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1 Das Vermögen, womit die Einzeldinge und folglich auch der Mensch sein Sein 2 erhält, ist das Vermögen Gottes oder der Natur selbst (nach Zusatz zu Lehrsatz 3 24, Teil 1), nicht sofern er unendlich ist, sondern sofern er durch das 4 wirkliche menschliche Wesen ausgedrückt werden kann (nach Lehrsatz 7, Teil 3). 5 Also ist das Vermögen des Menschen, sofern es durch dessen wirkliches Wesen 6 ausgedrückt wird, ein Teil des unendlichen Vermögens, d.h. (nach Lehrsatz 34, 7 Teil 1) Wesens Gottes oder der Natur. Damit ist das erste bewiesen. – Ferner, 8 wenn es möglich wäre, daß der Mensch keine andere Veränderungen erleiden könne 9 als solche, die aus seiner Natur allein begriffen werten können, so würde daraus 10 folgen (nach Lehrsatz 4 und 6, Teil 3), daß er nicht vergehen könne, sondern daß 11 er notwendig immer existiere. Und zwar müßte dies entweder aus einer Ursache 12 folgen, deren Vermögen endlich ist, oder aus einer Ursache, deren Vermögen 13 unendlich ist. Nämlich, entweder aus dem bloßen Vermögen des Menschen, der bei 14 dieser Annahme die Fähigkeit haben müßte, alle Veränderungen, die von äußeren 15 Ursachen herrühren könnten, von sich fernzuhalten oder aus dem unendlichen 16 Vermögen der Natur, von welcher alles einzelne so geleitet würde, daß der Mensch 17 keine anderen Veränderungen erleiden könnte als solche, welche zu seiner 18 Erhaltung dienen. Das erste aber ist (nach dem vorigen Lehrsatz, dessen Beweis 19 ein allgemeiner und auf alle Einzeldinge anwendbar ist) widersinnig. Wenn es 20 also möglich wäre, daß der Mensch keine andere Veränderungen erlitte als solche, 21 die durch die Natur des Menschen allein begriffen werden können, und daß er 22 folglich (wie bereits gezeigt) immer existierte, so müßte dies aus dem 23 unendlichen Vermögen Gottes folgen. Folglich müßte (nach Lehrsatz 16, Teil 1) 24 aus der Notwendigkeit der göttlichen Natur, sofern sie als durch die Idee eines 25 Menschen erregt betrachtet wird, die Ordnung der ganzen Natur, sofern sie unter 26 den Attributen des Denkens undder Ausdehnung begriffen wird, abgeleitet werden. 27 Daraus würde dann folgen (nach Lehrsatz 21, Teil 1), daß der Mensch unendlich 28 wäre, was (nach dem ersten Teil dieses Beweises) widersinnig ist. Es ist also 29 nicht möglich, daß der Mensch keine andere Veränderungen erleidet als solche, 30 deren adäquate Ursache er selbst ist. – W.z.b.w. 31 32