1p32d.md (866B)
1 Der Wille ist nur eine gewisse Form des Denkens, ebenso wie der Verstand. Daher 2 kann jedes einzelne Wollen (nach Lehrsatz 20) nur dann existieren und nur dann 3 zum Wirken bestimmt werden, wenn es von einer Ursache bestimmt wird und diese 4 wiederum von einer andern und so fort ins unendliche. Wird der Wille als 5 unendlich angenommen, so muß er ebenfalls zum Existieren und Wirken von Gott 6 bestimmt werden; nicht sofern Gott die absolut unendliche Substanz ist, sondern 7 sofern er ein Attribut hat, welches das unendliche und ewige Wesen des Denkens 8 ausdrückt (nach Lehrsatz 23). Auf welche Weise also der Wille begriffen wird, ob 9 als endlich oder als unendlich, erfordert er eine Ursache, von welcher er zum 10 Existieren und Wirken bestimmt wird. Daher kann er (nach Definition 7) nicht 11 freie Ursache heißen, sondern nur notwendige oder gezwungene. – W.z.b.w. 12 13