3p1d.md (1767B)
1 Die Ideen eines jeden menschlichen Geistes sind teils adäquate, teils 2 verstümmelte und verworrene Ideen (nach Anmerkung zu Lehrsatz 40, Teil 2). Die 3 Ideen aber, welche im Geiste eines Menschen adäquat sind, sind in Gott adäquat, 4 sofern er das Wesen eben dieses Geistes ausmacht (nach Zusatz zu Lehrsatz 11, 5 Teil 2). Diejenigen ferner, welche im Geiste inadäquat sind, sind in Gott 6 ebenfalls adäquat (nach demselben Zusatz); nicht sofern er das Wesen bloß dieses 7 Geistes ausmacht; sondern sofern er auch die Geister anderer Dinge zugleich in 8 sich enthält. Ferner muß aus jeder gegebenen Idee notwendig irgendeine Wirkung 9 folgen (nach Lehrsatz 36, Teil 1), deren adäquate Ursache Gott ist (s. 10 Definition 1 dieses Teils), nicht sofern er unendlich ist, sondern sofern er als 11 von dieser gegebenen Idee erregt betrachtet wird (s. Lehrsatz 19, Teil 2). Von 12 dieser Wirkung aber, deren Ursache Gott ist, sofern er von einer Idee erregt 13 ist, welche im Geiste eines Menschen adäquat ist, ist eben dieser Geist die 14 adäquate Ursache (nach Zusatz zu Lehrsatz 11, Teil 2) Folglich tut unser Geist 15 (nach Definition 2 dieses Teils), sofern er adäquate Ideen hat, notwendig etwas. 16 Damit ist das erste bewiesen. – Was ferner notwendig aus einer Idee folgt, 17 welche in Gott adäquat ist, nicht sofern er nurden Geist eines Menschen 18 ausmacht, sondern sofern er die Geister anderer Dinge zugleich mit dem Geiste 19 dieses Menschen in sich hat, davon ist (nach demselben Zusatz zu Lehrsatz 11, 20 Teil 2) der Geist jenes Menschen nicht die adäquate Ursache, sondern die 21 partiale. Folglich leidet der Geist (nach Definition 2 dieses Teils), sofern er 22 inadäquate Ideen hat, notwendig etwas. Damit ist das zweite bewiesen. – Also 23 tut unser Geist usw. – W.z.b.w. 24 25