4p62d.md (932B)
1 Alles, was der Geist unter der Leitung der Vernunft begreift, begreift er unter 2 demselben Gesichtspunkt der Ewigkeit oder Notwendigkeit (nach Zusatz II zu 3 Lehrsatz 44, Teil 2), und er wird dabei von derselben Gewißheit erregt (nach 4 Lehrsatz 43, Teil 2, und seiner Anmerkung). Mag daher die Idee die eines 5 zukünftigen, vergangenen oder gegenwärtigen Dinges sein, so begreift der Geist 6 das Ding mit derselben Notwendigkeit und wird von derselben Gewißheit erregt, 7 und die Idee wird, mag sie die eines zukünftigen, vergangenen oder gegenwärtigen 8 Dinges sein, dennoch gleich wahr sein (nach Lehrsatz 41, Teil 2), d.h. (nach 9 Definition 4, Teil 2), sie wird dennoch immer dieselben Eigenschaften einer 10 adäquaten Idee haben. Mithin wird der Geist, sofern er die Dinge nach dem Gebot 11 der Vernunft begreift, auf dieselbe Weise erregt, ob die Idee die eines 12 zukünftigen, vergangenen oder gegenwärtigen Dinges ist. – W.z.b.w. 13 14