3p35d.md (1332B)
1 Je stärker sich einer die Liebe vorstellt, von welcher ein von ihm geliebter 2 Gegenstand gegen ihn erregt ist, desto mehr wird er sich geehrt fühlen (nach dem 3 vorigen Lehrsatz), d.h. (nach Anmerkung zu Lehrsatz 30 dieses Teils) sich 4 freuen. Er wird daher (nach Lehrsatz 28 dieses Teils), soviel er vermag, sich 5 vorzustellen suchen, daß der geliebte Gegenstand auf das engste mit ihm 6 verbunden sei. Dieses Bestreben oder Verlangen wird noch gesteigert, wenn er 7 sich vorstellt, daß ein anderer denselben Gegenstand für sich begehrt (nach 8 Lehrsatz 31 dieses Teils). Es wird aber angenommen, daß dieses Bestreben oder 9 Verlangen von der Vorstellung des geliebten Gegenstandes selbst, verbunden mit 10 der Vorstellung dessen, welchen der geliebte Gegenstand mit sich verbindet, 11 gehemmt wird. Folglich wird er (nach Anmerkung zu Lehrsatz 11 dieses Teils) eben 12 dadurch von Unlust erregt werden, verbunden mit der Idee des geliebten 13 Gegenstandes als deren Ursache und zugleich mit der Vorstellung jenes andern. 14 Das heißt (nach Anmerkung zu Lehrsatz 13 dieses Teils), er wird von Haß gegen 15 den geliebten Gegenstand erregt werden und zugleich auch gegen jenen andern 16 (nach Zusatz zu Lehrsatz 15 dieses Teils), den er daher (nach Lehrsatz 23 dieses 17 Teils), weil er sich des geliebten Gegenstandes erfreut, beneiden wird. – 18 W.z.b.w. 19 20