ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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3p57d.md (1591B)


 1 Dieser Lehrsatz erhellt aus Axiom I. Siehe dieses nach Hilfssatz 3 zur Anmerkung
 2 bei Lehrsatz 13 im zweiten Teil. Gleichwohl will ich ihn auch aus den
 3 Definitionen der drei Hauptaffekte beweisen.
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 5 Alle Affekte beziehen sich auf Begierde, Lust oder Unlust, wie die aufgestellten
 6 Definitionen derselben zeigen. Die Begierde ist aber eben die Natur oder das
 7 Wesen eines jeden (s. deren Definition in der Anmerkung zu Lehrsatz 9 dieses
 8 Teils). Folglich ist die Begierde einesjeden Individuums von der Begierde eines
 9 andern um so viel unterschieden, als die Natur oder das Wesen des einen von dem
10 Wesen des andern sich unterscheidet. – Lust und Unlust ferner sind Leiden,
11 durch welche das Vermögen oder Bestreben eines jeden vermehrt oder vermindert,
12 gefördert oder gehemmt wird (nach Lehrsatz 11 dieses Teils und seiner
13 Anmerkung). Unter dem Bestreben aber, in seinem Sein zu verharren, verstehen
14 wir, sofern es auf Geist und Körper zugleich bezogen wird, das Verlangen oder
15 die Begierde (s. Anmerkung zu Lehrsatz 9 dieses Teils). Folglich sind Lust und
16 Unlust die Begierde oder das Verlangen selbst, sofern es von äußern Ursachen
17 vermehrt oder vermindert, gefördert oder gehemmt wird; d.h. (nach derselben
18 Anmerkung), sie sind eben die Natur eines jeden. Mithin ist auch die Lust oder
19 Unlust eines jeden von der Lust oder Unlust eines andern um so viel
20 unterschieden, als die Natur oder das Wesen des einen von dem Wesen des andern
21 verschieden ist. – Also ist jeder Affekt eines jeden Individuums von dem Affekt
22 eines andern um so viel unterschieden usw. – W.z.b.w.
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