4p9d.md (792B)
1 Die Vorstellung ist eine Idee, durch welche der Geist ein Ding als gegenwärtig 2 betrachtet (s. deren Definition in der Anmerkung zu Lehrsatz 17, Teil 2), die 3 aber mehr den Zustand des menschlichen Körpers als die Natur des äußern Dinges 4 anzeigt (nach Zusatz II zu Lehrsatz 16, Teil 2). Ein Affekt ist also (nach der 5 allgemeinen Definition der Affekte) eine Vorstellung, sofern sie den Zustand des 6 Körpers anzeigt. Eine Vorstellung ist aber (nachLehrsatz 17, Teil 2) kräftiger, 7 solange wir uns nichts vorstellen, was die gegenwärtige Existenz des äußern 8 Dinges ausschließt. Folglich ist auch ein Affekt, von dessen Ursache wir uns 9 vorstellen, daß sie in der Gegenwart bei uns ist, kräftiger oder stärker, als 10 wenn wir uns vorstellen, daß sie nicht bei uns ist. – W.z.b.w. 11 12