4p8d.md (1149B)
1 Wir nennen das gut oder böse, was zur Erhaltung unseres Seins nützt oder schadet 2 (nach Def. 1 und 2 dieses Teils), d.h. (nach Lehrsatz 7, T. 3) was unser 3 Tätigkeitsvermögen vermehrt oder vermindert, erweitert oder einschränkt. Sofern 4 wir daher wahrnehmen (nach der Def. der Lust und Unlust, siehe die Anm. zu 5 Lehrsatz 11, T. 3), daß ein Ding uns mit Lust oder Unlust affiziert, nennen wir 6 es gut oder böse; und folglich ist die Erkenntnis des Guten und Bösen nichts 7 anderes als die Idee der Lust oder Unlust, welche notwendig aus dem eigentlichen 8 Affekt der Lust oder Unlust erfolgt (nach Lehrsatz 22, T. 3). Diese Idee ist 9 aber auf dieselbe Weise mit dem Affekt vereint, wie der Geist mit dem Körper 10 vereint ist (nach Lehrsatz 21, T. 2), d.h. (wie in der Anmerkung zu jenem 11 Lehrsatze gezeigt worden ist) diese Idee unterscheidet sich in Wirklichkeit 12 durch nichts vom Affekt selbst oder (nach der allgemeinen Definition der 13 Affekte) von der Idee der Erregung des Körpers, als durch den bloßen Begriff; 14 also ist diese Erkenntnis des Guten und Bösen nichts anderes als der Affekt 15 selbst, insofern wir uns desselben bewußt sind. W.z.b.w. 16 17