4p61d.md (787B)
1 Die Begierde (nach den Definitionen der Affekte, Ziffer I), absolut betrachtet, 2 ist des Menschen Wesen selbst, sofern es auf irgendeine Weise zu handeln 3 bestimmt begriffen wird. Die Begierde daher, die aus der Vernunft entspringt, 4 d.h. (nach Lehrsatz 3, Teil 3), die in uns entsteht, sofern wir tätig sind, ist 5 des Menschen Wesen oder Natur selbst, sofern es begriffen wird als bestimmt, das 6 zu tun, was aus dem Wesen des Menschen allein adäquat begriffen wird (nach 7 Definition 2, Teil 3). Wenn also diese Begierde ein Übermaß haben könnte, so 8 könnte folglich die menschliche Natur, an sich allein betrachtet sich selbst 9 überschreiten oder mehr vermögen, als sie vermag, was ein offenbarer Widerspruch 10 ist. Daher kann diese Begierde ein Übermaß nicht haben. – W.z.b.w. 11 12