5p7d.md (1388B)
1 Wir betrachten ein Ding nicht vermöge der Affekte, durch welche wir es uns 2 vorstellen, als abwesend, sondern deshalb, weil der Körper von einem anderen 3 Affekt erregt wird, der das Dasein dieses Dinges ausschließt (nach Lehrsatz 17, 4 T. 2). Deshalb ist der Affekt, der sich auf ein Ding bezieht, das wir als 5 abwesend betrachten, nicht von der Beschaffenheit, daß er die übrigen Handlungen 6 und das Vermögen des Menschen übertrifft (siehe Lehrsatz 6, T. 4), sondern 7 vielmehr so beschaffen, daß er von den Erregungen, die das Dasein ihrer äußeren 8 Ursache ausschließen, auf gewisse Art eingeschränkt werden kann (nach Lehrsatz 9 9, T. 4). Der Affekt aber, der aus der Vernunft entspringt, bezieht sich 10 notwendig auf die gemeinsamen Eigenschaften der Dinge (siehe die Def. der 11 Vernunft in der Anm. 2 zu Lehrsatz 40, T. 2), die wir stets als gegenwärtig 12 betrachten (denn es kann nichts geben, was ihr gegenwärtiges Dasein ausschließen 13 könnte), und die wir uns stets auf dieselbe Weise vorstellen (nach Lehrsatz 38, 14 T. 2). Deshalb bleibt ein solcher Affekt stets derselbe, und folglich müssen 15 (nach Ax. 1 dieses Teils) die Affekte, die ihm entgegengesetzt sind, und die 16 nicht von ihren äußeren Ursachen genährt werden, sich ihm mehr und mehr 17 anbequemen, bis sie nicht mehr entgegengesetzt sind, und insofern sind die aus 18 der Vernunft entspringenden Affekte mächtiger. W.z.b.w. 19 20