ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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2p48sc.md (1738B)


 1 Auf eben diese Weise wird bewiesen, daß es im Geiste keine absolute Fähigkeit
 2 gibt, zu verstehen, zu begehren, zu lieben usw. Woraus folgt, daß diese und
 3 ähnliche Fähigkeiten entweder reine Einbildungen oder nichts als metaphysische
 4 oder allgemeine Wesen sind, die wir von den besonderen zu bilden gewohnt sind.
 5 Es verhalten sich daher Verstand und Wille zu dieser und jener Idee
 6 beziehungsweise zu diesem und jenem Wollen geradeso wie die Gattung Stein zu
 7 diesem oder jenem Stein oder wie Mensch zu Peter und Paul. Die Ursache aber,
 8 weshalb die Menschen frei zu sein glauben, habe ich im Anfang zum ersten Teil
 9 auseinandergesetzt.
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11 Bevor ich indes weitergehe, muß ich bemerken, daß ich unter Willen die Fähigkeit
12 zu bejahen und zu verneinen, nicht aber die Begierde verstehe. Ich verstehe,
13 sage ich, hierunter die Fähigkeit, vermöge welcher der Geist, was wahr und was
14 falsch ist, bejaht oder verneint, nicht aber die Begierde, vermöge welcher der
15 Geist die Dinge begehrt oder abstößt.
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17 Nachdem ich aber bewiesen habe, daß jene Fähigkeiten allgemeine Begriffe sind,
18 die sich von den einzelnen, aus denen wir sie bilden, nicht unterscheiden, ist
19 nun zu untersuchen, ob das Wollen selbst noch etwas anderes sei als die Ideen
20 der Dinge selbst. Ich sage, wir müssen untersuchen, ob es im Geiste noch eine
21 andere Bejahung und Verneinung gibt als jene, welche die Idee, sofern sie Idee
22 ist, in sich schließt; worüber man den folgenden Lehrsatz nachsehen mag wie auch
23 die Definition 3 dieses Teils, damit das Denken nicht zum (bildlichen)
24 Vorstellen herabsinke. Denn unter Ideen verstehe ich nicht Bilder, wie sie auf
25 dem Grunde des Auges oder, wenn man will, im Innern des Gehirns sich bilden,
26 sondern Begriffe des Denkens.
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