1p28d.md (1547B)
1 Alles, was zum Existieren und Wirken bestimmt ist, ist von Gott also bestimmt 2 (nach Lehrsatz 26 und Zusatz zu Lehrsatz 24). Was aber endlich ist und eine 3 bestimmte Existenz hat, kann von der absoluten Natur eines göttlichen Attributs 4 nicht abgeleitet werden. Denn was aus der absoluten Natur eines göttlichen 5 Attributs folgt, ist unendlich und ewig (nach Lehrsatz 21). Somit mußte es aus 6 Gott oder einem göttlichen Attribut folgen, sofern dieses als in irgendeiner 7 Weise erregt betrachtet wird. Denn außer der Substanz und den Daseinsformen 8 (modi) gibt es nichts (nach Axiom I und den Definitionen 3 und 5), und die 9 Daseinsformen sind (nach Zusatz zu Lehrsatz 25) nichts als Erregungen der 10 göttlichen Attribute. Aber aus Gott oder einem göttlichen Attribut, sofern es 11 durch irgendeine Modifikation erregt ist, welche ewig und unendlich ist konnte 12 es ebenfalls nicht folgen (nach Lehrsatz 22). Es mußte also folgen oder zum 13 Existieren und Wirken bestimmt werden aus bzw. von Gott oder einem göttlichen 14 Attribut, sofern dieses modifiziert ist durch eine Modifikation, welche endlich 15 ist und eine bestimmte Existenz hat. Damit wäre das erste bewiesen. 16 17 Ferner mußte wiederum diese Ursache oder dieser Modus (aus demselben Grunde, aus 18 welchem schon der erste Teil dieses Satzes bewiesen worden ist) ebenfalls von 19 einer andern bestimmt werden, die auch endlich ist und eine bestimmteExistenz 20 hat, und diese letzte wieder (aus dem gleichen Grund) von einer andern und so 21 immer fort (aus dem gleichen Grund) ins unendliche. – W.z.b.w. 22 23