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1 Dieser Zustand des Geistes, welcher nämlich aus zwei entgegengesetzten Affekten 2 entsteht, heißt *Schwanken des Gemüts*, und es verhält sich zum Affekt wie der 3 Zweifel zur Vorstellung (s. Anmerkung zu Lehrsatz 44, Teil 2). Beide, das 4 Schwanken des Gemüts und der Zweifel, unterscheiden sich voneinander nur nach 5 dem Mehr oder Weniger. 6 7 Es ist nun noch zu beachten, daß ich im vorigen Lehrsatz diese Schwankungen des 8 Gemüts aus Ursachen abgeleitethabe, wovon die eine an sich die Ursache des einen 9 Affekts, die andere zufällig die Ursache des andern Affekts ist. Ich habe dies 10 deshalb getan, weil ich sie so leichter aus dem Vorhergehenden ableiten konnte; 11 nicht aber, weil ich bestreite, daß die Schwankungen des Gemüts häufig von Einem 12 Gegenstand herrühren, welcher die wirkende Ursache beider Affekte ist. Denn der 13 menschliche Körper ist (nach Postulat 1, Teil 2) aus vielen Individuen von 14 verschiedener Natur zusammengesetzt und kann daher (nach Axiom I hinter 15 Hilfssatz 3, der auf Lehrsatz 13, Teil 2, folgt) von einem und demselben Körper 16 auf mannigfaltige und verschiedene Weisen erregt werden. Und ebenso umgekehrt: 17 Weil ein und dasselbe Ding auf viele Weisen erregt werden kann, wird er folglich 18 auch einen und denselben Körperteil auf verschiedene Weisen erregen können. 19 Hieraus können wir leicht ersehen, daß ein und derselbe Gegenstand die Ursache 20 vieler einander entgegengesetzter Affekte sein kann. 21 22