présent, et n'aurait aucun motif de douter de son existence et aucune +faculté de ne pas assentir, à moins que l'imagination du cheval ailé ne soit +jointe à une idée excluant l'existence de ce même cheval, ou que l'Âme ne +perçoive que l'idée qu'elle a du cheval est inadéquate, et alors ou bien elle +niera nécessairement l'existence de ce cheval, ou bien elle en doutera +nécessairement. + +Par là je pense avoir donné d'avance ma réponse à la *troisième* objection: que +la volonté est quelque chose de général qui se joint à toutes les idées et +signifie seulement ce qui est commun à toutes; autrement dit, qu'elle est +l'affirmation dont l'essence adéquate, ainsi conçue abstraitement, doit pour +cette raison être en chaque idée, et, à cet égard seulement, est la même dans +toutes; mais non en tant qu'on la considère comme constituant l'essence de +l'idée, car en ce sens les affirmations singulières diffèrent entre elles autant +que les idées elles-mêmes. Par exemple, l'affirmation qu'enveloppe l'idée du +cercle diffère de celle qu'enveloppe l'idée du triangle autant que l'idée du +cercle de l'idée du triangle. Pour poursuivre, je nie absolument que nous ayons +besoin d'une égale puissance de penser pour affirmer que ce qui est vrai est +vrai, que pour affirmer que ce qui est faux est vrai. Car ces deux affirmations, +si on a égard à la pensée, soutiennent le même rapport l'une avec l'autre que +l'être et le non-être, n'y ayant dans les idées rien de positif qui constitue la +forme de la fausseté (voir *Prop. 35 avec son Scolie et le Scolie de la Prop. +47*). Il convient donc de noter ici surtout que nous nous trompons facilement +quand nous confondons les notions générales avec les singulières, les êtres de +raison et les abstractions avec le réel. + +Quant à la *quatrième* objection enfin, j'accorde parfaitement qu'un homme placé +dans un tel équilibre (c'est-à-dire ne percevant rien d'autre que la faim et la +soif, tel aliment et telle boisson également distants de lui) périra de faim et +de soif. Me demande-t-on si un tel homme ne doit pas être estimé un âne plutôt +qu'un homme? Je dis que je n'en sais rien; pas plus que je ne sais en quelle +estime l'on doit tenir un homme qui se pend, les enfants, les stupides, les +déments. Il ne reste plus qu'à indiquer combien la connaissance de cette +doctrine est utile dans la vie, ce que nous verrons aisément par ce qui précède. + +1° Elle est utile en ce qu'elle nous apprend que nous agissons par le seul geste +de Dieu et participons de la nature divine et cela d'autant plus que nous +faisons des actions plus parfaites et connaissons Dieu davantage et encore +davantage. Cette doctrine donc, outre qu'elle rend l'âme tranquille à tous +égards, a encore l'avantage qu'elle nous enseigne en quoi consiste notre plus +haute félicité ou béatitude, à savoir dans la seule connaissance de Dieu, par où +nous sommes induits à faire seulement les actions que conseillent l'amour et la +piété. Par où nous connaissons clairement combien sont éloignés de +l'appréciation vraie de la vertu ceux qui, pour leur vertu et leurs actions les +meilleures, attendent de Dieu une suprême récompense ainsi que pour la plus dure +servitude, comme si la vertu même et le service de Dieu n'étaient pas la +félicité et la souveraine liberté; + +2° elle est utile en ce qu'elle enseigne comment nous devons nous comporter à +l'égard des choses de fortune, c'est-à-dire qui ne sont pas en notre pouvoir, en +d'autres termes à l'égard des choses qui ne suivent pas de notre nature; à +savoir: attendre et supporter, avec une âme égale, l'une et l'autre faces de la +fortune, toutes choses suivant du décret éternel de Dieu avec la même nécessité +qu'il suit de l'essence du triangle, que ses trois angles sont égaux à deux +droits; + +3° cette doctrine est utile à la vie sociale en ce qu'elle enseigne à n'avoir en +haine, à ne mépriser personne, à ne tourner personne en dérision, à n'avoir de +colère contre personne, à ne porter envie à personne. En ce qu'elle enseigne +encore à chacun à être content de ce qu'il a, et à aider son prochain non par +une pitié de femme, par partialité, ni par superstition, mais sous la seule +conduite de la raison, c'est-à-dire suivant que le temps et la conjoncture le +demandent, ainsi que je le montrerai dans la quatrième partie; + 4° cette doctrine est utile encore grandement à la société commune en ce qu'elle enseigne la condition suivant laquelle les citoyens doivent être gouvernés et dirigés, et cela non pour qu'ils soient esclaves, mais pour qu'ils fassent -librement ce qui est le meilleur. J'ai achevé par là ce que j'avais résolu -d'indiquer dans ce Scolie, et je mets fin ici à cette deuxième partie, dans -laquelle je crois avoir expliqué la nature de l'âme humaine et ses propriétés -assez amplement et, autant que la difficulté de la matière le permet, assez -clairement; dans laquelle je crois aussi avoir donné un exposé duquel se -peuvent tirer beaucoup de belles conclusions, utiles au plus haut point et -nécessaires à connaître ainsi qu'il sera établi en partie dans ce qui va suivre. +librement ce qui est le meilleur. + +J'ai achevé par là ce que j'avais résolu d'indiquer dans ce Scolie, et je mets +fin ici à cette deuxième partie, dans laquelle je crois avoir expliqué la nature +de l'âme humaine et ses propriétés assez amplement et, autant que la difficulté +de la matière le permet, assez clairement; dans laquelle je crois aussi avoir +donné un exposé duquel se peuvent tirer beaucoup de belles conclusions, utiles +au plus haut point et nécessaires à connaître ainsi qu'il sera établi en partie +dans ce qui va suivre. diff --git a/data/fr_saisset/2p40sc2.md b/data/fr_saisset/2p40sc2.md @@ -1,33 +1,38 @@ Il résulte clairement de tout ce qui précède que nous tirons un grand nombre de -perceptions et toutes nos notions universelles: 1° des choses particulières que -les sens représentent à l'intelligence d'une manière +perceptions et toutes nos notions universelles: -confuse, tronquée et sans aucun ordre (voir le Corollaire de la Propos. 29, -partie 2); et c'est pourquoi je nomme d'ordinaire les perceptions de cette -espèce, connaissance fournie par l'expérience vague; 2° des signes, comme, par -exemple, des mots que nous aimons à entendre ou à lire, et qui nous rappellent -certaines choses, dont nous formons alors des idées semblables à celles qui ont -d'abord représenté ces choses à notre imagination (voir le Schol. de la Propos. -18, partie 2); j'appellerai dorénavant ces deux manières d'apercevoir les -choses, connaissance du premier genre, opinion ou imagination; 3° enfin, des -notions communes et des idées adéquates que nous avons des propriétés des choses -(voir le Corollaire de la Propos. 38, la Propos. 39 et son Corollaire, et la -Propos. 