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1 Das Wohlbehagen, welches ich gut nannte, wird leichter begriffen als bewahrt. 2 Denn die Affekte, von denen wir täglich bestürmt werden, beziehen sich meist auf 3 irgendeinen Teil des Körpers, welcher mehr als die übrigen affiziert wird, und 4 daher haben die Affekte gewöhnlich ein Übermaß und fesseln den Geist so bei der 5 alleinigen Betrachtung eines einzigen Gegenstandes, daß er nicht an andere 6 denken kann. Und obgleich die Menschen vielen Affekten unterworfen sind, und man 7 also selten solche findet, die immer von einem und demselben Affekt bestürmt 8 werden, so gibt es doch manche, an denen ein und derselbe Affekt hartnäckig 9 haftet. Denn wir sehen die Menschen von einem Gegenstande zuweilen so affiziert, 10 daß sie ihn, obgleich er nicht gegenwärtig ist, dennoch vor sich zu haben 11 meinen. Wenn dies einem Menschen, der nicht schläft, begegnet, sagen wir, er sei 12 verrückt, wahnsinnig; und gleicherweise hält man die für wahnsinnig, welche in 13 Liebesbrunst Tag und Nacht bloß von ihrer Geliebten oder Buhlerin träumen, da 14 sie ja gewöhnlich Lachen erregen. Wenn aber ein Geiziger an nichts anderes denkt 15 als an Gewinn oder Geld und ein Ehrsüchtiger an Ruhm usw., so hält man diese 16 nicht für verrückt, weil sie gewöhnlich lästig sind und als hassenswert 17 angesehen werden; in der Tat aber sind Geiz, Ehrsucht, Wollust usw. Arten der 18 Verrücktheit, obgleich man sie nicht zu den Krankheiten zählt. 19 20