ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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2p18sc.md (2278B)


 1 Damit verstehen wir klar, was das *Gedächtnis* (die Erinnerung) ist. Es
 2 ist nämlich nichts anderes als eine gewisse Verkettung von Ideen, welche
 3 die Natur der außerhalb des menschlichen Körpers befindlichen Dinge in
 4 sich schließen; welche Verkettung im Geist der Ordnung und Verkettung
 5 der Erregungen des menschlichen Körpers entspricht.
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 7 Ich sage *erstens*, es sei eine Verkettung nur solcher Ideen, welche die
 8 Natur der außerhalb des menschlichen Körpers befindlichen Dinge in sich
 9 schließen, nicht aber von Ideen, welche die Natur dieser Dinge erklären.
10 Denn es sind tatsächlich (nach Lehrsatz 16 dieses Teils) die Ideen der
11 Erregungen des menschlichen Körpers, welche die Natur sowohl dieses, des
12 menschlichen Körpers, als auch der äußern Körper in sich schließen.
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14 Ich sage *zweitens*: diese Verkettung entspreche der Ordnung und
15 Verkettung der Erregungen des menschlichen Körpers, um diese von der
16 Verkettung der Ideen zu unterscheiden, welche der Ordnung des Verstandes
17 entspricht, vermöge welcher der Geist die Dinge nach ihren ersten
18 Ursachen erfaßt und welche bei allen Menschen dieselbe ist.
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20 Hieraus erkennen wir ferner klar, warum der Geist von dem Gedanken eines
21 Dinges sofort auf den Gedanken eines andern Dinges überspringt, das mit
22 dem ersten gar keine Ähnlichkeit hat. Zum Beispiel wenn man das
23 Wort»Apfel« denkt, so denkt man auch sogleich an die *Frucht*
24 Apfel, die doch mit jenem artikulierten Laut keinerlei Ähnlichkeit noch
25 sonst etwas gemein hat, als daß der Körper des Menschen häufig von
26 diesen beiden erregt wurde, d.h., daß der Mensch häufig das Wort Apfel
27 gehört hat, während er zugleich die Frucht sah. So wird jeder von einem
28 Gedanken auf einen andern verfallen je nachdem seine Gewohnheit die
29 Bilder der Dinge im Körper geordnet hat. Der Soldat z.B. wird beim
30 Anblick der Spuren eines Pferdes sogleich von dem Gedanken eines Pferdes
31 auf den Gedanken eines Reiters und von diesem auf den Gedanken des
32 Krieges usw. kommen. Der Dauer dagegen wird von dem Gedanken des Pferdes
33 auf den Gedanken eines Pflugs, Ackers usw. verfallen. So wird jeder, je
34 nachdem er gewohnt ist, die Bilder der Dinge auf die eine oder andere
35 Weise zu verknüpfen und zu verketten, von einem Gedanken auf diesen oder
36 jenen Gedanken kommen.
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