ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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3p30sc.md (1229B)


 1 Da die Liebe (nach Anmerkung zu Lehrsatz 13 dieses Teils) Lust ist, verbunden
 2 mit der Idee einer äußern Ursache, und der Haß Unlust, verbunden mit der Idee
 3 einer äußern Ursache, so wird demnach diese Lust und Unlust eine Art Liebe und
 4 Haß sein. Weil sich aber Liebe und Haß auf die äußern Gegenstände beziehen, so
 5 wollen wir diese Affekte mit andern Namen bezeichnen. Wir wollen nämlich diese
 6 mit der Idee einer äußern Ursache verbundene Lust *Ehre* (Ehrfreude), die ihr
 7 entgegengesetzte Unlust *Scham* nennen. Ich meine hier die Fälle, wo die Lust oder
 8 Unlust daraus entsteht, daß sich der Mensch gelobt oder getadelt glaubt;
 9 andernfalls nenne ich diese mit der Idee einer äußern Ursache verbundene Lust
10 *Selbstzufriedenheit*, die ihr entgegengesetzte Unlust aber *Reue*.
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12 Weil es ferner (nach Zusatz zu Lehrsatz 17, Teil 2) vorkommen kann, daß die
13 Lust, womit jemand andere zu erregen sich vorstellt, nur eine eingebildete ist
14 und (nach Lehrsatz 25 dieses Teils) jeder von sich alles das vorzustellen sucht,
15 wovon er sich vorstellt, daß es ihn mit Lust erregt, so kann es leicht
16 geschehen, daß der Ehrsüchtige hochmütig wird und sich einbildet, er sei allen
17 angenehm, während er allen widerwärtig ist.
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