ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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4p70d.md (881B)


 1 Jeder beurteilt nach seiner Sinnesweise, was gut ist (siehe Anm. zu Lehrsatz 39,
 2 T. 3). Der Ungebildete also, der jemanden eine Wohltat erwiesen hat, wird sie
 3 nach seiner Sinnesweise schätzen, und wenn er sieht, daß sie von dem, dem sie
 4 erwiesen worden, geringer geschätzt wird, wird er Unlust empfinden (nach
 5 Lehrsatz 42, T. 3). Der freie Mensch trachtet aber, sich die übrigen Menschen
 6 durch Freundschaft zu verbinden (nach Lehrsatz 37 dieses Teils) und den Menschen
 7 nicht nach ihrem Affekt Gleiches zu vergelten, sondern er strebt danach, sich
 8 und die übrigen durch das freie Urteil der Vernunft zu leiten und nur das zu
 9 tun, was er selbst als das Wichtigste erkennt. Daher sucht der freie Mensch, um
10 den Ungebildeten nicht verhaßt zu werden, und um nicht ihrem Verlangen, sondern
11 der Vernunft allein zu gehorchen, ihre Wohltaten soviel als möglich abzulehnen.
12 W.z.b.w.
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