4p35d.md (1267B)
1 Insofern die Menschen von Affekten, welche Leidenschaften sind, bestürmt werden, 2 können sie von Natur verschieden (nach Lehrsatz 33 dieses Teils) und einander 3 entgegengesetzt sein (nach dem vorigen Lehrsatz). Aber nur insofern sagt man, 4 die Menschen handeln, als sie nach der Leitung der Vernunft leben (nach Lehrsatz 5 3, T. 3), und also muß alles, was aus der menschlichen Natur folgt, sofern sie 6 durch Vernunft definiert wird (nach Def. 2, T. 3), durch die menschliche Natur 7 allein als durch seine nächste Ursache eingesehen werden. Weil aber jeder, den 8 Gesetzen seiner Natur gemäß, das begehrt, was er für gut, und das zu entfernen 9 strebt, was er für schlecht hält (nach Lehrsatz 19 dieses Teils), und da 10 überdies das, was wir nach dem Gebote der Vernunft für gut oder schlecht halten, 11 notwendig gut oder schlecht ist (nach Lehrsatz 41, T. 2), so tun also die 12 Menschen, insofern sie nach der Leitung der Vernunft leben, notwendig nur das, 13 was der menschlichen Natur, und folglich jedem Menschen notwendig gut ist, d.h. 14 (nach dem Folgesatz zu Lehrsatz 31 dieses Teils) was mit der Natur eines jeden 15 Menschen übereinstimmt, und also stimmen die Menschen auch unter sich, sofern 16 sie nach der Leitung der Vernunft leben, stets notwendig überein. W.z.b.w. 17 18