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1 In der Anmerkung zu Lehrsatz 17 dieses Teils habe ich 2 auseinandergesetzt, auf welche Weise der Irrtum in einem Mangel an 3 Erkenntnis besteht; doch will ich zu größerer Verdeutlichung der Sache 4 ein Beispiel anführen. Die Menschen täuschen sich darin, daß sie 5 glauben, sie seienfrei. Diese Meinung besteht bloß darin, daß sie 6 ihrer Handlungen sich bewußt sind, die Ursachen aber, von welchen sie 7 bestimmt werden, nicht kennen. Das also ist die Idee ihrer Freiheit, daß 8 sie keine Ursache ihrer Handlungen kennen. Denn wenn sie sagen, die 9 menschlichen Handlungen hängen vom Willen ab, so sind das Worte, von 10 welchen sie keine Idee haben. Was der Wille ist und wie er den Körper 11 bewegt, wissen sie ja alle nicht, und diejenigen, welche sich brüsten, 12 es ja zu wissen, und einen Sitz und Aufenthalt der Seele aushecken, 13 erregen damit nur Lachen oder Verdruß. 14 15 So auch, wenn wir die Sonne anblicken, stellen wir uns vor, sie sei etwa 16 zweihundert Fuß von uns entfernt. In dieser Vorstellung allein besteht 17 dieser Irrtum nicht, sondern darin, daß wir, während wir sie so 18 betrachten, ihre wahre Entfernung und die Ursache dieser Vorstellung 19 nicht kennen. Denn wenn wir auch nachher erkennen, daß sie mehr als 20 sechshundert Erddurchmesser von uns entfernt ist, so werden wir 21 dessenungeachtet die Vorstellung haben, daß sie nahe sei. Denn nicht 22 deswegen stellen wir uns die Sonne so nahe vor, weil wir ihre wahre 23 Entfernung nicht kennen, sondern deswegen, weil die Erregung unseres 24 Körpers das Wesen der Sonne in sich schließt, sofern der Körper selbst 25 von ihr erregt wird. 26 27