3ad3e.md (1159B)
1 Ich sage Übergang. Denn Lust ist nicht selbst Vollkommenheit. Denn wenn der 2 Mensch mit der Vollkommenheit, zu welcher er übergeht, geboren würde, so wäre er 3 ohne den Affekt der Lust im Besitze derselben. Dies ergibt sich deutlicher aus 4 dem Affekt der Unlust, welcher dem Affekt der Lust gegenübersteht. Denn daß die 5 Unlust im Übergang zu geringerer Vollkommenheit besteht, nicht aber in der 6 geringeren Vollkommenheit selbst, kann niemand bestreiten, da ja der Mensch 7 insofern nicht Unlust empfinden kann, sofern er irgendeiner Vollkommenheit 8 teilhaftig ist. Auch können wir nicht sagen, daß die Unlust im Mangel einer 9 größeren Vollkommenheit besteht. Denn Mangel ist nichts, der Affekt der Unlust 10 aber ist ein Vorgang und kann daher nichts anderes sein als der Vorgang des 11 Übergangs zu geringerer Vollkommenheit, d.h. der Vorgang, durch welchen das 12 Tätigkeitsvermögen des Menschen vermindert oder gehemmt wird (s. die Anmerkung 13 zu Lehrsatz 11 dieses Teils). 14 15 Die Definitionen von Wohlbehagen und Wollust, Mißbehagen und Schmerz übergehe 16 ich, weil sie sich hauptsächlichauf den Körper beziehen und nichts sind als 17 Arten der Lust und Unlust. 18 19