4p68sc.md (1522B)
1 Aus Lehrsatz 4 dieses Teils erhellt, daß die Voraussetzung dieses Satzes eine 2 falsche ist und nur begriffen werden kann, sofern wir die menschliche Natur 3 allein oder vielmehr Gott ins Auge fassen, nicht sofern er unendlich ist, 4 sondern sofern er nur die Ursache ist, daß der Mensch existiert. 5 6 Dieses nun und anderes, was ich hier bewiesen habe, scheint in der mosaischen 7 Geschichte vom ersten Menschen angedeutet zu sein. Dort wird nämlich kein 8 anderes Vermögen Gottes begriffen als das, womit er den Menschen geschaffen hat, 9 d.h. das Vermögen, womit er für den Nutzen des Menschen allein gesorgt hat. 10 Insofern wird erzählt, daß Gott dem freien Menschen verboten habe, vom Baume der 11 Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen, und daß der Mensch, sobald er davon 12 essen würde, mehr von der Furcht vor dem Tod als von dem Wunsch zu lebenerfüllt 13 sein würde. Ferner, daß, als der Mann das Weib gefunden hatte, die mit seiner 14 Natur vollständig übereinstimmte, er erkannte, daß es in der Natur nichts geben 15 könne, was ihm nützlicher sein könnte als sie; daß aber, als er glaubte, die 16 Tiere wären ihm ähnlich, er sogleich anfing, ihre Affekte nachzuahmen (s. 17 Lehrsatz 27, Teil 3) und seine Freiheit zu verlieren; welche die Patriarchen 18 später wiedererlangten, geführt von dem Geiste Christi, d.h. von der Idee 19 Gottes, von der es allein abhängt, daß der Mensch frei ist und das Gute, welches 20 er sich wünscht, auch den anderen Menschen wünscht, wie ich oben (in Lehrsatz 37 21 dieses Teils) bewiesen habe. 22 23