5p23sc.md (1395B)
1 Es ist, wie gesagt, diese Idee, welche das Wesen des Körpers unter dem 2 Gesichtspunkt der Ewigkeit ausdrückt,eine gewisse Form (Modus) des Denkens, 3 welche zum Wesen des Geistes gehört und welche notwendig ewig ist. – Dennoch 4 ist es unmöglich, daß wir uns erinnern, vor dem Körper existiert zu haben, da es 5 ja im Körper keine Spuren davon geben und die Ewigkeit weder durch die Zeit 6 definiert werden noch irgendeine Beziehung zur Zeit haben kann. Dessenungeachtet 7 aber wissen und erfahren wir, daß wir ewig sind. Denn der Geist weiß jene Dinge, 8 die er durch das Erkennen begreift, nicht minder als jene, die er im Gedächtnis 9 hat. Denn die Augen des Geistes, mit welchen er die Dinge sieht und beobachtet, 10 sind eben die Beweise. 11 12 Obgleich wir uns also nicht erinnern, vor dem Körper existiert zu haben, so 13 wissen wir doch, daß unser Geist, sofern er das Wesen des Körpers unter dem 14 Gesichtspunkt der Ewigkeit in sich schließt, ewig ist und daß diese Existenz 15 desselben nicht durch Zeit definiert oder durch Dauer erklärt werden kann. – 16 Unser Geist kann also nur insofern dauernd heißen, und seine Existenz kann nur 17 insofern durch eine gewisse Zeit bestimmt werden, sofern er die wirkliche 18 Existenz des Körpers in sich schließt; und nur insofern hat er das Vermögen, die 19 Existenz der Dinge durch Zeit zu bestimmen und sie unter dem Begriff der Dauer 20 zu begreifen. 21 22