ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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2p7csc.md (2167B)


 1 Hier müssen wir, ehe wir weitergehen, uns ins Gedächtnis rufen, was oben
 2 gezeigt worden, nämlich daß alles, was von dem unendlichen Verstand als
 3 das Wesen der Substanz ausmachend erfaßt werden kann, daß dies alles nur
 4 zu Einer Substanz gehört und daß folglich die denkende Substanz und die
 5 ausgedehnte Substanz eine und dieselbe Substanz ist, welche bald unter
 6 diesem, bald unter jenem Attribut aufgefaßt wird. So ist auch die
 7 Daseinsform der Ausdehnung und die Idee dieser Daseinsform ein und
 8 dasselbe Ding, aber auf zwei Arten ausgedrückt. Dies scheinen einige
 9 Hebräer dunkel eingesehen zu haben, welche behaupten, Gott, der Verstand
10 Gottes, und die von ihm erkannten Dinge seien eins und dasselbe. Zum
11 Beispiel ein in der Natur existierender Kreis und die Idee eines
12 existierenden Kreises ist ein und dasselbe Ding, welches durch
13 Verschiedene Attribute ausgedrückt wird. Mögen wir daher die Natur unter
14 dem Attribut der Ausdehnung oder unter dem Attribut des Denkens oder
15 unter irgendeinem andern begreifen, immer werden wir eine und dieselbe
16 Ordnung oder eine und dieselbe Verknüpfungder Ursachen, d.h.
17 dieselbe Folge der Dinge eins aus dem andern, finden.
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19 Aus keinem andern Grunde habe ich gesagt, daß Gott die Ursache der Idee
20 z.B. des Kreises ist, nur sofern er ein denkendes Ding ist, und des
21 Kreises selbst, nur sofern er ein ausgedehntes Ding ist, als deswegen,
22 weil das formale Sein der Idee des Kreises nur durch eine andere
23 Daseinsform des Denkens als dessen nächste Ursache und diese wieder
24 durch eine andere und so ins unendliche begriffen werden kann; so daß,
25 solange die Dinge als Daseinsformen des Denkens betrachtet werden, wir
26 die Ordnung der ganzen Natur oder die Verknüpfung der Ursachen durch das
27 Attribut des Denkens allein erklären müssen und sofern sie als
28 Daseinsformen der Ausdehnung betrachtet werden, auch die Ordnung der
29 ganzen Natur durch das bloße Attribut der Ausdehnung erklärt werden muß;
30 und so verstehe ich es auch bei andern Attributen. Daher ist die wahre
31 Ursache der Dinge, wie sie an sich sind, Gott, sofern er aus unendlichen
32 Attributen besteht. Deutlicher kann ich das für jetzt nicht erläutern.
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