ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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4p68sc.md (1522B)


 1 Aus Lehrsatz 4 dieses Teils erhellt, daß die Voraussetzung dieses Satzes eine
 2 falsche ist und nur begriffen werden kann, sofern wir die menschliche Natur
 3 allein oder vielmehr Gott ins Auge fassen, nicht sofern er unendlich ist,
 4 sondern sofern er nur die Ursache ist, daß der Mensch existiert.
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 6 Dieses nun und anderes, was ich hier bewiesen habe, scheint in der mosaischen
 7 Geschichte vom ersten Menschen angedeutet zu sein. Dort wird nämlich kein
 8 anderes Vermögen Gottes begriffen als das, womit er den Menschen geschaffen hat,
 9 d.h. das Vermögen, womit er für den Nutzen des Menschen allein gesorgt hat.
10 Insofern wird erzählt, daß Gott dem freien Menschen verboten habe, vom Baume der
11 Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen, und daß der Mensch, sobald er davon
12 essen würde, mehr von der Furcht vor dem Tod als von dem Wunsch zu lebenerfüllt
13 sein würde. Ferner, daß, als der Mann das Weib gefunden hatte, die mit seiner
14 Natur vollständig übereinstimmte, er erkannte, daß es in der Natur nichts geben
15 könne, was ihm nützlicher sein könnte als sie; daß aber, als er glaubte, die
16 Tiere wären ihm ähnlich, er sogleich anfing, ihre Affekte nachzuahmen (s.
17 Lehrsatz 27, Teil 3) und seine Freiheit zu verlieren; welche die Patriarchen
18 später wiedererlangten, geführt von dem Geiste Christi, d.h. von der Idee
19 Gottes, von der es allein abhängt, daß der Mensch frei ist und das Gute, welches
20 er sich wünscht, auch den anderen Menschen wünscht, wie ich oben (in Lehrsatz 37
21 dieses Teils) bewiesen habe.
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