4p15d.md (1361B)
1 Aus der wahren Erkenntnis des Guten und Schlechten, sofern dieselbe ein Affekt 2 ist (nach Lehrsatz 8 dieses Teils), entspringt notwendig eine Begierde (nach den 3 Definitionen der Affekte, Ziffer I), welche um so stärker ist, je stärker der 4 Affekt ist, aus welcher sie entspringt (nach Lehrsatz 37, Teil 3). Weil aber 5 diese Begierde (nach der Voraussetzung) daraus entspringt, daß wir etwas 6 wahrhaft erkennen, so erfolgt sie also in uns, sofern wir tätig sind (nach 7 Lehrsatz 1, Teil 3), und muß also durch unser Wesen allein erkannt werden (nach 8 Definition 2, Teil 3); und folglich (nach Lehrsatz 7, Teil 3) muß ihre Macht und 9 ihr Wachstum aus dem menschlichen Vermögen allein erklärt werden. Die Begierden 10 ferner, welche aus den Affekten, die uns bestürmen, entspringen, sind auch um so 11 stärker, je heftiger diese Affekte sind; und folglich muß ihre Macht und ihr 12 Wachstum (nach Lehrsatz 5 dieses Teils) aus dem Vermögen der äußern Ursachen 13 erklärt werden, welches, im Vergleich mit unserm Vermögen, dieses unendlich 14 übertrifft (nach Lehrsatz 3 dieses Teils). Also können die Begierden, welche aus 15 solchen Affekten entspringen, heftiger sein als die Begierde, welche aus der 16 wahren Erkenntnis des Guten und Schlechten entspringt, und sie werden daher 17 (nach Lehrsatz 7 dieses Teils) diese einschränken oder ersticken können. – 18 W.z.b.w. 19 20