2p5d.md (1014B)
1 Der Satz erhellt zwar schon aus Lehrsatz 3 dieses Teils. Denn dort 2 folgerten wir, daß Gott die Idee seines Wesens und alles dessen, was aus 3 demselben notwendig folgt, bilden kann, daraus allein, daß Gott ein 4 denkendes Ding ist, nicht aber daraus, daß er das Objekt seiner Idee 5 ist. Daher erkennt das formale Sein der Ideen Gott als Ursache an, 6 sofern er ein denkendes Ding ist. 7 8 Indessen kann der Satz auch noch auf folgende Weise bewiesen werden. Das 9 formale Sein der Ideen ist eine Form des Denkens (wie an sich klar), 10 d.h. (nach Zusatz zu Lehrsatz 25, Teil 1) ein Modus, welcher die Natur 11 Gottes, sofern er ein denkendes Ding ist, auf gewisse Weise ausdrückt. 12 Es schließt also (nach Lehrsatz 10, Teil 1) den Begriff keines andern 13 göttlichen Attributes in sich und ist demzufolge (nach Axiom IV, Teil 1) 14 die Wirkung keines andern göttlichen Attributes als des Denkens. 15 16 Somit erkennt das formale Sein der Ideen Gott als Ursache an, sofern er 17 nur als denkendes Ding betrachtet wird usw. – W.z.b.w. 18 19