3ad15e.md (1024B)
1 Aus Hoffnung wird also Zuversicht und aus Furcht Verzweiflung, wenn die Ursache 2 des Zweifelns über den Ausgang der Sache schwindet, entweder weil der Mensch 3 sich das vergangene oder zukünftige Ding als seiend vorstellt und als 4 gegenwärtig betrachtet, oder weil er sich etwas vorstellt, was die Existenz der 5 Dinge, die ihm Zweifel erregen, ausschließt. Denn wenn wir auch über den Ausgang 6 (Verlauf) der Einzeldinge (nach Zusatz zu Lehrsatz 31, Teil 2) niemals gewiß 7 sein können, so kann doch das der Fall sein, daß wir über ihren Ausgang nicht 8 zweifeln. Denn wie ich gezeigt habe (s. Anmerkung zu Lehrsatz 49, Teil 2), ist 9 es ein anderes, über ein Ding nicht zweifeln, und ein anderes, über ein Ding 10 Gewißheit haben.Daher ist es wohl möglich, daß wir durch die Vorstellung eines 11 vergangenen oder zukünftigen Dinges von gleichem Affekt der Lust oder Unlust 12 erregt werden wie durch die Vorstellung eines gegenwärtigen Dinges, wie ich im 13 Lehrsatz 18 dieses Teils bewiesen habe; s. diesen samt seiner Anmerkung. 14 15