40, part. 2). J'appellerai cette manière d'apercevoir les choses, raison -ou connaissance du second genre. Outre ces deux genres de connaissances, on -verra par ce qui suit qu'il en existe un troisième, que j'appellerai science -intuitive. Celui-ci va de l'idée adéquate de l'essence formelle de certains -attributs de Dieu à la connaissance adéquate de l'essence des choses. -J'expliquerai cela par un seul exemple. Trois nombres nous sont donnés, pour en -obtenir un quatrième qui soit au troisième comme le second est au premier. Les -marchands n'hésitent pas à multiplier le second par le troisième et à diviser le -produit par le premier; et cela par cette raison qu'ils n'ont pas encore oublié -ce qui leur a été dit sans preuve par leur maître, ou bien parce qu'ils ont fait -plusieurs épreuves de cette opération sur des nombres très simples, et enfin en -vertu de la Démonstr. de la Propos. 19 du 7e livre d'Euclide, c'est-à-dire en -vertu d'une propriété générale des proportions.— Mais tout cela est inutile si -on opère sur des nombres très simples. Soit, par exemple, les trois nombres en -question, 1, 2, 3: il n'y a personne qui ne voie que le quatrième nombre de -cette proportion est 6, et cette démonstration est d'une clarté supérieure à -toute autre, parce que nous concluons le quatrième terme du rapport qu'une seule -intuition nous a montré entre le premier et le second. +1° des choses particulières que les sens représentent à l'intelligence d'une +manière confuse, tronquée et sans aucun ordre (voir le Corollaire de la Propos. +29, partie 2); et c'est pourquoi je nomme d'ordinaire les perceptions de cette +espèce, connaissance fournie par l'expérience vague; + +2° des signes, comme, par exemple, des mots que nous aimons à entendre ou à +lire, et qui nous rappellent certaines choses, dont nous formons alors des idées +semblables à celles qui ont d'abord représenté ces choses à notre imagination +(voir le Schol. de la Propos. 18, partie 2); j'appellerai dorénavant ces deux +manières d'apercevoir les choses, connaissance du premier genre, opinion ou +imagination; + +3° enfin, des notions communes et des idées adéquates que nous avons des +propriétés des choses (voir le Corollaire de la Propos. 38, la Propos. 39 et son +Corollaire, et la Propos. 40, part. 2). J'appellerai cette manière d'apercevoir +les choses, raison ou connaissance du second genre. + +Outre ces deux genres de connaissances, on verra par ce qui suit qu'il en existe +un troisième, que j'appellerai science intuitive. Celui-ci va de l'idée adéquate +de l'essence formelle de certains attributs de Dieu à la connaissance adéquate +de l'essence des choses. J'expliquerai cela par un seul exemple. Trois nombres +nous sont donnés, pour en obtenir un quatrième qui soit au troisième comme le +second est au premier. Les marchands n'hésitent pas à multiplier le second par +le troisième et à diviser le produit par le premier; et cela par cette raison +qu'ils n'ont pas encore oublié ce qui leur a été dit sans preuve par leur +maître, ou bien parce qu'ils ont fait plusieurs épreuves de cette opération sur +des nombres très simples, et enfin en vertu de la Démonstr. de la Propos. 19 du +7e livre d'Euclide, c'est-à-dire en vertu d'une propriété générale des +proportions.— Mais tout cela est inutile si on opère sur des nombres très +simples. Soit, par exemple, les trois nombres en question, 1, 2, 3: il n'y a +personne qui ne voie que le quatrième nombre de cette proportion est 6, et cette +démonstration est d'une clarté supérieure à toute autre, parce que nous +concluons le quatrième terme du rapport qu'une seule intuition nous a montré +entre le premier et le second. diff --git a/data/fr_saisset/2p49csc.md b/data/fr_saisset/2p49csc.md @@ -10,14 +10,17 @@ reste on peut sur ce point consulter le Schol. de la Propos. 44, partie 2. Ainsi donc, nous ne dirons jamais d'un homme qu'il est certain, si grande que puisse être son erreur; nous entendons en effet, par certitude, quelque chose de positif (voyez la Propos. 43, partie 2, et son Schol.) et non une simple -privation de doute; or l'erreur, c'est pour nous la privation de certitude. Mais -nous devons encore, pour que l'explication de la proposition précédente soit -plus complète, ajouter ici quelques remarques. Nous devons aussi répondre aux -objections qu'on peut élever contre notre doctrine. Enfin, pour écarter tout +privation de doute; or l'erreur, c'est pour nous la privation de certitude. + +Mais nous devons encore, pour que l'explication de la proposition précédente +soit plus complète, ajouter ici quelques remarques. Nous devons aussi répondre +aux objections qu'on peut élever contre notre doctrine. Enfin, pour écarter tout scrupule, il ne sera pas hors de propos de faire connaître quelques-unes des suites utiles que cette doctrine doit avoir; je dis quelques-unes, car le plus grand nombre se comprendra beaucoup mieux par ce que nous dirons dans la 5e -partie. En commençant mon premier point, j'avertis le lecteur de distinguer +partie. + +En commençant mon premier point, j'avertis le lecteur de distinguer soigneusement entre une idée ou un concept de l'âme et les images des choses, telles que les forme notre imagination. Il est nécessaire en outre de faire distinction entre les idées et les mots par lesquels nous exprimons les @@ -41,77 +44,88 @@ nullement le concept de l'étendue; et alors on comprendra clairement qu'une id (en tant qu'elle est un mode de la pensée) ne consiste ni dans l'image d'une chose, ni dans des mots. Car ce qui constitue l'essence des mots et des images, ce sont des mouvements corporels, qui n'enveloppent nullement le concept de la -pensée. Mais ces quelques observations peuvent suffire sur ces objets, et je -passe aux objections que j'ai annoncées: la première vient de ce qu'on tient -pour constant que la volonté s'étend plus loin que l'entendement, et que c'est -pour cette raison qu'elle ne s'accorde pas avec lui. Et ce qui fait penser que -la volonté s'étend plus loin que l'entendement, c'est qu'on est assuré, dit-on, -par l'observation de soi-même, que l'homme n'a pas besoin, pour porter des -jugements sur une infinité de choses qu'il ne perçoit pas, d'une puissance de -juger, c'est-à-dire d'affirmer ou de nier, plus grande que celle qu'il possède +pensée. + +Mais ces quelques observations peuvent suffire sur ces objets, et je passe aux +objections que j'ai annoncées: la première vient de ce qu'on tient pour constant +que la volonté s'étend plus loin que l'entendement, et que c'est pour cette +raison qu'elle ne s'accorde pas avec lui. Et ce qui fait penser que la volonté +s'étend plus loin que l'entendement, c'est qu'on est assuré, dit-on, par +l'observation de soi-même, que l'homme n'a pas besoin, pour porter des jugements +sur une infinité de choses qu'il ne perçoit pas, d'une puissance de juger, +c'est-à-dire d'affirmer ou de nier, plus grande que celle qu'il possède actuellement, au lieu qu'il lui faudrait une plus grande puissance de percevoir. La volonté est donc distinguée de l'entendement, parce que celui-ci est fini, -celle-là, au contraire, infinie. On peut nous objecter, en second lieu, que s'il -est une chose que l'expérience semble nous enseigner clairement, c'est que nous -pouvons