ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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5p23sc.md (1320B)


 1 Diese Idee, die das Wesen des Körpers unter der Form der Ewigkeit Ausdrückt,
 2 ist, wie gesagt, eine gewisse Weise des Denkens, die zum Wesen des Geistes
 3 gehört und die notwendig ewig ist. Demnach ist es unmöglich, daß wir uns
 4 erinnern, vor dem Körper da gewesen zu sein, da es ja in dem Körper keine Spuren
 5 davon geben, noch die Ewigkeit durch die Zeit definiert werden, noch irgendeine
 6 Beziehung auf die Zeit haben kann; und doch nehmen wir wahr und erfahren, daß
 7 wir ewig sind. Denn der Geist nimmt diejenigen Dinge, die er durch den Verstand
 8 begreift, nicht minder wahr, als diejenigen, die er im Gedächtnis hat. Denn die
 9 Augen des Geistes, womit er die Dinge sieht und beobachtet, sind eben die
10 Beweise. Wenn wir uns daher auch nicht erinnern, vor dem Körper dagewesen zu
11 sein, so nehmen wir doch wahr, daß unser Geist ewig ist, insofern er das Wesen
12 des Körpers unter einer Form der Ewigkeit enthält, und daß dieses sein Dasein
13 nicht durch die Zeit definiert oder durch die Dauer erklärt werden kann. Unser
14 Geist kann daher nur insofern dauernd genannt und sein Dasein durch eine gewisse
15 Zeit definiert werden, als er das wirkliche Dasein des Körpers in sich schließt,
16 und hat nur insofern das Vermögen, das Dasein der Dinge in der Zeit zu bestimmen
17 und sie unter der Form der Dauer zu begreifen.
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