ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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 1 Aus allem oben Gesagten erhellt klar, daß wir vieles auffassen und
 2 Allgemeinbegriffe bilden.
 3 
 4 1.  Aus den Einzeldingen, die durch die Sinne verstümmelt, verworren und ohne
 5     Ordnung sich dem Verstand darstellen (siehe Folgesatz zu Lehrsatz 29 dieses
 6     Teils); deshalb pflege ich solche Auffassungen eine Erkenntnis aus
 7     unsicherer Erfahrung zu nennen.
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 9 2.  Aus Zeichen, z. B. daraus, daß wir uns beim Hören oder Lesen gewisser Worte
10     der Dinge wieder erinnern, und gewisse Ideen von ihnen bilden, ähnlich
11     denen, durch welche wir die Dinge vorstellen (siehe Anm. zu Lehrsatz 18
12     dieses Teils). Diese beiden Arten, die Dinge anzusehen, werde ich in der
13     Folge Erkenntnis der ersten Gattung, Meinung oder Vorstellung nennen.
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15 3.  Endlich daraus, daß wir Gemeinbegriffe und adäquate Ideen der Eigenschaften
16     der Dinge haben (siehe Folgesatz zu Lehrsatz 38 und 39 mit dem Folgesatz und
17     Lehrsatz 40 dieses Teils). Diese Art werde ich Vernunft und Erkenntnis der
18     zweiten Gattung nennen. –
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20 Außer diesen beiden Gattungen der Erkenntnis gibt es, wie ich im folgenden
21 zeigen werde, noch eine andere dritte, welche wir das intuitive Wissen nennen
22 wollen, und diese Gattung des Erkennens schreitet von der adäquaten Idee des
23 formalen Wesens einiger Attribute Gottes bis zu der adäquaten Erkenntnis des
24 Wesens der Dinge vor. Alles dies will ich durch ein Beispiel erläutern. Es seien
25 z. B. drei Zahlen gegeben, um die vierte zu erhalten, welche sich zur dritten
26 verhält, wie die zweite zur ersten. Ein Kaufmann wird sich nicht bedenken und
27 die zweite und dritte multiplizieren, und das Produkt durch die erste
28 dividieren, weil er nämlich das, was er von dem Lehrer ohne irgendeinen Beweis
29 gehört, noch nicht vergessen hat, oder weil er es oft bei den einfachsten Zahlen
30 erfahren hat, oder auch aus dem Beweise des Lehrsatzes 19 im Buche 7 des Euklid,
31 nämlich aus der gemeinsamen Eigenschaft der Proportionen. Bei den einfachsten
32 Zahlen aber bedarf es nichts dergleichen, z. B. bei den Zahlen l, 2, 3 sieht
33 jeder, daß die vierte Proportionale 6 ist, und zwar viel klarer, weil wir aus
34 dem Verhältnisse der ersten Zahl zur zweiten, das wir auf den ersten Blick
35 wahrnehmen, die vierte selbst erschließen.
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