ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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1p33sc1.md (1348B)


 1 Nachdem ich hiermit sonnenklar gezeigt habe, daß es durchaus nichts in den
 2 Dingen gibt, wegen dessen sie als zufällige bezeichnet werden könnten, will ich
 3 noch mit wenigen Worten auseinandersetzen, was wir unter *zufällig* zu verstehen
 4 haben; vorher aber, was unter *notwendig* und *unmöglich*. Ein Ding heißt *notwendig*
 5 entweder in bezug auf sein Wesen oder in bezug auf seine Ursache. Denn die
 6 Existenz eines Dinges folgt mit Notwendigkeit entweder aus dem Wesen und der
 7 Definition desselben oder aus einer gegebenen wirkenden Ursache. Diese Gründe
 8 sind es auch, weshalb eine Sache *unmöglich* heißt, weil nämlich entweder das
 9 Wesen oder die Definition desselben das Gegenteil in sich schließt oder weil
10 keine äußere Ursache gegeben ist, die bestimmt wäre, ein solches Ding
11 hervorzubringen. *Zufällig* aber wird ein Ding aus keinem andern Grund genannt
12 als wegen unserer mangelhaften Erkenntnis. Denn ein Ding, von dem wir nicht
13 wissen, ob sein Wesen einen Widerspruch in sich schließt, oder von dem wir gewiß
14 wissen, daß es keinen Widerspruch in sich schließt, während wir dennoch über
15 dessen Existenz nichts Sicheres behaupten können, weil die Ordnung der Ursachen
16 uns verborgen ist, ein solches Ding kann uns weder als notwendig noch als
17 unmöglich erscheinen, und darum nennen wir es entweder zufällig oder möglich.
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