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1 Fragt aber jemand, wenn nun das höchste Gut derer, welche der Tugend 2 nachwandeln, nicht allen gemeinsam wäre, ob nicht daraus wie oben (siehe 3 Lehrsatz 34 dieses Teils) folgen würde, daß die Menschen, sofern sie der 4 Vernunft gemäß leben, d.h. sofern sie (nach Lehrsatz 35 dieses Teils) von Natur 5 übereinstimmen, einander entgegengesetzt wären, so diene ihm zur Antwort, daß es 6 nicht aus einem Zufalle, sondern eben aus der Natur der Vernunft entspringt, daß 7 das höchste Gut des Menschen allen gemeinsam ist, weil es nämlich aus dem 8 menschlichen Wesen selbst, sofern dies durch Vernunft definiert ist, abgeleitet 9 wird, und weil ein Mensch weder sein noch begriffen werden könnte, wenn er nicht 10 das Vermögen hätte, sich dieses höchsten Gutes zu erfreuen; denn es gehört (nach 11 Lehrsatz 47, T. 2) zu dem Wesen des menschlichen Geistes, eine adäquate 12 Erkenntnis des ewigen und unendlichen Wesens Gottes zu haben. 13 14