5p6sc.md (970B)
1 Je mehr diese Erkenntnis, daß nämlich die Dinge notwendig sind, sich auf die 2 Einzeldinge bezieht, die wir uns bestimmter und lebendiger vorstellen, um so 3 größer ist diese Macht des Geistes über die Affekte. Dies bezeugt auch die 4 Erfahrung selbst; denn wir sehen, daß die Unlust über ein verlorenes Gut 5 gemildert wird, sobald der Mensch, der es verloren hat, bedenkt, daß dies Gut 6 auf keine Weise erhalten werden konnte. So sehen wir, daß niemand ein Kind 7 deshalb bemitleidet, weil es nicht sprechen, gehen, keine Vernunftschlüsse 8 machen kann, und weil es so viele Jahre, gewissermaßen ohne Bewußtsein seiner 9 selbst, verlebt; wenn aber die meisten als erwachsen und einer oder der andere 10 als Kind geboren würde, dann würde jeder die Kinder bemitleiden, weil jeder dann 11 die Kindheit an sich nicht als etwas Natürliches und Notwendiges, sondern als 12 einen Fehler oder ein Gebrechen der Natur ansehen würde, und so könnten wir noch 13 vieles andere anführen. 14 15