5p9d.md (1128B)
1 Ein Affekt ist nur insofern schlecht oder schädlich, sofern der Geist durch ihn 2 am Denken gehindert wird (nach den Lehrsätzen 26 und 27, Teil 4). Daher ist ein 3 Affekt, durch welchen der Geist bestimmt wird, viele Objekte zugleich zu 4 betrachten, minder schädlich als ein anderer, gleich starker Affekt, welcher den 5 Geist in der Betrachtung bloß eines einzelnen Objekts oder einer geringeren 6 Anzahl von Objekten so festhält, daß er an andere nicht denken kann. Damit ist 7 das erste bewiesen. – Da ferner das Wesen des Geistes, d.h. (nach Lehrsatz 7, 8 Teil 3) sein Vermögen, im Denken allein besteht (nach Lehrsatz 11, Teil 2), so 9 leidet folglich der Geist durch einen Affekt, durch welchen er bestimmt wird, 10 vieles zugleich zu betrachten, weniger als durch einen gleich starken Affekt, 11 welcher den Geist in der Betrachtung bloß eines einzelnen Objekts oder einer 12 geringeren Anzahl von Objekten festhält. Damit ist das zweite bewiesen. – 13 Endlich ist auch dieser Affekt (nach Lehrsatz 48, Teil 3), sofern er sich auf 14 viele äußere Ursachen bezieht, gegen jede einzelne derselben schwächer. – 15 W.z.b.w. 16 17