suspendre notre jugement, et ne point adhérer aux choses que nous -percevons; aussi on ne dira jamais qu'une personne se trompe en tant qu'elle -perçoit un certain objet, mais en tant seulement qu'elle y donne son assentiment -ou l'y refuse. Par exemple, celui qui se représente un cheval ailé ne prétend -pas pour cela qu'un cheval ailé existe réellement; en d'autres termes, il ne se -trompe que si, au moment qu'il se représente un cheval ailé, il lui attribue la -réalité. Il paraît donc que rien au monde ne résulte plus clairement de -l'expérience que la liberté de notre volonté, c'est-àdire de notre faculté de -juger, laquelle est conséquemment différente de la faculté de concevoir. La -troisième objection qu'on nous peut faire, c'est qu'une affirmation ne paraît +celle-là, au contraire, infinie. + +On peut nous objecter, en second lieu, que s'il est une chose que l'expérience +semble nous enseigner clairement, c'est que nous pouvons suspendre notre +jugement, et ne point adhérer aux choses que nous percevons; aussi on ne dira +jamais qu'une personne se trompe en tant qu'elle perçoit un certain objet, mais +en tant seulement qu'elle y donne son assentiment ou l'y refuse. Par exemple, +celui qui se représente un cheval ailé ne prétend pas pour cela qu'un cheval +ailé existe réellement; en d'autres termes, il ne se trompe que si, au moment +qu'il se représente un cheval ailé, il lui attribue la réalité. Il paraît donc +que rien au monde ne résulte plus clairement de l'expérience que la liberté de +notre volonté, c'est-àdire de notre faculté de juger, laquelle est conséquemment +différente de la faculté de concevoir. + +La troisième objection qu'on nous peut faire, c'est qu'une affirmation ne paraît pas contenir plus de réalité qu'une autre affirmation quelconque; en d'autres termes, il ne semble pas que nous ayons besoin d'un pouvoir plus grand pour assurer qu'un chose vraie est vraie, que pour affirmer la vérité d'une chose fausse; tandis qu'au contraire nous comprenons qu'une idée a plus de réalité ou de perfection qu'une autre idée; à mesure en effet que les objets sont plus relevés, leurs idées sont plus parfaites; d'où résulte encore une différence -entre l'entendement et la volonté. On nous demandera enfin, et c'est à la fois -une question et une objection, ce qui arrivera, supposé que l'homme n'agisse -point en vertu de la liberté et de sa volonté, dans le cas de l'équilibre absolu -de l'âne de Buridan ? Périra-til de faim et de soif ? Si nous l'accordons, on -nous dira que l'être dont nous parlons n'est point un homme, mais un âne, ou la -statue d'un homme; si nous le nions, voilà l'homme qui se détermine soi-même et -a par conséquent le pouvoir de se mettre en mouvement et de faire ce qui lui -plaît. On pourrait nous adresser d'autres objections encore; mais n'étant point -tenu de débattre ici tous les songes que chacun peut faire sur ce sujet, je me -bornerai à répondre aux quatre difficultés qui précèdent, et cela le plus -brièvement possible. A la première objection, je réponds que j'accorde -volontiers que la volonté s'étend plus loin que l'entendement, si par -entendement l'on veut parler seulement des idées claires et distinctes; mais je -nie que notre volonté soit plus étendue que nos perceptions ou notre faculté de -concevoir, et je ne vois point du tout pourquoi l'on dirait de la faculté de -concevoir qu'elle est infinie plutôt qu'on ne le dit de la faculté de sentir; de -même en effet que nous pouvons, avec la même faculté de vouloir, affirmer une -infinité de choses (l'une après l'autre, bien entendu, car nous pouvons en -affirmer à la fois un nombre infini), ainsi, avec la même faculté de sentir, -nous pouvons sentir ou percevoir une infinité de corps (bien entendu toujours, -l'un après l'autre). Que si l'on soutient qu'il y a une infinité de choses que -nous ne pouvons percevoir, je dirai à mon tour que nous ne pouvons atteindre ces -mêmes choses par aucune pensée, et conséquemment par aucun acte de volonté. -Mais, dit-on, si Dieu voulait faire que nous en eussions la perception, il -devrait nous donner une plus grande faculté de percevoir, et non pas une plus -grande faculté de vouloir que celle qu'il nous a donnée. Cela revient à dire que -si Dieu voulait nous faire connaître une infinité d'êtres que nous ne -connaissons pas actuellement, il serait nécessaire qu'il nous donnât un -entendement plus grand, mais non pas une idée de l'être plus générale, pour -embrasser cette infinité d'êtres; car nous avons montré que la volonté est un -être universel ou une idée par laquelle nous expliquons toutes les volitions -particulières, c'est-à-dire ce qui leur est commun. Or, nos contradicteurs se -persuadant que cette idée universelle, commune à toutes les volitions, est une -faculté, il n'est point surprenant qu'ils soutiennent que cette faculté s'étend -à l'infini au delà des limites de l'entendement, puisque l'universel se dit -également d'un seul individu, de plusieurs, d'une infinité. Ma réponse à la -seconde objection, c'est que je nie que nous ayons le libre pouvoir de suspendre -notre jugement. Quand nous disons en effet qu'une personne suspend son jugement, -nous ne disons rien autre chose sinon qu'elle ne perçoit pas d'une façon -adéquate l'objet de son intuition. La suspension du jugement, c'est donc -réellement un acte de perception, et non de libre volonté. Pour éclaircir ce -point, concevez un enfant qui se représente un cheval et ne perçoit rien de -plus. Cet acte d'imagination enveloppant l'existence du cheval (par le +entre l'entendement et la volonté. + +On nous demandera enfin, et c'est à la fois une question et une objection, ce +qui arrivera, supposé que l'homme n'agisse point en vertu de la liberté et de sa +volonté, dans le cas de l'équilibre absolu de l'âne de Buridan ? Périra-til de +faim et de soif ? Si nous l'accordons, on nous dira que l'être dont nous parlons +n'est point un homme, mais un âne, ou la statue d'un homme; si nous le nions, +voilà l'homme qui se détermine soi-même et a par conséquent le pouvoir de se +mettre en mouvement et de faire ce qui lui plaît. + +On pourrait nous adresser d'autres objections encore; mais n'étant point tenu de +débattre ici tous les songes que chacun peut faire sur ce sujet, je me bornerai +à répondre aux quatre difficultés qui précèdent, et cela le plus brièvement +possible. + +A la première objection, je réponds que j'accorde volontiers que la volonté +s'étend plus loin que l'entendement, si par entendement l'on veut parler +seulement des idées claires et distinctes; mais je nie que notre volonté soit +plus étendue que nos perceptions ou notre faculté de concevoir, et je ne vois +point du tout pourquoi l'on dirait de la faculté de concevoir qu'elle est +infinie plutôt qu'on ne le dit de la faculté de sentir; de même en effet que +nous pouvons, avec la même faculté de vouloir, affirmer une infinité de choses +(l'une après l'autre, bien entendu, car nous pouvons en affirmer à la fois un +nombre infini), ainsi, avec la