ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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5p6sc.md (970B)


 1 Je mehr diese Erkenntnis, daß nämlich die Dinge notwendig sind, sich auf die
 2 Einzeldinge bezieht, die wir uns bestimmter und lebendiger vorstellen, um so
 3 größer ist diese Macht des Geistes über die Affekte. Dies bezeugt auch die
 4 Erfahrung selbst; denn wir sehen, daß die Unlust über ein verlorenes Gut
 5 gemildert wird, sobald der Mensch, der es verloren hat, bedenkt, daß dies Gut
 6 auf keine Weise erhalten werden konnte. So sehen wir, daß niemand ein Kind
 7 deshalb bemitleidet, weil es nicht sprechen, gehen, keine Vernunftschlüsse
 8 machen kann, und weil es so viele Jahre, gewissermaßen ohne Bewußtsein seiner
 9 selbst, verlebt; wenn aber die meisten als erwachsen und einer oder der andere
10 als Kind geboren würde, dann würde jeder die Kinder bemitleiden, weil jeder dann
11 die Kindheit an sich nicht als etwas Natürliches und Notwendiges, sondern als
12 einen Fehler oder ein Gebrechen der Natur ansehen würde, und so könnten wir noch
13 vieles andere anführen.
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