ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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3p50sc.md (1496B)


 1 Die Dinge, welche zufällig Ursache der Hoffnung oder der Furcht sind, werden
 2 *gute* oder *schlechte Vorzeichen* genannt. Sofern ferner diese Vorzeichen Ursache
 3 der Hoffnung oder Furcht sind, insofern sind sie (nach der Definition von
 4 Hoffnung und Furcht, s. diese in der 2. Anmerkung zu Lehrsatz 18 dieses Teils)
 5 Ursache der Lust und Unlust, und insofern folglich (nach Zusatz zu Lehrsatz 15
 6 dieses Teils) lieben oder hassen wir sie und sind bestrebt (nach Lehrsatz 28
 7 dieses Teils), sie als Mittel zu dem, was wir hoffen, anzuwenden oder als
 8 Hindernisse desselben oder als Ursache der Furcht zu entfernen. Aus Lehrsatz 25
 9 dieses Teils folgt außerdem, daß wir von Natur so beschaffen sind, daß wir
10 leicht glauben, was wir hoffen, aber schwer, was wir fürchten, und daß wir von
11 dem einen mehr, von dem andern weniger,als recht ist, halten. Und hieraus ist
12 allerlei *Aberglauben* entstanden, von dem die Menschen allerorten aufgeregt
13 werden.
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15 Übrigens halte ich es hier nicht für nötig, die Schwankungen des Gemüts zu
16 erörtern, welche aus Furcht und Hoffnung entspringen, daß ja schon aus der
17 bloßen Definition dieser Affekte folgt, daß es keine Hoffnung ohne Furcht und
18 keine Furcht ohne Hoffnung gibt (was ich an der geeigneten Stelle ausführlicher
19 auseinandersetzen werde), und da wir außerdem insofern etwas lieben oder hassen,
20 sofern wir es hoffen oder fürchten; weshalb jeder alles, was von Liebe und Haß
21 gesagt wurde, leicht auf Hoffnung und Furcht wird anwenden können.
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