3p43d.md (987B)
1 Wenn sich jemand vorstellt, daß derjenige, den er haßt, von Gegenhaß gegen ihn 2 erregt ist, so entspringt daraus (nach Lehrsatz 40 dieses Teils) ein neuer Haß, 3 während der erste (nach der Voraussetzung) dabei fortdauert. Stellt er sich 4 dagegen vor, daß derselbe von Liebe gegen ihn erregt ist, so betrachtet er, 5 sofern er dies vorstellt, insofern (nach Lehrsatz 30 dieses Teils) sich selbst 6 mit Lust, und insofern wird er (nach Lehrsatz 29 dieses Teils) ihm zu gefallen 7 suchen; d.h. (nach Lehrsatz 41 dieses Teils), insofern strebt er, ihn nicht zu 8 hassen und ihn mit keiner Unlust zu erregen. Dieses Bestreben wird (nach 9 Lehrsatz 37 dieses Teils) stärker oder schwächer sein, je nachdem Affekt, aus 10 dem es entspringt. Ist es nun stärker als jenes Bestreben, das aus dem Haß 11 entspringt und wonach der Betreffende den Gehaßten (nach Lehrsatz 26 dieses 12 Teils) mit Unlust zu erregen sucht, so wird es die Oberhand haben und den Haß 13 aus dem Gemüt verdrängen. – W.z.b.w. 14 15