ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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3p18sc2.md (845B)


 1 Durch das soeben Gesagte verstehen wir, was *Hoffnung, Furcht, Zuversicht,
 2 Verzweiflung, Freude* und *Gewissensbiß* sind. *Hoffnung* ist nämlich nichts anderes
 3 als unbeständige Lust, entsprungen aus der Vorstellung eines zukünftigen oder
 4 vergangenen Dinges, über dessen Ausgang wir im Zweifel sind. *Furcht* dagegen ist
 5 unbeständige Unlust, ebenfalls entsprungen aus der Vorstellung eines
 6 zweifelhaften Dinges. Wenn nun der Zweifel bei diesen Affekten schwindet, so
 7 wird aus Hoffnung *Zuversicht*, aus Furcht *Verzweiflung*, nämlich Lust oder Unlust,
 8 entsprungen aus der Vorstellung eines Dinges, das wir gehofft oder gefürchtet
 9 haben. *Freude* sodann ist Lust, entsprungen aus der Vorstellung eines vergangenen
10 Dinges, über dessen Ausgang wir im Zweifel waren. *Gewissensbiß* endlich ist
11 Unlust, welche der Lust entgegengesetzt ist.
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