ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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3p35sc.md (1617B)


 1 Dieser Haß gegen den geliebten Gegenstand, der mit Neid verbunden ist, heißt
 2 *Eifersucht*. Sie ist also nichts anderes als ein Schwanken des Gemüts,
 3 entsprungen aus Liebe und Haß zugleich, verbunden mit der Idee eines andern, den
 4 man beneidet. Dieser Haß gegen den geliebten Gegenstand wird in bezug auf seine
 5 Stärke im Verhältnis stehen zur Lust, von welcher der Eifersüchtige durch die
 6 Gegenliebe des geliebten Gegenstandes erregtzu werden pflegte; wie auch zu dem
 7 Affekt, von welchem er gegen den erregt war, von dem er sich vorstellt, daß der
 8 geliebte Gegenstand sich mit ihm verbindet. Denn wenn er ihn gehaßt hatte, so
 9 wird er eben dadurch den geliebten Gegenstand (nach Lehrsatz 24 dieses Teils)
10 hassen, weil er sich vorstellt, daß derselbe das, was er selbst haßt, mit Lust
11 erregt; wie auch (nach Zusatz zu Lehrsatz 15 dieses Teils) deshalb, weil er
12 gezwungen wird, die Vorstellung des geliebten Gegenstandes mit der Vorstellung
13 dessen, den er haßt, zu verbinden.
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15 Dieses Verhältnis findet meistens in der Liebe zu Frauen statt. Denn wer sich
16 vorstellt, daß eine Frau, die er liebt, sich einem andern preisgibt, wird nicht
17 bloß Unlust empfinden, weil sein Verlangen gehemmt wird, sondern er verabscheut
18 auch diese Frau, weil er gezwungen wird, die Vorstellung der Geliebten mit den
19 geheimen Körperteilen und Exkrementen eines andern zu verbinden.
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21 Hierzu kommt endlich noch, daß der Eifersüchtige von dem geliebten Gegenstand
22 nicht mit der gleichen Miene empfangen wird, die er ihm sonst zeigte; ein
23 weiterer Grund, weshalb der Liebende von Unlust erregt wird wie ich gleich
24 zeigen werde.
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