même faculté de sentir, nous pouvons sentir ou +percevoir une infinité de corps (bien entendu toujours, l'un après l'autre). Que +si l'on soutient qu'il y a une infinité de choses que nous ne pouvons percevoir, +je dirai à mon tour que nous ne pouvons atteindre ces mêmes choses par aucune +pensée, et conséquemment par aucun acte de volonté. Mais, dit-on, si Dieu +voulait faire que nous en eussions la perception, il devrait nous donner une +plus grande faculté de percevoir, et non pas une plus grande faculté de vouloir +que celle qu'il nous a donnée. Cela revient à dire que si Dieu voulait nous +faire connaître une infinité d'êtres que nous ne connaissons pas actuellement, +il serait nécessaire qu'il nous donnât un entendement plus grand, mais non pas +une idée de l'être plus générale, pour embrasser cette infinité d'êtres; car +nous avons montré que la volonté est un être universel ou une idée par laquelle +nous expliquons toutes les volitions particulières, c'est-à-dire ce qui leur est +commun. Or, nos contradicteurs se persuadant que cette idée universelle, commune +à toutes les volitions, est une faculté, il n'est point surprenant qu'ils +soutiennent que cette faculté s'étend à l'infini au delà des limites de +l'entendement, puisque l'universel se dit également d'un seul individu, de +plusieurs, d'une infinité. + +Ma réponse à la seconde objection, c'est que je nie que nous ayons le libre +pouvoir de suspendre notre jugement. Quand nous disons en effet qu'une personne +suspend son jugement, nous ne disons rien autre chose sinon qu'elle ne perçoit +pas d'une façon adéquate l'objet de son intuition. La suspension du jugement, +c'est donc réellement un acte de perception, et non de libre volonté. Pour +éclaircir ce point, concevez un enfant qui se représente un cheval et ne perçoit +rien de plus. Cet acte d'imagination enveloppant l'existence du cheval (par le Corollaire de la Propos. 17, partie 2), et l'enfant ne percevant rien qui marque la non-existence de ce cheval, il apercevra nécessairement ce cheval comme présent, et ne pourra concevoir aucun doute, sur sa réelle existence, lien qu'il @@ -132,8 +146,9 @@ choses ne peuvent se passer autrement, à moins que cette représentation d'un cheval ailé ne soit associée à une idée qui exprime qu'un tel cheval n'existe pas; en d'autres termes, à moins que l'âme ne comprenne que l'idée qu'elle se forme d'un cheval ailé est une idée inadéquate; et alors elle devra -nécessairement nier l'existence de ce cheval ailé, ou la mettre en doute. Par -les réflexions qu'on vient de lire je crois avoir répondu d'avance à la +nécessairement nier l'existence de ce cheval ailé, ou la mettre en doute. + +Par les réflexions qu'on vient de lire je crois avoir répondu d'avance à la troisième objection. Qu'est-ce en effet que la volonté ? Quelque chose d'universel qui convient en effet à toutes les idées particulières et ne représente rien de plus que ce qui leur est commun, savoir l'affirmation, d'où @@ -153,18 +168,21 @@ l'erreur dans les idées n'est rien de positif (voyez la Propos. 35, partie 2, avec son Schol., et le Schol. de la Propos. 47, partie 2). Et c'est bien ici le lieu de remarquer combien il est aisé de se tromper, quand on confond les universaux avec les choses particulières, les êtres de raison et les choses -abstraites avec les réalités. Enfin, quant à la quatrième objection, j'ai à dire -que j'accorde parfaitement qu'un homme, placé dans cet équilibre absolu qu'on -suppose (c'est-à-dire qui, n'ayant d'autre appétit que la faim et la soif, ne -perçoit que deux objets, la nourriture et la boisson, également éloignés de -lui); j'accorde, dis-je, que cet homme périra de faim et de soif. On me -demandera sans doute quel cas il faut faire d'un tel homme et si ce n'est pas -plutôt un âne qu'un homme. Je répondrai que je ne sais pas non plus, et -véritablement je ne le sais pas, quel cas il faut faire d'un homme qui se pend, -d'un enfant, d'un idiot, d'un fou, etc. Il ne me reste plus qu'à montrer combien -la connaissance de cette théorie de l'âme humaine doit être utile pour la -pratique de la vie. Il suffit pour cela des quelques observations que voici: 1° -suivant cette théorie, nous n'agissons que par la volonté de Dieu, nous +abstraites avec les réalités. + +Enfin, quant à la quatrième objection, j'ai à dire que j'accorde parfaitement +qu'un homme, placé dans cet équilibre absolu qu'on suppose (c'est-à-dire qui, +n'ayant d'autre appétit que la faim et la soif, ne perçoit que deux objets, la +nourriture et la boisson, également éloignés de lui); j'accorde, dis-je, que cet +homme périra de faim et de soif. On me demandera sans doute quel cas il faut +faire d'un tel homme et si ce n'est pas plutôt un âne qu'un homme. Je répondrai +que je ne sais pas non plus, et véritablement je ne le sais pas, quel cas il +faut faire d'un homme qui se pend, d'un enfant, d'un idiot, d'un fou, etc. Il ne +me reste plus qu'à montrer combien la connaissance de cette théorie de l'âme +humaine doit être utile pour la pratique de la vie. Il suffit pour cela des +quelques observations que voici: + +1° suivant cette théorie, nous n'agissons que par la volonté de Dieu, nous participons de la nature divine, et cette participation est d'autant plus grande que nos actions sont plus parfaites et que nous comprenons Dieu davantage; or, une telle doctrine, outre qu'elle porte dans l'esprit une tranquillité parfaite, @@ -175,27 +193,33 @@ Par où il est aisé de comprendre combien s'abusent sur le véritable prix de l vertu ceux qui, ne voyant en elle que le plus haut degré de l'esclavage, attendent de Dieu de grandes récompenses pour salaire de leurs actions les plus excellentes; comme si la vertu et l'esclavage en Dieu n'étaient pas la félicité -même et la souveraine liberté. 2° Notre système enseigne aussi comment il faut -se comporter à l'égard des choses de la fortune, je veux dire de celles qui ne -sont pas en notre pouvoir, en d'autres termes, qui ne résultent pas de notre -nature; il nous apprend à attendre et à supporter d'une âme égale l'une et -l'autre fortune; toutes choses en effet résultent de l'éternel décret de Dieu -avec une absolue nécessité, comme il résulte de l'essence d'un triangle que ses -trois angles soient égaux en somme à deux droits. 3° Un autre point de vue sous -lequel notre système est encore utile à la vie sociale, c'est qu'il apprend à -être exempt de haine et de mépris, à n'avoir pour personne ni moquerie, ni -envie, ni colère. Il apprend aussi à chacun à se contenter de ce qu'il a et à -venir au secours des autres, non par une vaine pitié de femme par préférence, -par superstition, mais par l'ordre seul de la raison, et en gardant l'exacte -mesure que le temps et la chose même prescrivent. 