ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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3ad4e.md (1581B)


 1 In der Anmerkung zu Lehrsatz 18 im zweiten Teil habe ich gezeigt, welche Ursache
 2 es bewirkt, daß der Geist aus der Betrachtung eines Dinges sofort auf den
 3 Gedanken eines andern Dinges verfällt: weil nämlich die Vorstellungen dieser
 4 Dinge miteinander verkettet und so geordnet sind, daß die eine auf die andere
 5 folgt. Dies ist aber nicht denkbar, wenn die Vorstellung eines Dinges eine neue
 6 ist, dann wird vielmehr der Geist in der Betrachtung dieses Dinges festgehalten,
 7 bis er von andern Ursachen bestimmt wird, etwas anderes zu denken.
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 9 Die Vorstellung eines neuen Dinges ist also, an sich betrachtet, von gleicher
10 Natur wie die übrigen Vorstellungen. Aus diesem Grunde zähle ich die Bewunderung
11 nicht zu den Affekten. Ich sehe auch gar keinen Grund, dies zu tun, da ja dieses
12 Abgezogensein des Geistes nicht aus irgendeiner positiven Ursache entspringt,
13 die den Geist von andern Dingen abzieht, sondern nur daraus, daß keine Ursache
14 vorhanden ist, durch welche der Geist bestimmt wird, bei der Betrachtung eines
15 Dinges an andere Dinge zu denken.
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17 Ich erkenne also (wie ich in der Anmerkung zu Lehrsatz 11 dieses Teils bemerkt
18 habe) nur drei Haupt- oder primäre Affekte an, nämlich Lust, Unlust und
19 Begierde, und ich sah mich nur deshalb veranlaßt, von der Bewunderung zu reden,
20 weil es gebräuchlich geworden ist, daß gewisse Affekte, welche von den drei
21 Hauptaffekten abgeleitetwerden, mit andern Namen bezeichnet werden, wenn sie
22 sich auf Objekte beziehen, die wir bewundern. Der gleiche Grund veranlaßt mich,
23 hier noch die Definition der Verachtung beizufügen.
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