4p8d.md (1186B)
1 Wir nennen das gut oder schlecht, was der Erhaltung unseres Seins nützt oder 2 schadet (nach den Definitionen 1und 2 dieses Teils), d.h. (nach Lehrsatz 7, Teil 3 3), was unser Tätigkeitsvermögen vermehrt oder vermindert, fördert oder hemmt. 4 Sofern wir daher (nach der Definition von Lust und Unlust, s. dieselbe in der 5 Anmerkung zu Lehrsatz 11, Teil 3) wahrnehmen, daß uns irgendein Ding mit Lust 6 oder Unlust erregt, nennen wir es gut oder schlecht. Also ist die Erkenntnis des 7 Guten oder Schlechten nichts anderes als die Idee der Lust und Unlust, die aus 8 dem Lust- oder Unlustaffekt selbst notwendig folgt (nach Lehrsatz 22, Teil 2). 9 Diese Idee ist aber in derselben Weise mit dem Affekt vereinigt, wie der Geist 10 mit dem Körper vereinigt ist (nach Lehrsatz 21, Teil 2); d.h. (wie in der 11 Anmerkung desselben Lehrsatzes gezeigt worden), diese Idee unterscheidet sich in 12 Wirklichkeit von dem Affekt selbst oder (nach der allgemeinen Definition der 13 Affekte) von der Idee der Körpererregung durch nichts als durch den bloßen 14 Begriff. Folglich ist diese Erkenntnis des Guten und Schlechten nichts anderes 15 als der Affekt selbst, sofern wir uns desselben bewußt sind. – W.z.b.w. 16 17