4° Voici enfin un dernier -avantage de notre système, et qui se rapporte à la société politique; nous -faisons profession de croire que l'objet du gouvernement n'est pas de rendre les -citoyens esclaves, mais de leur faire accomplir librement les actions qui sont -les meilleures. Je ne pousserai pas plus loin ce que j'avais dessein d'exposer -dans ce scholie, et je termine ici ma seconde partie. Je crois y avoir expliqué -avec assez d'étendue et, autant que la difficulté de la matière le comporte, -avec assez de clarté, la nature de l'âme humaine et ses propriétés: je crois y -avoir donnée des principes d'où l'on peut tirer un grand nombre de belles -conséquences, utiles à la vie, nécessaires à la science, et c'est ce qui sera -établi, du moins en partie, par la suite de ce traité. +même et la souveraine liberté. + +2° Notre système enseigne aussi comment il faut se comporter à l'égard des +choses de la fortune, je veux dire de celles qui ne sont pas en notre pouvoir, +en d'autres termes, qui ne résultent pas de notre nature; il nous apprend à +attendre et à supporter d'une âme égale l'une et l'autre fortune; toutes choses +en effet résultent de l'éternel décret de Dieu avec une absolue nécessité, comme +il résulte de l'essence d'un triangle que ses trois angles soient égaux en somme +à deux droits. + +3° Un autre point de vue sous lequel notre système est encore utile à la vie +sociale, c'est qu'il apprend à être exempt de haine et de mépris, à n'avoir pour +personne ni moquerie, ni envie, ni colère. Il apprend aussi à chacun à se +contenter de ce qu'il a et à venir au secours des autres, non par une vaine +pitié de femme par préférence, par superstition, mais par l'ordre seul de la +raison, et en gardant l'exacte mesure que le temps et la chose même prescrivent. + +4° Voici enfin un dernier avantage de notre système, et qui se rapporte à la +société politique; nous faisons profession de croire que l'objet du gouvernement +n'est pas de rendre les citoyens esclaves, mais de leur faire accomplir +librement les actions qui sont les meilleures. + +Je ne pousserai pas plus loin ce que j'avais dessein d'exposer dans ce scholie, +et je termine ici ma seconde partie. Je crois y avoir expliqué avec assez +d'étendue et, autant que la difficulté de la matière le comporte, avec assez de +clarté, la nature de l'âme humaine et ses propriétés: je crois y avoir donnée +des principes d'où l'on peut tirer un grand nombre de belles conséquences, +utiles à la vie, nécessaires à la science, et c'est ce qui sera établi, du moins +en partie, par la suite de ce traité. diff --git a/data/la_spinoza/2p40sc2.md b/data/la_spinoza/2p40sc2.md @@ -1,29 +1,32 @@ Ex omnibus supra dictis clare apparet nos multa percipere et notiones -universales formare I° ex singularibus nobis per sensus mutilate, -confuse et sine ordine ad intellectum repræsentatis (vide corollarium -propositionis 29 hujus) et ideo tales perceptiones cognitionem ab -experientia vaga vocare consuevi. II° ex signis exempli gratia ex eo -quod auditis aut lectis quibusdam verbis rerum recordemur et earum -quasdam ideas formemus similes iis per quas res imaginamur (vide -scholium propositionis 18 hujus). Utrumque hunc res contemplandi modum -cognitionem primi generis, opinionem vel imaginationem in posterum -vocabo. III° denique ex eo quod notiones communes rerumque proprietatum -ideas adæquatas habemus (vide corollarium propositionis 38 et -propositionem 39 cum ejus corollario et propositionem 40 hujus) atque -hunc rationem et secundi generis cognitionem vocabo. Præter hæc duo -cognitionis genera datur, ut in sequentibus ostendam, aliud tertium quod -scientiam intuitivam vocabimus. Atque hoc cognoscendi genus procedit ab -adæquata idea essentiæ formalis quorundam Dei attributorum ad adæquatam -cognitionem essentiæ rerum. Hæc omnia unius rei exemplo explicabo. -Dantur exempli gratia tres numeri ad quartum obtinendum qui sit ad -tertium ut secundus ad primum. Non dubitant mercatores secundum in -tertium ducere et productum per primum dividere quia scilicet ea quæ a -magistro absque ulla demonstratione audiverunt, nondum tradiderunt -oblivioni vel quia id sæpe in numeris simplicissimis experti sunt vel ex -vi demonstrationis propositionis 19 libri 7 Euclidis nempe ex communi -proprietate proportionalium. At in numeris simplicissimis nihil horum -opus est. Exempli gratia datis numeris 1, 2, 3, nemo non videt quartum -numerum proportionalem esse 6 atque hoc multo clarius quia ex ipsa -ratione quam primum ad secundum habere uno intuitu videmus, ipsum -quartum concludimus. +universales formare +I° ex singularibus nobis per sensus mutilate, confuse et sine ordine ad +intellectum repræsentatis (vide corollarium propositionis 29 hujus) et ideo +tales perceptiones cognitionem ab experientia vaga vocare consuevi. + +II° ex signis exempli gratia ex eo quod auditis aut lectis quibusdam verbis +rerum recordemur et earum quasdam ideas formemus similes iis per quas res +imaginamur (vide scholium propositionis 18 hujus). Utrumque hunc res +contemplandi modum cognitionem primi generis, opinionem vel imaginationem in +posterum vocabo. + +III° denique ex eo quod notiones communes rerumque proprietatum ideas adæquatas +habemus (vide corollarium propositionis 38 et propositionem 39 cum ejus +corollario et propositionem 40 hujus) atque hunc rationem et secundi generis +cognitionem vocabo. + +Præter hæc duo cognitionis genera datur, ut in sequentibus ostendam, aliud +tertium quod scientiam intuitivam vocabimus. Atque hoc cognoscendi genus +procedit ab adæquata idea essentiæ formalis quorundam Dei attributorum ad +adæquatam cognitionem essentiæ rerum. Hæc omnia unius rei exemplo explicabo. +Dantur exempli gratia tres numeri ad quartum obtinendum qui sit ad tertium ut +secundus ad primum. Non dubitant mercatores secundum in tertium ducere et +productum per primum dividere quia scilicet ea quæ a magistro absque ulla +demonstratione audiverunt, nondum tradiderunt oblivioni vel quia id sæpe in +numeris simplicissimis experti sunt vel ex vi demonstrationis propositionis 19 +libri 7 Euclidis nempe ex communi proprietate proportionalium. At in numeris +simplicissimis nihil horum opus est. Exempli gratia datis numeris 1, 2, 3, nemo +non videt quartum numerum proportionalem esse 6 atque hoc multo clarius quia ex +ipsa ratione quam primum ad secundum habere uno intuitu videmus, ipsum quartum +concludimus. diff --git a/data/la_spinoza/2p49csc.md b/data/la_spinoza/2p49csc.md @@ -1,62 +1,58 @@ -His causam quæ communiter erroris esse statuitur, sustulimus. Supra -autem ostendimus falsitatem in sola privatione quam ideæ mutilatæ et -confusæ involvunt, consistere. Quare idea falsa quatenus falsa est, -certitudinem non involvit. Cum itaque dicimus hominem in falsis -acquiescere nec de iis dubitare, non ideo ipsum certum esse sed tantum -non dubitare dicimus vel quod in falsis acquiescit quia nullæ causæ -dantur quæ efficiant ut ipsius imaginatio fluctuetur. Qua de re vide -scholium propositionis 44 hujus partis. Quantumvis igitur homo falsis -adhærere supponatur, nunquam tamen ipsum certum esse dicemus. Nam per -certitudinem quid positivum intelligimus (vide propositionem 43 hujus -cum ejusdem scholio) non vero dubitationis privationem. At per -certitudinis privationem falsitatem