3p31d.md (729B)
1 Dadurch allein schon, daß wir uns vorstellen, daß jemand etwas liebt, werden wir 2 es lieben (nach Lehrsatz 27 dieses Teils). Wir nehmen aber an, daß wir es auch 3 ohne dem lieben. Es tritt also eine neue Ursache zur Liebe hinzu, durch welche 4 sie genährt wird. Daher werden wir das was wir lieben, eben dadurch beharrlicher 5 lieben. Ferner werden wir dadurch, daß wir uns vorstellen, daß jemand etwas 6 verschmäht, dasselbe gleichfalls verschmähen (nach demselben Lehrsatz). Wenn wir 7 aber annehmen, daß wir es zu gleicher Zeit lieben, so werden wir demnach dieses 8 selbe Ding gleichzeitig lieben und verschmähen, oder (s. Anmerkung zu Lehrsatz 9 17 dieses Teils) wir werden ein Schwanken des Gemüts erleiden. – W.z.b.w. 10 11