ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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4appc13.md (1162B)


 1 Doch dazu gehört *Geschick* und *Wachsamkeit*. Denn die Menschen sind wankelmütig
 2 (weil eben die wenigsten nach Vorschrift der Vernunft leben), dabei aber
 3 meistens mißgünstig und mehr zur Rache als zum Mitleid geneigt. Um also jeden,
 4 welchen Sinnes er sein mag, zu ertragen, dabei aber sich selbst zu hüten, daß
 5 man die Affekte der anderen nicht nachahmt, dazu ist eine besondere geistige
 6 Kraft vonnöten.
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 8 Diejenigen dagegen, welche die Menschen heruntersetzen und sich besser darauf
 9 verstehen, über die Laster zu schimpfen, als Tugenden zu lehren, und das
10 menschliche Gemüt zu zerknirschen, statt es zu kräftigen, sie sind sich und
11 andern zur Last. – Daher haben viele infolge ihrer großen Unduldsamkeit und
12 ihres falschen Religionseifers es vorgezogen, unter Tieren statt unter Menschen
13 zu leben; so wie junge Leute, die, ihren Eltern entfliehend, deren Vorwürfe sie
14 nicht geduldig ertragen können, unter die Soldaten gehen und die
15 Beschwerlichkeiten des Kriegs und ein tyrannisches Regiment den häuslichen
16 Annehmlichkeiten und elterlichen Ermahnungen vorziehen und sich jede Last
17 auferlegen lassen, nur um sich an den Eltern zu rächen.
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