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1 Wenn wir von der Dauer der Dinge eine adäquate Erkenntnis haben und die Zeit 2 ihrer Existenz durch die Vernunft bestimmen könnten, so würden wir die 3 zukünftigen Dinge mit demselben Affekt betrachten wie die gegenwärtigen, der 4 Geist würde das Gute, welches er als zukünftig begreift, ebenso wie ein 5 gegenwärtiges erstreben; und folglich würde er notwendig auf ein geringeres 6 gegenwärtiges Gut um eines größeren zukünftigen Guts willen verzichten und 7 etwas, das in der Gegenwart gut, aber die Ursache irgendeines zukünftigen Übels 8 ist, keineswegs erstreben, wie ich bald beweisen werde. Allein wir können von 9 der Dauer der Dinge (nach Lehrsatz 31, Teil 2) nur eine sehr inadäquate 10 Erkenntnis haben und bestimmen die Existenz der Dinge (nach Anmerkung zu 11 Lehrsatz 44, Teil 2) durch die bloße Zeitenvorstellung, welche von dem Bild 12 eines gegenwärtigen und dem eines zukünftigenDinges nicht gleicherweise erregt 13 wird. Daher kommt es, daß die wahre Erkenntnis des Guten und Schlechten, die wir 14 haben, nur eine abstrakte oder universale ist und daß das Urteil, das wir über 15 die Ordnung und den ursächlichen Zusammenhang der Dinge bilden, um bestimmen zu 16 können, was in der Gegenwart gut oder schlecht für uns sei, mehr ein imaginäres 17 als ein sachgemäßes ist. Darum ist es auch kein Wunder, wenn die Begierde, die 18 aus der Erkenntnis des Guten und Schlechten, sofern sie Zukünftiges betrifft, 19 entspringt, sehr leicht durch die Begierde zu Dingen eingeschränkt werden kann, 20 die in der Gegenwart angenehm sind. Hierüber sehe man den 16. Lehrsatz dieses 21 Teils. 22 23