4p26d.md (1309B)
1 Das Bestreben, sich zu erhalten, ist nichts anderes als das Wesen des Dinges 2 selbst (nach Lehrsatz 7, Teil 3), welches, sofern es als solches existiert, 3 begriffen wird als die Kraft besitzend, in der Existenz zu beharren (nach 4 Lehrsatz 6, Teil 3) und das zu tun, was aus seiner gegebenen Natur notwendig 5 erfolgt (s. die Definition des Verlangens in der Anmerkung zu Lehrsatz 9, Teil 6 3). Aber das Wesen der Vernunft ist nichts anderes als unser Geist, sofern er 7 klar und deutlich erkennt (s. dessen Definition in der 2. Anmerkung zu Lehrsatz 8 40, Teil 2). Folglich ist (nach Lehrsatz 40, Teil 2) alles das, wonach wir aus 9 Vernunft streben, nichts anderes als das Erkennen. – Ferner,da dieses Bestreben 10 des Geistes, womit der Geist, sofern er vernunftgemäß denkt, sein Sein zu 11 erhalten strebt, nichts anderes ist als das Erkennen (nach dem ersten Teil 12 dieses Lehrsatzes), so ist also dieses Streben nach Erkenntnis (nach Zusatz zu 13 Lehrsatz 22 dieses Teils) die erste und einzige Grundlage der Tugend, und wir 14 werden nicht um irgendeines Zwecks willen (nach Lehrsatz 25 dieses Teils) die 15 Dinge zu erkennen streben; sondern der Geist wird vielmehr, sofern er 16 vernunftgemäß denkt, nur das als für ihn gut begreifen können, was zur 17 Erkenntnis führt (nach Definition 1 dieses Teils). – W.z.b.w. 18 19