ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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4p54sc.md (989B)


 1 Weil die Menschen selten nach dem Gebot der Vernunft leben, darum stiften diese
 2 beiden Affekte, nämlich Niedergeschlagenheit und Reue und außer ihnen auch
 3 Hoffnung und Furcht, mehr Nutzen als Schaden; und wenn doch einmal gefehlt
 4 werden soll, so ist es immerhin besser, nach dieser Richtung zu fehlen. Denn
 5 wenn die geistig schwachen Menschen gleich hochmütig wären, sich über nichts
 6 schämten und sich vor nichts fürchteten, wie sollten sie dann durch (staatliche)
 7 Bande vereinigt und zusammengehalten werden. Der Pöbel ist furchtbar, wenn er
 8 nicht fürchtet. Kein Wunder daher, daß die Propheten, welche nicht auf den
 9 Nutzen weniger Menschen, sondern auf den allgemeinen Nutzen bedacht waren,
10 Niedergeschlagenheit, Reue und Ehrfurcht so sehr empfohlen haben. Und wirklich
11 können Menschen, welche diesen Affekten unterworfen sind, viel leichter als
12 andere nach und nach dahin gebracht werden, nach der Leitung der Vernunft zu
13 leben, d.h., frei zu sein und glückselig zu leben.
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