4p50d.md (655B)
1 Denn Mitleid ist (nach den Definitionen der Affekte, Ziffer XVIII) Unlust und 2 daher (nach Lehrsatz 41 dieses Teils) an und für sich schlecht. Das Gute aber, 3 das aus ihm folgt, daß wir nämlich den bemitleideten Menschen von seinem Leid zu 4 befreien suchen (nach Zusatz III zu Lehrsatz 27, Teil 3), suchen wir nach dem 5 bloßen Gebot der Vernunft zu tun (nach Lehrsatz 37 dieses Teils); und nur von 6 dem, was wir nach dem Gebot der Vernunft tun können wir gewiß wissen, daß es gut 7 ist (nach Lehrsatz 27 dieses Teils). Daher ist Mitleid bei einem Menschen, der 8 nach der Leitung der Vernunft lebt, an und für sich schlecht und unnütz. – 9 W.z.b.w. 10 11