4p52d.md (803B)
1 Selbstzufriedenheit ist Lust, daraus entsprungen, daß der Mensch sich selbst und 2 sein Tätigkeitsvermögen betrachtet (nach den Definitionen der Affekte, Ziffer 3 XXV). Aber das wahre Tätigkeitsvermögen des Menschen oder die Tugend ist die 4 Vernunft selbst (nach Lehrsatz 3, Teil 3), welche der Mensch klar und deutlich 5 betrachtet (nach den Lehrsätzen 40 und 43, Teil 2). Folglich entspringt 6 Selbstzufriedenheit aus der Vernunft. – Ferner erfaßt der Mensch, während er 7 sich selbst betrachtet, nur das klar und deutlich oder adäquat, was aus seinem 8 Tätigkeitsvermögen erfolgt (nach Definition 2, Teil 3), d.h. (nach Lehrsatz 3, 9 Teil 3), was aus seinem Erkenntnisvermögen folgt. Also entspringt aus dieser 10 Betrachtung allein die höchste Zufriedenheit, die es geben kann. – W.z.b.w. 11 12