intelligimus. Sed ad uberiorem -explicationem præcedentis propositionis quædam monenda supersunt. -Superest deinde ut ad objectiones quæ in nostram hanc doctrinam objici -possunt, respondeam et denique ut omnem amoveam scrupulum, operæ pretium -esse duxi hujus doctrinæ quasdam utilitates indicare. Quasdam inquam nam -præcipuæ ex iis quæ in quinta parte dicemus, melius intelligentur. - -Incipio igitur a primo lectoresque moneo ut accurate distinguant inter -ideam sive mentis conceptum et inter imagines rerum quas imaginamur. -Deinde necesse est ut distinguant inter ideas et verba quibus res -significamus. Nam quia hæc tria, imagines scilicet verba et ideæ, a -multis vel plane confunduntur vel non satis accurate vel denique non -satis caute distinguuntur, ideo hanc de voluntate doctrinam scitu -prorsus necessariam tam ad speculationem quam ad vitam sapienter -instituendam plane ignorarunt. Quippe qui putant ideas consistere in -imaginibus quæ in nobis ex corporum occursu formantur, sibi persuadent -ideas illas rerum quarum similem nullam imaginem formare possumus, non -esse ideas sed tantum figmenta quæ ex libero voluntatis arbitrio -fingimus; ideas igitur veluti picturas in tabula mutas aspiciunt et hoc -præjudicio præoccupati non vident ideam quatenus idea est, affirmationem -aut negationem involvere. Deinde qui verba confundunt cum idea vel cum -ipsa affirmatione quam idea involvit, putant se posse contra id quod -sentiunt velle quando aliquid solis verbis contra id quod sentiunt -affirmant aut negant. Hæc autem præjudicia exuere facile is poterit qui -ad naturam cogitationis attendit, quæ extensionis conceptum minime -involvit atque adeo clare intelliget ideam (quandoquidem modus cogitandi -est) neque in rei alicujus imagine neque in verbis consistere. Verborum -namque et imaginum essentia a solis motibus corporeis constituitur, qui -cogitationis conceptum minime involvunt. Atque hæc pauca de his monuisse -sufficiat, quare ad prædictas objectiones transeo. +His causam quæ communiter erroris esse statuitur, sustulimus. Supra autem +ostendimus falsitatem in sola privatione quam ideæ mutilatæ et confusæ +involvunt, consistere. Quare idea falsa quatenus falsa est, certitudinem non +involvit. Cum itaque dicimus hominem in falsis acquiescere nec de iis dubitare, +non ideo ipsum certum esse sed tantum non dubitare dicimus vel quod in falsis +acquiescit quia nullæ causæ dantur quæ efficiant ut ipsius imaginatio +fluctuetur. Qua de re vide scholium propositionis 44 hujus partis. Quantumvis +igitur homo falsis adhærere supponatur, nunquam tamen ipsum certum esse dicemus. +Nam per certitudinem quid positivum intelligimus (vide propositionem 43 hujus +cum ejusdem scholio) non vero dubitationis privationem. At per certitudinis +privationem falsitatem intelligimus. Sed ad uberiorem explicationem præcedentis +propositionis quædam monenda supersunt. Superest deinde ut ad objectiones quæ in +nostram hanc doctrinam objici possunt, respondeam et denique ut omnem amoveam +scrupulum, operæ pretium esse duxi hujus doctrinæ quasdam utilitates indicare. +Quasdam inquam nam præcipuæ ex iis quæ in quinta parte dicemus, melius +intelligentur. + +Incipio igitur a primo lectoresque moneo ut accurate distinguant inter ideam +sive mentis conceptum et inter imagines rerum quas imaginamur. Deinde necesse +est ut distinguant inter ideas et verba quibus res significamus. Nam quia hæc +tria, imagines scilicet verba et ideæ, a multis vel plane confunduntur vel non +satis accurate vel denique non satis caute distinguuntur, ideo hanc de voluntate +doctrinam scitu prorsus necessariam tam ad speculationem quam ad vitam sapienter +instituendam plane ignorarunt. Quippe qui putant ideas consistere in imaginibus +quæ in nobis ex corporum occursu formantur, sibi persuadent ideas illas rerum +quarum similem nullam imaginem formare possumus, non esse ideas sed tantum +figmenta quæ ex libero voluntatis arbitrio fingimus; ideas igitur veluti +picturas in tabula mutas aspiciunt et hoc præjudicio præoccupati non vident +ideam quatenus idea est, affirmationem aut negationem involvere. Deinde qui +verba confundunt cum idea vel cum ipsa affirmatione quam idea involvit, putant +se posse contra id quod sentiunt velle quando aliquid solis verbis contra id +quod sentiunt affirmant aut negant. Hæc autem præjudicia exuere facile is +poterit qui ad naturam cogitationis attendit, quæ extensionis conceptum minime +involvit atque adeo clare intelliget ideam (quandoquidem modus cogitandi est) +neque in rei alicujus imagine neque in verbis consistere. Verborum namque et +imaginum essentia a solis motibus corporeis constituitur, qui cogitationis +conceptum minime involvunt. Atque hæc pauca de his monuisse sufficiat, quare ad +prædictas objectiones transeo. Harum prima est quod constare putant voluntatem latius se extendere quam -intellectum atque adeo ab eodem diversam esse. Ratio autem cur putant -voluntatem latius se extendere quam intellectum est quia se experiri -aiunt se non majore assentiendi sive affirmandi et negandi facultate -indigere ad infinitis aliis rebus quas non percipimus, assentiendum quam -jam habemus, at quidem majore facultate intelligendi. Distinguitur ergo -voluntas ab intellectu quod finitus hic sit, illa autem infinita. - -Secundo nobis objici potest quod experientia nihil clarius videatur -docere quam quod nostrum judicium possumus suspendere ne rebus quas -percipimus, assentiamur; quod hinc etiam confirmatur quod nemo dicitur -decipi quatenus aliquid percipit sed tantum quatenus assentitur aut -dissentitur. Exempli gratia qui equum alatum fingit, non ideo concedit -dari equum alatum hoc est non ideo decipitur nisi simul concedat dari -equum alatum; nihil igitur clarius videtur docere experientia quam quod -voluntas sive facultas assentiendi libera sit et a facultate -intelligendi diversa. +intellectum atque adeo ab eodem diversam esse. Ratio autem cur putant voluntatem +latius se extendere quam intellectum est quia se experiri aiunt se non majore +assentiendi sive affirmandi et negandi facultate indigere ad infinitis aliis +rebus quas non percipimus, assentiendum quam jam habemus, at quidem majore +facultate intelligendi. Distinguitur ergo voluntas ab intellectu quod finitus +hic sit, illa autem infinita. + +Secundo nobis objici potest quod experientia nihil clarius videatur docere quam +quod nostrum judicium possumus suspendere ne rebus quas percipimus, assentiamur; +quod hinc etiam confirmatur quod nemo dicitur decipi quatenus aliquid percipit +sed tantum quatenus assentitur aut dissentitur. Exempli gratia qui equum alatum +fingit, non ideo concedit dari equum alatum hoc est non ideo decipitur nisi +simul concedat dari equum alatum; nihil igitur clarius videtur docere +experientia quam quod voluntas sive facultas assentiendi libera sit et a +facultate intelligendi diversa. Tertio objici potest quod una affirmatio non plus realitatis videtur continere quam alia hoc est non majore potentia indigere videmur ad @@ -76,115 +72,105 @@ hæc