ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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4p56d.md (929B)


 1 Die erste Grundlage der Tugend ist, sein Sein zu erhalten (nach Zusatz zu
 2 Lehrsatz 22 dieses Teils), und zwar nach der Leitung der Vernunft (nach Lehrsatz
 3 24 dieses Teils). Wer also sich selbst nicht kennt, kennt nicht die Grundlage
 4 aller Tugenden und folglich auch nicht diese Tugenden selbst. Aus Tugend handeln
 5 ist ferner nichts anderes, als nach der Leitung der Vernunft handeln (nach
 6 Lehrsatz 24 dieses Teils). Wer aber nach der Leitung der Vernunft handelt, muß
 7 notwendig wissen, daß er nach der Leitung der Vernunft handelt (nach Lehrsatz
 8 43, Teil 2). Wer also sich selbst und folglich (wie eben gezeigt worden) alle
 9 Tugenden am wenigsten kennt, der handelt am wenigsten aus Tugend, d.h. (wie aus
10 Definition 8 dieses Teils erhellt), er ist am meisten geistig unvermögend.
11 Folglich bekundet (nach dem vorigen Lehrsatz) der größte Hochmut und der größte
12 Kleinmut das größte geistige Unvermögen. – W.z.b.w.
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