2p24d.md (1609B)
1 Die Teile, welche den menschlichen Körper bilden, gehören zum Wesen des 2 Körpers selbst nur, sofern sie ihre Bewegungen in irgendeinem bestimmten 3 Verhältnis einander mitteilen (s. die Definition nach dem Zusatz zu 4 Hilfssatz 3), nicht aber, sofern sie als Individuen ohne Beziehung zum 5 menschlichen Körper betrachtet werden können. Denn die Teile des 6 menschlichen Körpers sind (nach Postulat 1) sehr zusammengesetzte 7 Individuen, deren Teile (nach Hilfssatz 4) vom menschlichen Körper, ohne 8 daß seine Natur und Form eine Änderung erlitten, getrennt werden können 9 und die ihre Bewegungen (s. Axiom I nach Hilfssatz 3) andern Körpern in 10 einer andern Weise mitteilen können. Es wird daher (nach Lehrsatz 3 11 dieses Teils) die Idee oder die Erkenntnis jedes Teils in Gott sein, und 12 zwar (nach Lehrsatz 9 dieses Teils) sofern er betrachtet wird als erregt 13 von einer andern Idee eines Einzeldinges, welches Einzelding, der 14 Ordnung der Natur gemäß, früher ist als der Teil selbst (nach Lehrsatz 9 15 dieses Teils). Dasselbe gilt außerdem auch von jedem Teil des 16 Individuums selbst, das den menschlichen Körper bildet. Daher ist die 17 Erkenntnis eines jeden Teils, der den menschlichen Körper bildet, in 18 Gott, sofern er von vielen Ideen der Dinge erregt ist, und nicht, sofern 19 er nur die Idee des menschlichen Körpers hat, d.h. (nach Lehrsatz 13 20 dieses Teils) die Idee, welche die Natur des menschlichen Körpers 21 ausmacht. Also (nach Zusatz zu Lehrsatz 11 dieses Teils) schließt der 22 menschliche Geist keine adäquate Erkenntnis der Teile in sich, welche 23 den menschlichen Körper bilden. – W.z.b.w. 24 25