ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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4p20sc.md (1297B)


 1 Niemand also, der nicht von äußern und seiner Natur entgegengesetzten Ursachen
 2 bezwungen ist, unterläßt, das ihm Nützliche zu erstreben oder sein Sein zu
 3 erhalten. Niemand, sage ich, verschmäht die Nahrung oder nimmt sich das Leben
 4 vermöge der Notwendigkeit seiner Natur, sondern durch den Zwang äußerer
 5 Ursachen. Dies kann auf vielerlei Arten vorkommen. Jemand kann einen Selbstmord
 6 begehen, weil ein anderer ihn dazu zwingt, indem er zufällig ein Schwert in der
 7 rechten Hand hat und einanderer ihm die Hand umdreht und ihn zwingt, das Schwert
 8 gegen das eigene Herz zu kehren. Ein anderer wird, wie Seneca, auf Befehl eines
 9 Tyrannen gezwungen, sich die Adern zu öffnen, d.h., er will sich einem größern
10 Übel durch ein kleineres entziehen. Ein dritter endlich tut es, weil ihm
11 unbekannte äußere Ursachen die Einbildung (Vorstellung) so disponieren und den
12 Körper so erregen, daß dieser eine andere, der früheren entgegengesetzten Natur
13 annimmt, von der es im Geiste eine Idee nicht geben kann (nach Lehrsatz 10, Teil
14 3). Daß aber der Mensch vermöge der Notwendigkeit seiner Natur bestrebt sein
15 sollte, nicht zu existieren oder sich in eine andere Gestalt zu verwandeln, ist
16 ebenso unmöglich, wie daß aus nichts etwas werde. Dies kann jeder bei einigem
17 Nachdenken einsehen.
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