alia forsan possunt objici sed quia inculcare non teneor quid unusquisque somniare potest, ad has objectiones tantum respondere curabo idque quam potero breviter. -Et quidem ad primam dico me concedere voluntatem latius se extendere -quam intellectum si per intellectum claras tantummodo et distinctas -ideas intelligant sed nego voluntatem latius se extendere quam -perceptiones sive concipiendi facultatem nec sane video cur facultas -volendi potius dicenda est infinita quam sentiendi facultas; sicut enim -infinita (unum tamen post aliud nam infinita simul affirmare non -possumus) eadem volendi facultate possumus affirmare, sic etiam infinita -corpora (unum nempe post aliud) eadem sentiendi facultate possumus -sentire sive percipere. Quod si dicant infinita dari quæ percipere non -possumus? regero nos ea ipsa nulla cogitatione et consequenter nulla -volendi facultate posse assequi. At dicunt si Deus vellet efficere ut ea -etiam perciperemus, majorem quidem facultatem percipiendi deberet nobis -dare sed non majorem quam dedit volendi facultatem; quod idem est ac si -dicerent quod si Deus velit efficere ut infinita alia entia -intelligeremus, necesse quidem esset ut nobis daret majorem intellectum -sed non universaliorem entis ideam quam dedit ad eadem infinita entia -amplectendum. Ostendimus enim voluntatem ens esse universale sive ideam -qua omnes singulares volitiones hoc est id quod iis omnibus commune est, -explicamus. Cum itaque hanc omnium volitionum communem sive universalem -ideam facultatem esse credant, minime mirum si hanc facultatem ultra -limites intellectus in infinitum se extendere dicant. Universale enim -æque de uno ac de pluribus ac de infinitis individuis dicitur. - -Ad secundam objectionem respondeo negando nos liberam habere potestatem -judicium suspendendi. Nam cum dicimus aliquem judicium suspendere, nihil -aliud dicimus quam quod videt se rem non adæquate percipere. Est igitur -judicii suspensio revera perceptio et non libera voluntas. Quod ut clare -intelligatur, concipiamus puerum equum alatum imaginantem nec aliud -quicquam percipientem. Quandoquidem hæc imaginatio equi existentiam -involvit (per corollarium propositionis 17 hujus) nec puer quicquam -percipit quod equi existentiam tollat, ille necessario equum ut -præsentem contemplabitur nec de ejus existentia poterit dubitare quamvis -de eadem non sit certus. Atque hoc quotidie in somnis experimur nec +Et quidem ad primam dico me concedere voluntatem latius se extendere quam +intellectum si per intellectum claras tantummodo et distinctas ideas intelligant +sed nego voluntatem latius se extendere quam perceptiones sive concipiendi +facultatem nec sane video cur facultas volendi potius dicenda est infinita quam +sentiendi facultas; sicut enim infinita (unum tamen post aliud nam infinita +simul affirmare non possumus) eadem volendi facultate possumus affirmare, sic +etiam infinita corpora (unum nempe post aliud) eadem sentiendi facultate +possumus sentire sive percipere. Quod si dicant infinita dari quæ percipere non +possumus? regero nos ea ipsa nulla cogitatione et consequenter nulla volendi +facultate posse assequi. At dicunt si Deus vellet efficere ut ea etiam +perciperemus, majorem quidem facultatem percipiendi deberet nobis dare sed non +majorem quam dedit volendi facultatem; quod idem est ac si dicerent quod si Deus +velit efficere ut infinita alia entia intelligeremus, necesse quidem esset ut +nobis daret majorem intellectum sed non universaliorem entis ideam quam dedit ad +eadem infinita entia amplectendum. Ostendimus enim voluntatem ens esse +universale sive ideam qua omnes singulares volitiones hoc est id quod iis +omnibus commune est, explicamus. Cum itaque hanc omnium volitionum communem sive +universalem ideam facultatem esse credant, minime mirum si hanc facultatem ultra +limites intellectus in infinitum se extendere dicant. Universale enim æque de +uno ac de pluribus ac de infinitis individuis dicitur. + +Ad secundam objectionem respondeo negando nos liberam habere potestatem judicium +suspendendi. Nam cum dicimus aliquem judicium suspendere, nihil aliud dicimus +quam quod videt se rem non adæquate percipere. Est igitur judicii suspensio +revera perceptio et non libera voluntas. Quod ut clare intelligatur, concipiamus +puerum equum alatum imaginantem nec aliud quicquam percipientem. Quandoquidem +hæc imaginatio equi existentiam involvit (per corollarium propositionis 17 +hujus) nec puer quicquam percipit quod equi existentiam tollat, ille necessario +equum ut præsentem contemplabitur nec de ejus existentia poterit dubitare +quamvis de eadem non sit certus. Atque hoc quotidie in somnis experimur nec credo aliquem esse qui putet se, dum somniat, liberam habere potestatem -suspendendi de iis quæ somniat, judicium efficiendique ut ea quæ se -videre somniat, non somniet et nihilominus contingit ut etiam in somnis -judicium suspendamus nempe cum somniamus nos somniare. Porro concedo -neminem decipi quatenus percipit hoc est mentis imaginationes in se -consideratas nihil erroris involvere concedo (vide scholium -propositionis 17 hujus) sed nego hominem nihil affirmare quatenus -percipit. Nam quid aliud est equum alatum percipere quam alas de equo -affirmare? Si enim mens præter equum alatum nihil aliud perciperet, -eundem sibi præsentem contemplaretur nec causam haberet ullam dubitandi -de ejusdem existentia nec ullam dissentiendi facultatem nisi imaginatio -equi alati juncta sit ideæ quæ existentiam ejusdem equi tollit vel quod -percipit ideam equi alati quam habet esse inadæquatam atque tum vel -ejusdem equi existentiam necessario negabit vel de eadem necessario -dubitabit. - -Atque his puto me ad tertiam etiam objectionem respondisse nempe quod -voluntas universale quid sit quod de omnibus ideis prædicatur quodque id -tantum significat quod omnibus ideis commune est nempe affirmationem. -Cujus propterea adæquata essentia quatenus sic abstracte concipitur, -debet esse in unaquaque idea et hac ratione tantum in omnibus eadem sed -non quatenus consideratur essentiam ideæ constituere nam eatenus -singulares affirmationes æque inter se differunt ac ipsæ ideæ. Exempli -gratia affirmatio quam idea circuli ab illa quam idea trianguli involvit -æque differt ac idea circuli ab idea trianguli. Deinde absolute nego nos -æquali cogitandi potentia indigere ad affirmandum verum esse id quod -verum est quam ad affirmandum verum esse id quod falsum est. Nam hæ duæ -affirmationes, si mentem spectes, se habent ad invicem ut ens ad -non-ens; nihil enim in ideis positivum est quod falsitatis formam -constituit (vide propositionem 35 hujus cum ejus scholio et scholium -propositionis 47 hujus). Quare hic apprime venit notandum quam facile -decipimur quando universalia cum singularibus, et entia rationis et -abstracta cum realibus confundimus. - -Quod denique ad quartam objectionem attinet, dico me omnino concedere -quod homo in tali æquilibrio positus (nempe qui nihil aliud percipit -quam sitim et famem, talem cibum et talem potum qui