4p43d.md (1243B)
1 Wollust ist Lust, welche, sofern sie sich auf den Körper bezieht, darin besteht, 2 daß ein oder einige Teile desselben mehr als die übrigen erregt werden (s. deren 3 Definition in der Anmerkung zu Lehrsatz 11, Teil 3). Und das Vermögen (die 4 Macht) dieses Affekts kann so groß sein, daß es die übrigen Tätigkeiten des 5 Körpers übertrifft (nach Lehrsatz 6 dieses Teils) und ihm hartnäckig anhaftet 6 und also die Fähigkeit des Körpers, auf viele andere Weisen erregt zu werden, 7 beeinträchtigt. Also (nach Lehrsatz 38 dieses Teils) kann sie schlecht sein. – 8 Der Schmerz sodann, der dagegen Unlust ist, kann, für sich allein 9 betrachtet,nicht gut sein (nach Lehrsatz 41 dieses Teils). Weil aber seine Macht 10 und sein Wachstum durch das Vermögen einer äußern Ursache, verglichen mit dem 11 unsrigen, sich erklärt (nach Lehrsatz 5 dieses Teils), so können wir folglich 12 von diesem Affekt unendlich viele Grade und Arten begreifen (nach Lehrsatz 3 13 dieses Teils) und ihn also als einen solchen begreifen, der die Wollust gegen 14 Übermaß einzuschränken und insofern (nach dem ersten Teil dieses Lehrsatzes) zu 15 bewirken vermag, daß die Fähigkeit des Körpers nicht vermindert werde. Mithin 16 wird er insofern gut sein. – W.z.b.w. 17 18