æque ab eo distant) -fame et siti peribit. Si me rogant an talis homo non potius asinus quam -homo sit æstimandus? dico me nescire ut etiam nescio quanti æstimandus -sit ille qui se pensilem facit et quanti æstimandi sint pueri, stulti, -vesani, etc. - -Superest tandem indicare quantum hujus doctrinæ cognitio ad usum vitæ -conferat, quod facile ex his animadvertemus. Nempe - -I° quatenus docet nos ex solo Dei nutu agere divinæque naturæ esse -participes et eo magis quo perfectiores actiones agimus et quo magis -magisque Deum intelligimus. Hæc ergo doctrina præterquam quod animum -omnimode quietum reddit, hoc etiam habet quod nos docet in quo nostra -summa felicitas sive beatitudo consistit nempe in sola Dei cognitione ex -qua ad ea tantum agenda inducimur quæ amor et pietas suadent. Unde clare -intelligimus quantum illi a vera virtutis æstimatione aberrant qui pro -virtute et optimis actionibus tanquam pro summa servitute, summis -præmiis a Deo decorari exspectant quasi ipsa virtus Deique servitus non -esset ipsa felicitas et summa libertas. - -II° Quatenus docet quomodo circa res fortunæ sive quæ in nostra -potestate non sunt hoc est circa res quæ ex nostra natura non sequuntur, -nos gerere debeamus nempe utramque fortunæ faciem æquo animo exspectare -et ferre : nimirum quia omnia ab æterno Dei decreto eadem necessitate -sequuntur ac ex essentia trianguli sequitur quod tres ejus anguli sunt -æquales duobus rectis. - -III° Confert hæc doctrina ad vitam socialem quatenus docet neminem odio -habere, contemnere, irridere, nemini irasci, invidere. Præterea quatenus -docet ut unusquisque suis sit contentus et proximo auxilio, non ex -muliebri misericordia, partialitate neque superstitione sed ex solo -rationis ductu prout scilicet tempus et res postulat ut in quarta parte -ostendam. - -IV° Denique confert etiam hæc doctrina non parum ad communem societatem -quatenus docet qua ratione cives gubernandi sint et ducendi nempe non ut -serviant sed ut libere ea quæ optima sunt, agant. Atque his quæ in hoc -scholio agere constitueram, absolvi et eo finem huic nostræ secundæ -parti impono in qua puto me naturam mentis humanæ ejusque proprietates -satis prolixe et quantum rei difficultas fert, clare explicuisse atque -talia tradidisse ex quibus multa præclara, maxime utilia et cognitu -necessaria concludi possunt, ut partim ex sequentibus constabit. +suspendendi de iis quæ somniat, judicium efficiendique ut ea quæ se videre +somniat, non somniet et nihilominus contingit ut etiam in somnis judicium +suspendamus nempe cum somniamus nos somniare. Porro concedo neminem decipi +quatenus percipit hoc est mentis imaginationes in se consideratas nihil erroris +involvere concedo (vide scholium propositionis 17 hujus) sed nego hominem nihil +affirmare quatenus percipit. Nam quid aliud est equum alatum percipere quam alas +de equo affirmare? Si enim mens præter equum alatum nihil aliud perciperet, +eundem sibi præsentem contemplaretur nec causam haberet ullam dubitandi de +ejusdem existentia nec ullam dissentiendi facultatem nisi imaginatio equi alati +juncta sit ideæ quæ existentiam ejusdem equi tollit vel quod percipit ideam equi +alati quam habet esse inadæquatam atque tum vel ejusdem equi existentiam +necessario negabit vel de eadem necessario dubitabit. + +Atque his puto me ad tertiam etiam objectionem respondisse nempe quod voluntas +universale quid sit quod de omnibus ideis prædicatur quodque id tantum +significat quod omnibus ideis commune est nempe affirmationem. Cujus propterea +adæquata essentia quatenus sic abstracte concipitur, debet esse in unaquaque +idea et hac ratione tantum in omnibus eadem sed non quatenus consideratur +essentiam ideæ constituere nam eatenus singulares affirmationes æque inter se +differunt ac ipsæ ideæ. Exempli gratia affirmatio quam idea circuli ab illa quam +idea trianguli involvit æque differt ac idea circuli ab idea trianguli. Deinde +absolute nego nos æquali cogitandi potentia indigere ad affirmandum verum esse +id quod verum est quam ad affirmandum verum esse id quod falsum est. Nam hæ duæ +affirmationes, si mentem spectes, se habent ad invicem ut ens ad non-ens; nihil +enim in ideis positivum est quod falsitatis formam constituit (vide +propositionem 35 hujus cum ejus scholio et scholium propositionis 47 hujus). +Quare hic apprime venit notandum quam facile decipimur quando universalia cum +singularibus, et entia rationis et abstracta cum realibus confundimus. + +Quod denique ad quartam objectionem attinet, dico me omnino concedere quod homo +in tali æquilibrio positus (nempe qui nihil aliud percipit quam sitim et famem, +talem cibum et talem potum qui æque ab eo distant) fame et siti peribit. Si me +rogant an talis homo non potius asinus quam homo sit æstimandus? dico me nescire +ut etiam nescio quanti æstimandus sit ille qui se pensilem facit et quanti +æstimandi sint pueri, stulti, vesani, etc. + +Superest tandem indicare quantum hujus doctrinæ cognitio ad usum vitæ conferat, +quod facile ex his animadvertemus. Nempe + +I° quatenus docet nos ex solo Dei nutu agere divinæque naturæ esse participes et +eo magis quo perfectiores actiones agimus et quo magis magisque Deum +intelligimus. Hæc ergo doctrina præterquam quod animum omnimode quietum reddit, +hoc etiam habet quod nos docet in quo nostra summa felicitas sive beatitudo +consistit nempe in sola Dei cognitione ex qua ad ea tantum agenda inducimur quæ +amor et pietas suadent. Unde clare intelligimus quantum illi a vera virtutis +æstimatione aberrant qui pro virtute et optimis actionibus tanquam pro summa +servitute, summis præmiis a Deo decorari exspectant quasi ipsa virtus Deique +servitus non esset ipsa felicitas et summa libertas. + +II° Quatenus docet quomodo circa res fortunæ sive quæ in nostra potestate non +sunt hoc est circa res quæ ex nostra natura non sequuntur, nos gerere debeamus +nempe utramque fortunæ faciem æquo animo exspectare et ferre : nimirum quia +omnia ab æterno Dei decreto eadem necessitate sequuntur ac ex essentia trianguli +sequitur quod tres ejus anguli sunt æquales duobus rectis. + +III° Confert hæc doctrina ad vitam socialem quatenus docet neminem odio habere, +contemnere, irridere, nemini irasci, invidere. Præterea quatenus docet ut +unusquisque suis sit contentus et proximo auxilio, non ex muliebri misericordia, +partialitate neque superstitione sed ex solo rationis ductu prout scilicet +tempus et res postulat ut in quarta parte ostendam. + +IV° Denique confert etiam hæc doctrina non parum ad communem societatem quatenus +docet qua ratione cives gubernandi sint et ducendi nempe non ut serviant sed ut +libere ea quæ optima sunt, agant. + +Atque his quæ in hoc scholio agere constitueram, absolvi et eo finem huic nostræ +secundæ parti impono in qua puto me naturam mentis humanæ ejusque proprietates +satis prolixe et quantum rei difficultas fert, clare explicuisse atque talia +tradidisse ex quibus multa præclara, maxime utilia et cognitu necessaria +concludi possunt, ut partim ex sequentibus constabit.